Hedschasbahn: Strecke und Bahnhöfe von Damaskus nach Medina
Die Hedschasbahn von Damaskus nach Medina, Jahr für Jahr: Finanzierung, Bau, Fahrgäste und warum die Strecke nach Mekka nie gebaut wurde.
Inhaltsverzeichnis

Die Hedschasbahn führte von Damaskus nach Medina: rund 1.300 Kilometer Schmalspurgleis durch das heutige Syrien, Jordanien und Saudi-Arabien. Abdülhamid II. ordnete ihren Bau 1900 an. Die Schienen erreichten Medina 1908; die Weiterführung nach Mekka wurde nie gebaut.
Die Kurzfassung
Eine Strecke, acht Jahre,
und in Medina war Schluss.
- Was sie war: eine Schmalspurbahn von Damaskus nach Medina, deren Bau am 2. Mai 1900 angeordnet wurde und die am 1. September 1908 eröffnet wurde. Mit dem Abzweig nach Haifa war sie 1.464 km lang (TDV İslâm Ansiklopedisi).
- Warum: Soldaten, Politik und die Pilgerfahrt. Der Weg von Syrien nach Medina dauerte etwa 40 Tage; geplant waren vier oder fünf (TDV).
- Wer zahlte: ein Drittel kam aus Spenden, zwei Drittel aus anderen Einnahmen wie Gehaltsabzügen, Briefmarken, Gebühren und Häuten (TDV).
- Was sie nie erreichte: Mekka. Die Strecken Medina–Mekka und Dschidda–Mekka wurden 1914 aufgegeben (TDV).
- Das Ende: Medina kapitulierte am 10. Januar 1919; später wurde die Strecke in vier Abschnitte geteilt (TDV).
Die Strecke, Jahr für Jahr
Schieben Sie den Hebel und verfolgen Sie den Gleisbau bis Medina
Die Streckentafel beginnt 1908, als die Strecke fertig war. Schieben Sie den Hebel zurück auf 1900 und wieder nach vorn: Die Lokomotive fährt bis zum Gleisende, die Lampe eines Bahnhofs leuchtet auf, sobald die Schienen ihn erreicht haben, und der Jahreszettel nennt die Ereignisse, die die Quellen diesem Jahr zuordnen.
- DamaskusSyrien
- DaraaSyrien
- AmmanJordanien
- MaanJordanien
- MudawwaraJordanien
- TabukSaudi-Arabien
- Mada’in SalihSaudi-Arabien
- al-UlaSaudi-Arabien
- MedinaSaudi-Arabien
- HaifaPalästina
- AkabaJordanien1906 aufgegeben
- Mekka, DschiddaSaudi-ArabienNicht gebaut; 1914 aufgegeben
Lampe an: Die Schienen haben den Bahnhof erreichtPunkte: Strecke nicht gebautRotes Kreuz: aufgegeben
1900Gleisbau beginnt in Damaskus
- 2. Mai: Abdülhamid II. ordnet den Bau der Strecke an (TDV).
- 1. September: Nach einer Zeremonie beginnt der Bau (TDV).
- Der Plan: zuerst Damaskus mit Mekka verbinden, später Akaba und Dschidda anschließen (TDV).
1901Bau zwischen Damaskus und Daraa
- Die geschätzten Kosten von 4 Millionen Lira entsprechen mehr als 18 % der Staatsausgaben im Haushalt von 1901 (TDV).
- Der deutsche Ingenieur Meissner übernimmt die technische Leitung mit 43 Ingenieuren: 17 Türken, 12 Deutschen, 5 Italienern, 5 Franzosen, 2 Österreichern, 1 Belgier und 1 Griechen (TDV).
1902Bau zwischen Damaskus und Daraa
- In Beirut wird eine Kommission eingerichtet, die die Arbeiten am Abzweig nach Haifa leitet (TDV).
1903Schienen erreichen Amman
- Die Schienen erreichen Amman (TDV).
1904Schienen erreichen Maan, Kilometer 460
- Die Schienen erreichen Maan bei Kilometer 460 (TDV).
1905Schienen erreichen Mudawwara
- Daraa wird mit Haifa verbunden, und die Strecke erreicht das Mittelmeer. Der Staat hatte die Anlagen des gescheiterten britischen Unternehmens gekauft und den Abzweig fertiggestellt (TDV).
- In Maan bei Kilometer 460 werden Bau und Betrieb getrennt; der Personen- und Güterverkehr beginnt (TDV).
- Im selben Jahr erreichen die Schienen Mudawwara (TDV).
1906Schienen erreichen Mada’in Salih
- Die Schienen erreichen Mada’in Salih. Von hier an sind alle Ingenieure, Techniker und Arbeiter Muslime (TDV).
- Zwischen dem osmanischen Staat und Ägypten entsteht ein Grenzstreit. Großbritannien greift zugunsten Ägyptens ein, und der Abzweig zum Golf von Akaba wird aufgegeben (TDV).
1907Schienen erreichen al-Ula
- Die Schienen erreichen al-Ula (TDV).
1908Schienen erreichen Medina; Eröffnung
- Die Schienen erreichen Medina (TDV).
- 24. August: Die Jordanische Hedschasbahn-Gesellschaft datiert den ersten Pilgerzug aus Syrien auf diesen Tag.
- 1. September: Abdülhamid II. eröffnet die Strecke mit einer Zeremonie. Mit dem Abzweig nach Haifa ist sie 1.464 km lang (TDV).
- In diesem Jahr gibt es 128 Angriffe auf Schienen und Telegrafenleitungen. Bei einem nächtlichen Überfall Ende Juli sterben fast 300 Soldaten (TDV).
1909Strecke bis Medina in Betrieb
- Zwischen Haifa und Damaskus fahren täglich Züge, zwischen Damaskus und Medina an drei Tagen pro Woche. Hinzu kommen Sonderzüge für Baumaterial, Armeebedarf und Pilger (TDV).
- 26. April: Abdülhamid II. wird abgesetzt. Bis dahin nennen staatliche Dokumente die Strecke auch Hamidiye-Hedschasbahn (TDV).
1910Strecke bis Medina in Betrieb
- 168.448 Fahrgäste reisen auf der Strecke; etwa 66.000 t Güter und 2.788 Tiere werden befördert (TDV).
- 77.761 Soldaten werden transportiert (TDV).
- Die Unruhen in Hauran, Karak und Dschebel ad-Duruz werden mithilfe der Strecke rasch niedergeschlagen (TDV).
1911Strecke bis Medina in Betrieb
- 13.102 Pilger erreichen Medina mit dem Zug. Im Durchschnitt nutzen etwa 16.000 Pilger pro Jahr die Strecke (TDV).
1913Strecke bis Medina in Betrieb
- 232.563 Fahrgäste reisen auf der Strecke; etwa 112.000 t Güter und 6.477 Tiere werden befördert (TDV).
- Von 1908 bis 1913 sind es insgesamt etwa 970.000 Fahrgäste (TDV).
1914Strecke bis Medina in Betrieb
- 1. August: Die Strecke wird dem Ministerium für fromme Stiftungen (Evkaf) unterstellt und als Waqf eingestuft (TDV).
- Scherif Hussein wird mitgeteilt, dass die Strecken Medina–Mekka und Dschidda–Mekka aufgegeben werden (TDV).
- 147.587 Soldaten werden transportiert (TDV).
1916Strecke bis Medina in Betrieb
- Juni: Nach einer geheimen Vereinbarung mit den Briten erhebt sich Scherif Hussein (TDV).
- Es folgen Angriffe, doch der größte Teil der Strecke bleibt unter osmanischer Kontrolle (TDV).
1917Strecke bis Medina in Betrieb
- Mit ihren Abzweigen und den Gleisen von Kadem nach Damaskus ist das Netz 1.750 km lang (TDV).
1919Schienen in Medina; Strecke viergeteilt
- 10. Januar: Medina kapituliert, und die osmanische Kontrolle über die Strecke endet (TDV).
- Nach dem Krieg wird die Strecke in vier Abschnitte geteilt: Haifa–Semach in Palästina; Daraa–Mudawwara in Jordanien; Damaskus–Daraa und Daraa–Semach in Syrien; Mudawwara–Medina im Königreich Hedschas, später Saudi-Arabien (TDV).
Bahnhofsreihenfolge und Jahresangaben nach dem Eintrag zur Bahn in der TDV İslâm Ansiklopedisi und der Geschichtsseite der Gesellschaft; Länder nach heutigem Stand. Die Abstände sind schematisch, nicht maßstabsgetreu. Vor 1903 ist das Gleisende zwischen Damaskus und Daraa eingezeichnet, wo laut TDV der Bau begann. Geprüft am 20.10.2026.
Warum sie gebaut wurde Soldaten, Politik und die Pilgerfahrt
Die Idee ist älter als der Auftrag. 1864 bot ein in Deutschland geborener amerikanischer Ingenieur namens Zimpel an, das Rote Meer und Damaskus per Bahn zu verbinden. Das Angebot wurde abgelehnt, weil es die Stämme der Region aufbringen könnte und die Schifffahrt günstiger war (TDV). Armeeoffiziere schlugen 1874 eine Strecke Medina–Mekka vor. 1891 berichtete der Befehlshaber im Hedschas, Osman Nuri Pascha, dass eine Strecke zwischen Dschidda und Mekka nötig sei.
Im selben Jahr legte Ahmed İzzet Efendi, damals Leiter der religiösen Stiftungen in Dschidda, den umfassendsten Plan vor: eine Bahn von Damaskus nach Medina als Schutz vor Angriffen von außen und Aufständen in der Region sowie zur Erleichterung der Pilgerfahrt (TDV). Abdülhamid II. gab ihn an Mehmed Şâkir Pascha weiter, der die voraussichtlichen Kosten berechnete und die Strecke auf einer Karte einzeichnete. Nachdem er zwei weitere Paschas angehört hatte, ordnete der Sultan mit einem Erlass vom 2. Mai 1900 den Baubeginn an. Nach einer Zeremonie am 1. September 1900 begannen die Arbeiten. Die erste Etappe sollte von Damaskus nach Mekka führen; Akaba und Dschidda sollten später angeschlossen werden, und selbst Jemen war im Blick (TDV).
- Soldaten
- Eine Bahn würde Truppen bei möglichen Aufständen und Angriffen von außen schneller in die Region bringen. Soldaten und Munition für den Hedschas und Jemen könnten im Frieden wie im Krieg per Bahn befördert werden, und der Suezkanal wäre nicht mehr nötig (TDV).
- Politik
- Mehr Militär bedeutete mehr staatliche Autorität in der Region. Das Projekt würde auch das Ansehen Abdülhamids II. in der islamischen Welt stärken und Muslime um ein gemeinsames Werk vereinen (TDV).
- Pilgerfahrt
- In öffentlichen Erklärungen stand das religiöse Ziel an erster Stelle. Die Reise aus Syrien dauerte etwa vierzig Tage bis Medina und fünfzig bis Mekka. Sie war lang und wegen der Beduinenangriffe gefährlich. Die Dauer sollte auf vier oder fünf Tage sinken; die Hin- und Rückreise sollte weit weniger kosten als zuvor. Daher wurden mehr Pilger erwartet (TDV).
- Handel
- Mit der Eröffnung der Strecke würden der Handel und mit ihm die Städte wachsen (TDV).
Karawane oder Zug?
Beide starten in Damaskus: Wie weit sind sie nach einem bestimmten Tag?
Der Schieberegler zeigt die Zahl der Tage unterwegs. Die Karawane legt den Weg nach Medina in etwa vierzig Tagen zurück und erreicht Mekka nach etwa fünfzig Tagen. Wählen Sie, mit welcher Zugreisezeit Sie sie vergleichen möchten.
Karawane
etwa 40 Tage bis Medina, etwa 50 bis Mekka
Aus Syrien, auf einem Weg, den TDV als lang und wegen der Beduinenangriffe als gefährlich beschreibt.
Zug
- Vier oder fünf Tageder Plan bei Baubeginn
- 72 Stundenbei guten Bedingungen im Betrieb
Ein Fahrpreis von 2 Lira, nur ein Zehntel der früheren Kosten (TDV).
Tage und Fahrpreise nach der TDV İslâm Ansiklopedisi. Die Entfernungen auf dem Streifen sind schematisch. Geprüft am 20.10.2026.
Wer zahlte Spenden, Briefmarken und ein Kredit
Die geschätzten Kosten betrugen 4 Millionen Lira, mehr als 18 % der Staatsausgaben im Haushalt von 1901. Damals zahlte der Staat Auslandsschulden und Kriegsentschädigungen, und alle Einnahmen waren bereits verplant. Die Staatskasse konnte daher keine weiteren Mittel bereitstellen. Geplant war die Finanzierung durch Spenden von Muslimen und einen Kredit der Ziraat-Bank für den ersten dringenden Bedarf (TDV).
Eine Spendenkommission unter dem Finanzminister leitete die Sammlung. Sie führte die Bücher und durfte ohne Zustimmung des Sultans nichts ausgeben. Ausschüsse in jeder Provinz, jedem Bezirk und jeder Gemeinde arbeiteten mit Dorfvorstehern und Imamen zusammen. Diese erfassten mögliche Spender und reichten das Geld ein. Die Spenden kamen zunächst in Kassen im Provinzzentrum, dann in eine Filiale einer osmanischen Bank oder per Postanweisung nach Istanbul (TDV).
Wer zahlte?
Eine Seite im Kassenbuch, zwei Münzstapel
Tippen Sie auf einen Stapel, um seine Quellen zu sehen. Laut TDV stammte ein Drittel der Mittel aus Spenden und zwei Drittel aus allem anderen.
4 Millionen Liradie geschätzten Kosten, mehr als 18 % der Staatsausgaben im Haushalt von 1901
Zuerst ein Kredit: Ein Kredit der Ziraat-Bank deckte die dringenden Kosten bei Baubeginn.
Spenden etwa ein Drittel
- Die erste Spende von 50.000 Lira kam von Abdülhamid II. Andere Staatsmänner und Beamte folgten, und viele Staatsbedienstete spendeten freiwillig je ein Gehalt.
- Tausende osmanische Untertanen spendeten, ebenso Muslime andernorts: vor allem in Indien, Ägypten, Russland und Marokko, aber auch in Indonesien, Singapur, Südafrika, Tunesien, Algerien, Amerika und einigen islamischen Gesellschaften in Europa.
- Herrscher: Der Emir von Marokko, der Schah von Iran und der Emir von Buchara schickten Unterstützung.
- Medaillen aus Nickel, Silber und Gold wurden auf İzzet Paschas Rat zur Belohnung der Spender geprägt. Sie trugen wesentlich dazu bei, Spenden zu gewinnen.
Alles andere etwa zwei Drittel
- Gehälter: Pflichtabzüge von staatlichen Gehältern.
- Papier: Staatsdokumente und Formulare wurden zum Verkauf gedruckt, Spendenmarken unter dem Namen ilmühaber ausgegeben, alte Briefmarken verkauft sowie Postkarten und Brieftaschen herausgegeben.
- Münzen: In Jemen und Tripolitanien eingezogene Riyals wurden nach Istanbul gebracht und in mecidiye-Münzen umgetauscht; der Gewinn floss in den Fonds.
- Gebühren und Steuern unter verschiedenen Namen.
- Bergwerke: Die Eisenbahnkommission erhielt das Recht, einige Bergwerke zu betreiben.
- Häute: Einnahmen aus dem Verkauf der Häute von Opfertieren.
- Die Strecke selbst: Einnahmen aus dem Personen- und Güterverkehr auf den fertigen Abschnitten.
Nach der TDV İslâm Ansiklopedisi (Hicaz Demiryolu). Die Stapel zeigen das Verhältnis, keinen Betrag. Geprüft am 20.10.2026.
Die Spenden deckten die Kosten nicht. Als diese stiegen, erschloss die Kommission andere Einnahmen. Über die Jahre 1900–1908 lagen die Einnahmen des Fonds über seinen Baukosten (TDV).
Wer sie baute Ingenieure, Soldaten und eine schmale Spur
Die Schienen lagen 1,05 m auseinander. Diese schmale Spur wurde gewählt, weil sie günstiger und leichter zu bauen war und für den erwarteten geringen Verkehr ausreichen sollte (TDV). 1901 übernahm der deutsche Ingenieur Meissner die technische Leitung. Mit ihm arbeiteten dreiundvierzig Ingenieure: 17 Türken, 12 Deutsche, 5 Italiener, 5 Franzosen, 2 Österreicher, 1 Belgier und 1 Grieche. Im Verlauf der Arbeiten sank die Zahl der Europäer, während die der osmanischen Ingenieure stieg. Ab Mada’in Salih waren alle Ingenieure, Techniker und Arbeiter Muslime (TDV).

Die Bautrupps
- Soldaten
- Bis zu 7.500 osmanische Soldaten verrichteten unter ihren Offizieren die einfacheren und gröberen Arbeiten. Die Infanterie hob Erde aus, brach Steine, stopfte Schotter unter die Schwellen und baute Mauern. Eine Pionierkompanie übernahm Schmiede- und Tischlerarbeiten sowie das Heizen und Fahren der Züge. Eine Telegrafeneinheit arbeitete an der Streckentelegrafie und als Nachrichtenpersonal der Bahnhöfe; Seeleute bewegten das Material in den Häfen von Beirut und Haifa (TDV).
- Fachkräfte
- Auch Einheimische mit Arbeitspflicht, genannt amele-i mükellefe, sowie europäische Arbeiter und Meister wurden eingesetzt. Italiener, Russen, Montenegriner, Albaner und Griechen übernahmen Arbeiten, die Fachkenntnisse erforderten: Tunnel- und Bahnhofsbau, das Verlegen von Schwellen und Schienen, Sprengungen mit Dynamit und Felsbohrungen (TDV).
- Lohn
- Ein Soldat erhielt 1 Kuruş für das Einebnen eines Kubikmeters Erde, 2 für die Aufbereitung eines Kubikmeters Schotter und 3 für einen Meter Einschnitt. Außerdem wurde er vorzeitig entlassen (TDV).
Lokomotiven, Wagen, Schienen und Stahlschwellen kamen aus Deutschland, Belgien und Amerika. Einige Personenwagen wurden im Kaiserlichen Arsenal, Tersâne-i Âmire, gebaut. In den ersten Jahren waren die Schwellen aus Holz, später aus Stahl. Die Lieferungen kamen per Schiff nach Beirut und weiter nach Damaskus über die Strecke Beirut–Damaskus–Muzeyrib eines französischen Unternehmens. Dafür wurde der Beiruter Kaigesellschaft eine Transitgebühr gezahlt. Sobald der Abzweig nach Haifa in Betrieb war, wurden sie dort angelandet (TDV).

Hitze, Durst und Widerstand
- Extreme Hitze, Dürre, Wassermangel und schwieriger Baugrund erschwerten die Arbeit (TDV).
- Die Beduinen versuchten, sie zu behindern (TDV).
- Dennoch bezeichnet TDV die Bauzeit als kurz.
Die Bahnhöfe in ihrer Reihenfolge, mit dem heutigen Land und dem Jahr, in dem die Schienen sie laut TDV erreichten.
| Bahnhof | Heute | Gleisanschluss |
|---|---|---|
| Damaskus | Syrien | Streckenbeginn: Baubeginn am 1. September 1900 |
| Daraa | Syrien | Auf dem ersten Abschnitt Damaskus–Daraa; kein Jahr genannt. Der Abzweig nach Haifa wurde hier 1905 angeschlossen |
| Amman | Jordanien | 1903 |
| Maan | Jordanien | 1904, bei Kilometer 460 |
| Mudawwara | Jordanien | 1905 |
| Tabuk | Saudi-Arabien | Kein Jahr genannt; eine der Städte, die sich rasch mit Menschen füllten |
| Mada’in Salih | Saudi-Arabien | 1906 |
| al-Ula | Saudi-Arabien | 1907 |
| Medina | Saudi-Arabien | 1908, Endpunkt der Strecke |
| Haifa | Palästina | Ende des Abzweigs: 1905 mit Daraa verbunden |
Die Bahn im Betrieb ein Fahrplan, ein Moscheewagen und Holz als Brennstoff
Abdülhamid II. eröffnete die Strecke am 1. September 1908 mit einer Zeremonie. Mit dem Abzweig nach Haifa war sie 1.464 km lang (TDV). Die Gesellschaft nennt für Damaskus–Medina 1.303 km und datiert den ersten Pilgerzug aus Syrien auf den 24. August 1908. Der Verkehr hatte lange zuvor begonnen: Als die Schienen Maan bei Kilometer 460 erreichten, wurden Bau und Betrieb zwei getrennten Verwaltungen zugewiesen. Ab 1905 wurden Fahrgäste und Güter befördert (TDV).

Der Fahrplan von 1909
- Haifa–Damaskus: täglich Züge.
- Damaskus–Medina: an drei Tagen pro Woche.
- Sonderzüge für Baumaterial, Armeebedarf und Pilger.
- Die Abfahrtszeiten berücksichtigten die Gebetszeiten, und ein Wagen war als Moscheewagen vorgesehen.
Unter guten Bedingungen dauerte die Reise 72 Stunden. Es gab keine Kohle, deshalb wurden die Lokomotiven mit Holz befeuert. Ölmangel, Probleme mit Wasser, stärkerer Verkehr und Beduinenangriffe verlangsamten die Züge erheblich (TDV).
- Fahrgäste
- 168.448 im Jahr 1910 und 232.563 im Jahr 1913; insgesamt etwa 970.000 von 1908 bis 1913 (TDV).
- Pilger
- 13.102 erreichten Medina 1911 mit dem Zug. Im Durchschnitt nutzten etwa 16.000 Pilger pro Jahr die Strecke (TDV).
- Güter und Tiere
- Etwa 66.000 t im Jahr 1910 und 112.000 t im Jahr 1913, darunter Gemüse, Obst, Salz, Reis, Tabak, Mehl und Kohle; in denselben beiden Jahren 2.788 und 6.477 Tiere (TDV).
- Soldaten
- 77.761 im Jahr 1910 und 147.587 im Jahr 1914. Die Unruhen in Hauran, Karak und Dschebel ad-Duruz von 1910 wurden mithilfe der Strecke rasch niedergeschlagen (TDV).
Haifa wurde zu einer wichtigen Stadt für Aus- und Einfuhren, und seine Wirtschaft wuchs rasch. Amman, Maan und Tabuk füllten sich bald mit Menschen, und der Handel in Damaskus gewann an Bedeutung. Einige Beduinen wurden sesshaft, und einige tscherkessische Zuwanderer siedelten sich nahe der Strecke an. Sie war auch der erste Arbeitsplatz vieler Absolventen der Kaiserlichen Militäringenieurschule, die auf den mit ausländischem Kapital betriebenen Strecken keine Anstellung fanden. Sonderzüge brachten zudem mehr Touristen (TDV).
Die Beduinen begrüßten die Bahn nicht. Laut TDV verdienten sie viel Geld damit, Pilger auf Kamelen zu befördern, zu führen und zu bewachen. Diese Einnahmen würde die Bahn bald versiegen lassen. Ihre Anführer fürchteten zudem die wachsende militärische und politische Reichweite des osmanischen Staates. Allein 1908 gab es 128 Sabotageakte und Angriffe auf Schienen und Telegrafenleitungen. Ende Juli starben bei einem nächtlichen Überfall fast 300 Soldaten. Die Angriffe gingen weiter, nachdem die Schienen Medina erreicht hatten (TDV).
Wohin sie nie fuhr Akaba, Mekka und Dschidda
Von Maan sollte ein Abzweig zum Golf von Akaba führen und die Strecke mit dem Roten Meer verbinden. So könnten Truppen und Waffen leichter bewegt und die Küste besser verteidigt werden. 1906 entstand ein Grenzstreit zwischen dem osmanischen Staat und Ägypten. Großbritannien griff zugunsten Ägyptens ein, und der Bau des Abzweigs wurde aufgegeben. Der Vorgang ging als „Akaba-Frage“ in die Geschichte ein (TDV).
TDV bezeichnet die Strecken von Medina nach Mekka und von Dschidda nach Mekka als gemeinsamen Wunsch aller Muslime. Sie wurden nie gebaut. Scherif Hussein und die ihm unterstehenden Beduinenscheichs lehnten sie ab: Er wusste, dass eine Strecke nach Mekka und Dschidda seine politische und militärische Macht brechen würde. Nach dem Tripolitanischen Krieg und den Balkankriegen wollten die Regierungen des Komitees für Einheit und Fortschritt keine neuen Schwierigkeiten im Hedschas und entschieden sich für ein gutes Verhältnis zu ihm. 1914 erhielt er neue Zugeständnisse und die Mitteilung, dass die Strecken Medina–Mekka und Dschidda–Mekka aufgegeben würden (TDV).
Deshalb blieben auch die Pilgerzahlen hinter den Erwartungen zurück. TDV nennt als Hauptgründe die fehlende Verbindung nach Dschidda und Mekka sowie die Kriegsjahre.
Krieg und Nachkriegszeit ein Waqf, eine Kapitulation und vier Abschnitte
Am 1. August 1914 wurde die Bahnverwaltung dem Ministerium für fromme Stiftungen (Evkaf) unterstellt und die Strecke als Waqf eingestuft. TDV bezeichnet sie als weltweit einzige Verkehrsinvestition, die ein Staat als Waqf-Einrichtung gebaut hat. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wechselte sie vom Ministerium zum Kriegsministerium. Im Juni 1916 erhob sich Scherif Hussein nach einer geheimen Vereinbarung mit den Briten. Laut TDV bereitete dies das Ende der Strecke vor. Trotz der Angriffe von Beduinen unter Führung britischer Offiziere blieb der größte Teil der Strecke unter osmanischer Kontrolle (TDV).
Für die osmanische Seite war die Bahn die einzige Möglichkeit, die Fronten auf dem Sinai, in Palästina und in Syrien zu unterstützen und Medina mit Damaskus verbunden zu halten. Die heiligen Reliquien aus Medina und Tausende Zivilisten wurden per Bahn nach Syrien gebracht. Am 10. Januar 1919 kapitulierte Medina, und die osmanische Kontrolle über die Strecke endete. Bis 1917 hatte das Netz mit seinen Abzweigen und den Gleisen von Kadem nach Damaskus 1.750 km erreicht (TDV).
Nach dem Krieg wurde die Strecke viergeteilt: Haifa–Semach blieb in Palästina, Mudawwara–Medina im Königreich Hedschas und später Saudi-Arabien, Damaskus–Daraa und Daraa–Semach in Syrien und Daraa–Mudawwara in Jordanien. Die syrischen, jordanischen und palästinensischen Abschnitte wurden von Regierungen unter britischem und französischem Mandat betrieben (TDV). Die Geschichtsseite der Gesellschaft nennt die Palästinensischen Eisenbahnen des britischen Mandats für Palästina als Betreiber der Strecke vom Ende des Ersten Weltkriegs bis 1948.
Der Abzweig nach Haifa hat seine eigene Geschichte. Die Baukonzession ging zunächst an ein britisches Unternehmen. Das Unternehmen scheiterte, der Staat kaufte seine Anlagen und Materialien und stellte den Abzweig 1905 fertig (TDV). Bereits 1902 war in Beirut eine Kommission für seinen Bau eingerichtet worden. TDV schreibt, dass der Abschnitt Daraa–Haifa geschlossen wurde.
1948 bildeten Saudi-Arabien, Jordanien und Syrien einen Ausschuss, um über den Wiederaufbau der Strecke zu sprechen. In Syrien und Jordanien gab es weiterhin etwas Personen- und Güterverkehr. 1975 baute Jordanien eine neue Strecke zum Rote-Meer-Hafen Akaba für den Phosphattransport. Laut dem 1998 gedruckten TDV-Eintrag lag der Abschnitt in Saudi-Arabien still, und seine Bahnhöfe waren verlassen.
Die Strecke heute

Bahnhof Medina
- 1326 n. H. (1908) als letzter Bahnhof der Strecke eröffnet (Visit Madinah).
- Seit 1419 n. H. (1998) ein Museum, etwa 1.020 m von der Prophetenmoschee entfernt (Visit Madinah).
- Medina liegt auch an der Haramain-Schnellfahrstrecke, deren Eröffnung Saudi Arabia Railways (SAR) mit 2018 angibt. Es ist eine andere Bahn.
In Jordanien nennt die Gesellschaft, die durch Gesetz Nr. 23 von 1952 zur Verwaltung und zum Betrieb des dortigen Bahneigentums gegründet wurde, ihre aktuellen Fahrten auf ihrer eigenen Website (geprüft am 20.10.2026). Sie nutzt den nördlichen Abschnitt der jordanischen Strecke für Touristen-, Studenten- und Familienfahrten.
Pläne, über die das türkische Verkehrs- und Infrastrukturministerium berichtet
- 23. September 2025: Laut dem Ministerium wurde bei einem technischen Treffen der Verkehrsministerien der Türkei, Syriens und Jordaniens am 11. September 2025 in Amman vereinbart, die fehlenden 30 km Gleisoberbau der syrischen Hedschasbahn mit Unterstützung der Türkei fertigzustellen. Jordanien soll prüfen, seine eigenen Hedschasbahn-Lokomotiven bis nach Damaskus verkehren zu lassen.
- 7. April 2026: Laut dem Ministerium unterzeichnete Minister Abdulkadir Uraloğlu bei einem von Jordanien ausgerichteten Treffen mit seinen syrischen und jordanischen Amtskollegen ein Memorandum zur Zusammenarbeit im Verkehr. Es zitiert ihn mit der Aussage, es wäre sinnvoll, das historische Erbe der Hedschasbahn im Einklang mit den heutigen Bedingungen wiederzubeleben.
- 2. Juli 2026: Das Ministerium zitiert den Minister mit der Aussage, die Türkei habe „vor kurzer Zeit“ ein Memorandum zur Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien unterzeichnet, um die „Neue und moderne Hedschasbahn“ wiederzubeleben.
Vier verbreitete Irrtümer
„Spenden haben sie bezahlt“
Laut TDV machten Spenden ein Drittel der Mittel aus. Die anderen zwei Drittel kamen aus Gehaltsabzügen, Briefmarken, Gebühren, Bergbaurechten, Häuten und Einnahmen auf den fertigen Abschnitten.
„Sie führte bis nach Mekka“
Sie endete in Medina. Die Strecken Medina–Mekka und Dschidda–Mekka wurden nie gebaut und 1914 aufgegeben (TDV).
„Pilger füllten die Züge“
Im Durchschnitt etwa 16.000 Pilger pro Jahr; 1911 erreichten 13.102 Medina. Insgesamt gab es 232.563 Fahrgäste im Jahr 1913. Soldaten waren es 77.761 im Jahr 1910 und 147.587 im Jahr 1914 (TDV).
„Die Überfälle von 1916 setzten ihr sofort ein Ende“
Trotz der Angriffe hielten osmanische Truppen während des Krieges den größten Teil der Strecke. Medina hielt bis zur Kapitulation am 10. Januar 1919 stand (TDV).
Kurze Antworten
Wo verlief die Hedschasbahn?
Von Damaskus in Syrien durch Jordanien nach Medina in Saudi-Arabien. Der Abzweig nach Haifa zweigte in Daraa ab (TDV; die Gesellschaft).
Wie lang war sie?
1.464 km mit dem Abzweig nach Haifa (TDV). Die Gesellschaft nennt für Damaskus–Medina 1.303 km. Bis 1917 erreichte das Netz mit weiteren Abzweigen 1.750 km (TDV).
Wann wurde sie gebaut?
Der Bau wurde am 2. Mai 1900 angeordnet und begann am 1. September 1900. Die Schienen erreichten Medina 1908; eröffnet wurde die Strecke am 1. September 1908 (TDV).
Wer bezahlte sie?
Etwa ein Drittel kam aus Spenden und zwei Drittel aus anderen Einnahmen (TDV). Die erste Spende von 50.000 Lira kam von Abdülhamid II.
Warum erreichte sie Mekka nicht?
Scherif Hussein und die ihm unterstehenden Beduinenscheichs lehnten die Strecken Medina–Mekka und Dschidda–Mekka ab; 1914 wurden sie aufgegeben (TDV).
Fährt sie noch?
In Jordanien nennt die Gesellschaft aktuelle Fahrten auf ihrer eigenen Website. Laut TDV war der Abschnitt Daraa–Haifa geschlossen, und der Abschnitt in Saudi-Arabien lag 1998 still. Das türkische Verkehrs- und Infrastrukturministerium berichtet über Pläne: Am 23. September 2025 erklärte es, die fehlenden 30 km Gleisoberbau der syrischen Hedschasbahn sollten mit Unterstützung der Türkei fertiggestellt werden, und am 2. Juli 2026 zitierte es seinen Minister zu einem Memorandum mit Saudi-Arabien, um die „Neue und moderne Hedschasbahn“ wiederzubeleben. Die Haramain-Schnellfahrstrecke ist eine andere Bahn.
Was ist das Hedschasbahn-Museum?
Der 1908 eröffnete Bahnhof in Medina ist seit 1998 ein Museum (Visit Madinah).
Quellen
Quellenliste öffnen
- Hicaz Demiryolu — TDV İslâm Ansiklopedisi, Ufuk Gülsoy und William Ochsenwald, 1998 (Bd. 17, S. 441–445), geprüft am 20.10.2026
- About the corporation — Jordanische Hedschasbahn-Gesellschaft, geprüft am 20.10.2026
- History and culture — Jordanische Hedschasbahn-Gesellschaft, geprüft am 20.10.2026
- Trips — Jordanische Hedschasbahn-Gesellschaft, geprüft am 20.10.2026
- Our story — Saudi Arabia Railways (SAR), geprüft am 20.10.2026
- Hijaz Railway Museum — Visit Madinah, geprüft am 20.10.2026
- Tarihi Hicaz Demiryolu yeniden canlanıyor — T.C. Ulaştırma ve Altyapı Bakanlığı, 23. September 2025, geprüft am 20.10.2026
- Türkiye-Suriye-Ürdün arasında ulaştırmada ortak adım — T.C. Ulaştırma ve Altyapı Bakanlığı, 7. April 2026, geprüft am 20.10.2026
- Kabotajda yeni yüzyılın rotası: Türkiye yüzyılı — T.C. Ulaştırma ve Altyapı Bakanlığı, 2. Juli 2026, geprüft am 20.10.2026





