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Türkische Nationalhymne İstiklal Marşı: Text, Geschichte & Bedeutung

8 Min. Lesezeit Aktualisiert: January 13, 2026

Kaum ein Land beginnt den Schultag so geschlossen wie die Türkei: Jeden Montag erklingt landesweit der İstiklal Marşı. Die Nationalhymne ist bis heute ein fester Bestandteil des Alltags – nicht nur bei Staatsakten, sondern im ganz normalen Leben.

Der İstiklal Marşı (Unabhängigkeitsmarsch) wurde am 12. März 1921 von der Großen Nationalversammlung angenommen – mitten im Befreiungskrieg und noch vor der offiziellen Staatsgründung. Der Text stammt vom Nationaldichter Mehmet Akif Ersoy, die heute gebräuchliche Melodie von Osman Zeki Üngör, später orchestriert von Edgar Manas. Obwohl das Gedicht zehn Strophen umfasst, werden bei offiziellen Anlässen traditionell nur die ersten beiden gesungen.

Türkische Nationalhymne Text und Bedeutung

Bedeutung und Symbolik

Der İstiklal Marşı steht – neben der Flagge – für nationale Einheit. Er wird bei staatlichen Zeremonien, Sportveranstaltungen, Schulfeiern und Gedenktagen stehend und in absoluter Ruhe gesungen. Gespräche, Applaus oder Bewegung gelten dabei als respektlos.

Mehmet Akif Ersoy verband religiöse Überzeugung mit patriotischem Pflichtgefühl. In Anlehnung an Denker wie Rumi verknüpft er den Kampf um das Vaterland mit moralischer Verantwortung. Das berühmte erste Wort „Korkma!“ („Fürchte dich nicht!“) ist bis heute eine Art kollektiver Zuspruch – besonders in Krisenzeiten.

Die Geschichte der Entstehung

Während des türkischen Befreiungskrieges schrieb das Bildungsministerium einen Wettbewerb für eine Nationalhymne aus. Insgesamt gingen 724 Gedichte ein, doch keines überzeugte. Mehmet Akif Ersoy nahm zunächst nicht teil, da ein Preisgeld von 500 Lira ausgelobt war – für ihn unvereinbar mit patriotischer Dichtung.

Erst nach persönlichem Zureden des damaligen Bildungsministers Hamdullah Suphi und der Zusicherung, das Geld spenden zu dürfen, reichte Ersoy sein Gedicht ein. Am 12. März 1921 wurde es im Parlament unter starkem Beifall angenommen.

Das Preisgeld spendete Ersoy an die Organisation Darülmesai, die Frauen und Kinder durch handwerkliche Ausbildung unterstützte. Bemerkenswert: Er nahm den İstiklal Marşı nie in seine Gedichtsammlung Safahat auf. Seine Begründung ist bis heute bekannt: „Dieses Werk gehört nicht mir, sondern der Nation.“

Zeitgleich prägten auch Intellektuelle wie Halide Edip Adıvar mit Reden und Schriften das nationale Selbstverständnis.

Aktuelle Bedeutung und Gedenktage

Der 12. März wird jedes Jahr offiziell als „Tag der Annahme des İstiklal Marşı und Gedenktag für Mehmet Akif Ersoy“ begangen. Landesweit finden Schulprogramme, Lesungen, Theateraufführungen und Ausstellungen statt. Besonders beliebt ist der Rezitationswettbewerb „İstiklâl Marşı’nı Güzel Okuma Yarışması“, an dem Schüler aller Altersstufen teilnehmen.

Auch außerhalb der Türkei – etwa an türkischen Schulen und Kulturvereinen in Deutschland – gehört die gemeinsame Rezitation der Hymne fest zum Jahreskalender. Ein praktischer Tipp: Bei offiziellen Veranstaltungen wird erwartet, dass auch Gäste während der Hymne aufstehen.

Die Hymne im Bildungssystem

Im türkischen Schulwesen ist der İstiklal Marşı fest verankert. Der Text hängt in jedem Klassenzimmer – gemeinsam mit der Flagge und dem Porträt Atatürks. Schüler lernen nicht nur den Wortlaut, sondern analysieren im Türkischunterricht auch Sprachbilder, historische Bezüge und religiöse Motive.

Der Bezug zum Gebetsruf (Ezan) verdeutlicht die historische Verbindung zwischen Glauben und nationaler Identität – ein Thema, das auch im Beitrag Wie wurden die Türken muslimisch ausführlich erklärt wird.

Rechtlicher Status und Protokoll

Der İstiklal Marşı steht unter besonderem rechtlichem Schutz. Gesetze regeln Aufführung, Veränderung und öffentliche Nutzung. Eine Verfremdung oder respektlose Darstellung kann strafrechtliche Folgen haben. Musikalisch existieren zwei offizielle Fassungen: eine für den Massengesang und eine für staatliche Zeremonien.

Deutsche Übersetzung der Türkischen Nationalhymne

Sinngemäße Übersetzung zur inhaltlichen Orientierung.

Fürchte dich nicht, sie erlischt nicht, die in diesem Morgengrauen flatternde rote Flagge,
Solange nicht der letzte Ofen aufhört über meiner Heimat zu rauchen.
Es ist der Stern meines Volkes, der glänzen wird;
Es ist mein, es ist nur der meines Volkes allein.

Mache bitte keine finstere Miene, o zierliche Mondsichel!
Lächle meinem mutigen Volk zu; wozu diese Strenge, wozu dieser Zorn?
Sonst wird unser für dich vergossenes Blut nicht erlaubt.
Die Unabhängigkeit ist das Recht meines an Gott glaubenden Volkes.

Ich habe schon immer frei gelebt und werde weiterhin frei leben.
Ich wundere mich, welcher Verrückte könnte mich in Ketten legen?
Bin wie ein reißender Strom: Über meine Ufer ströme ich.
Zerreiße die Berge, passe nicht in die Täler, überflute sie.

Auch wenn eine Eisenmauer die Grenzen des Westens umgibt,
Habe ich eine Brust voller Glauben und Kraft mich dem entgegenzustellen.
Lass ihn bellen, fürchte dich nicht! Wie soll er einen solchen Glauben unterdrücken,
Das, was du „Zivilisation“ nennst, ist eine Bestie mit nur noch einem Zahn?

Freund! Lass die Niederen nicht in mein Land,
Mache deinen Körper zum Verteidigungswall, damit aufhört dieser unerbittliche Überfall.
Die Tage, die dir Gott versprochen hat, werden kommen,
Wer weiß, vielleicht Morgen, vielleicht schon früher als Morgen.

Nenne die Erde auf der du gehst nicht nur „Erde“, erkenne sie!
Vergiss nicht jene, die darunter zu tausenden unbeerdigt liegen.
Du bist der Sohn eines Märtyrers, brich deinen Ahnen nicht das Herz,
Auch wenn man dir die Welt verspricht, gib diese himmlische Heimat nicht auf.

Wer würde sich nicht für diese himmlische Heimat opfern?
Märtyrer würden hervorquellen, drückst du die Erde, Märtyrer!
Möge Gott mein Leben, meine Geliebten, all mein Hab und Gut nehmen,
Doch möge Er mich niemals von meiner einzigen Heimat in der Welt trennen.

Der einzige Wunsch meiner Seele von Dir, o Gott, ist dieser:
Es soll keine fremde Hand die Brust meines Tempels berühren!
Diese Gebetsrufe, deren Zeugnisse die Grundlage der Religion sind,
Sollen ewig über meiner Heimat erklingen.

Dann wird mein Grabstein, wenn es einen gibt, tausendmal in Ekstase niederknien,
Aus jeder meiner Wunden, o Gott, werden blutige Tränen strömen,
Mein Leichnam wird wie ein reiner Geist aus der Erde hervorquellen;
Dann wird mein Haupt vielleicht zum Himmel emporsteigen.

Welle auch du, o glorreicher Halbmond, wie die Morgenröten!
Mögen all meine vergossenen Blutstropfen nun gesegnet sein.
Ewig gibt es für dich keinen Untergang, für meine Rasse keine Vernichtung.
Die Freiheit ist das Recht meiner frei gelebt habenden Flagge;
Die Unabhängigkeit ist das Recht meines an Gott glaubenden Volkes!

Originaltext in osmanischer Schrift

قورقما، سونمز بو شفقلرده یوزن آل سنجاق؛
سونمه‌دن یوردمڭ اوستنده توتن اڭ صوڭ اوجاق.
او بنم ملتمڭ ییلدیزیدر، پارلایاجق؛
او بنمدر، او بنم ملتمڭدر آنجاق.

چاتما، قربان اولایم، چهره‌ڭی ای نازلی هلال!
قهرمان عرقمه بر گول! نه بو شدت، بو جلال؟
سڭا اولماز دكولن قانلریمز صوڭره حلال…
حقیدر، حقه طاپان، ملتمڭ استقلال!

بن ازلدن بریدر حُر یاشادم، حُر یاشارم.
هانگی چیلغین بڭا زنجیر ووراجقمش؟ شاشارم!
کوکره‌مش سئل گیبی‌یم، بندمی چیگنر، آشارم.
ییرتارم داغلری، اڭینلره صیغمام، طاشارم.

غاربڭ آفاقنی صارمشسه چلیك زرهلی دیوار،
بنم ایمان طولو گؤگسوم گیبی سرحدم وار.
اولوسون، قورقما! نصل بویله بر ایمانی بوغار،
“مدنیت!” دیدیگڭ تك دیشی قالمش جانوار؟

آرقداش! یوردمه آلچاقلری اوغراتما صاقین،
سیپر ایت گؤوده‌ڭی، دورسون بو حیاسزجه آقىن.
طوغاجقدر سڭا وعد ایتدیگی گونلر حقڭ،
كیم بیلیر، بلكه یارین، بلكه یاریندن ده یاقین.

باسدیغڭ یرلری “طوپراق!” دیه‌رك گچمه، طانی!
دوشون آلتنده‌كی بیڭلرجه كفنسیز یاتانی.
سن شهید اوغلی‌سین، اینجیتمه، یازیقدیر آتانی،
ویرمه، دنیالری آلسڭ ده بو جنت وطنی.

كیم بو جنت وطنڭ اوغرینه اولماز كه فدا؟
شهدا فیشقیراجق طوپراغی صیقسڭ، شهدا!
جانی، جانانی، بوتون واریمی آلسین ده خدا،
ایتمه‌سین تك وطنمدن بنی دنیاده جدا.

روحمڭ سندن، الهی، شودر آنجاق املی:
دگمه‌سین معبدمڭ گؤگسنه نامحرم الی!
بو اذانلر، كه شهادتلری دینڭ تملی،
ابدی یوردمڭ اوستنده بنم ایڭله‌مه‌لی.

او زمان وجد ایله بیڭ سجده ایده‌ر، وارسه طاشم،
هر جریحم دن، الهی، بوشانوب قانلی یاشیم،
فیشقیریر روح مجرد گیبی یردن نعشیم؛
او زمان یوكسه‌له‌رك عرشه دگر بلكه باشم.

دالغالان سن ده شفقلر گیبی ای شانلی هلال!
اولسون آرتق دكولن قانلریمڭ هپسی حلال.
ابدیا سڭا یوق، عرقمه یوق اضمحلال.
حقیدر، حُر یاشامش بایراغمڭ حریت؛
حقیدر، حقه طاپان ملتمڭ استقلال!

Türkischer Originaltext (Lateinische Schrift)

Korkma, sönmez bu şafaklarda yüzen al sancak;
Sönmeden yurdumun üstünde tüten en son ocak.
O benim milletimin yıldızıdır, parlayacak;
O benimdir, o benim milletimindir ancak.

Çatma, kurban olayım, çehreni ey nazlı hilal!
Kahraman ırkıma bir gül! Ne bu şiddet, bu celal?
Sana olmaz dökülen kanlarımız sonra helal…
Hakkıdır, Hakk’a tapan, milletimin istiklal!

Ben ezelden beridir hür yaşadım, hür yaşarım.
Hangi çılgın bana zincir vuracakmış? Şaşarım!
Kükremiş sel gibiyim, bendimi çiğner, aşarım.
Yırtarım dağları, enginlere sığmam, taşarım.

Garbın afakını sarmışsa çelik zırhlı duvar,
Benim iman dolu göğsüm gibi serhaddim var.
Ulusun, korkma! Nasıl böyle bir imanı boğar,
“Medeniyet!” dediğin tek dişi kalmış canavar?

Arkadaş! Yurduma alçakları uğratma sakın,
Siper et gövdeni, dursun bu hayasızca akın.
Doğacaktır sana vadettiği günler Hakk’ın,
Kim bilir, belki yarın, belki yarından da yakın.

Bastığın yerleri “toprak!” diyerek geçme, tanı!
Düşün altındaki binlerce kefensiz yatanı.
Sen şehit oğlusun, incitme, yazıktır atanı,
Verme, dünyaları alsan da bu cennet vatanı.

Kim bu cennet vatanın uğruna olmaz ki feda?
Şüheda fışkıracak toprağı sıksan, şüheda!
Canı, cananı, bütün varımı alsın da Hüda,
Etmesin tek vatanımdan beni dünyada cüda.

Ruhumun senden, İlahi, şudur ancak emeli:
Değmesin mabedimin göğsüne namahrem eli!
Bu ezanlar, ki şehadetleri dinin temeli,
Ebedî yurdumun üstünde benim inlemeli.

O zaman vecd ile bin secde eder, varsa taşım,
Her cerihamdan, İlahi, boşanıp kanlı yaşım,
Fışkırır ruh-ı mücerret gibi yerden naaşım;
O zaman yükselerek arşa değer belki başım.

Dalgalan sen de şafaklar gibi ey şanlı hilal!
Olsun artık dökülen kanlarımın hepsi helal.
Ebediyen sana yok, ırkıma yok izmihlal.
Hakkıdır, hür yaşamış bayrağımın hürriyet;
Hakkıdır, Hakk’a tapan milletimin istiklal!

Audio: Türkische Nationalhymne (MP3)

Instrumentalversion der Türkischen Nationalhymne

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