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Osmanisches Bulgarien: Daten und erhaltene Bauwerke

Bulgariens Weg aus dem Osmanischen Staat: Fürstentum, Vereinigung und Unabhängigkeit. Die Daten und sechs erhaltene osmanische Bauwerke.

22 Min. Lesezeit Aktualisiert: 24.10.2026
Foto: Die Banja-Baschi-Moschee in Sofia in Sepia, mit ihrer überkuppelten Gebetshalle und einem hohen Minarett, Menschen und Karren auf dem Vorplatz sowie einem Gebäude mit Bogenfenstern links
Die Banja-Baschi-Moschee und ihr Vorplatz in Sofia, Ende des 19. Jahrhunderts. Foto: unbekannter Fotograf, Ende des 19. Jahrhunderts, Schwedisches Reichsantiquaramt; CC0 1.0, Dateiseite.

Bulgarien löste sich in drei Schritten aus dem Osmanischen Staat: 1878 entstand ein Fürstentum unter dem Sultan, 1885 folgte die Vereinigung mit Ostrumelien und 1908 die Erklärung der Unabhängigkeit, die der Osmanische Staat 1909 anerkannte. Bulgarien nutzte damals den Julianischen Kalender. Deshalb kann ein Tag zwei Daten tragen; die Kalenderblätter ordnen sie einander zu. Sechs osmanische Bauwerke aus den 1420er-Jahren bis zu den frühen 1800er-Jahren sind erhalten, von den Rhodopen bis zur Donau.

Kurz gesagt · geprüft am 24.10.2026

Bulgarien löste sich in drei Schritten aus dem Osmanischen Staat: 1878, 1885 und 1908.

  • 1878: Der Berliner Vertrag schafft das Fürstentum Bulgarien, das dem osmanischen Sultan untersteht.
  • 1885: Das Fürstentum und Ostrumelien vereinigen sich.
  • 1908: Die Unabhängigkeit wird am 5. Oktober erklärt (22. September julianisch). Der Osmanische Staat erkennt sie am 19.04.1909 an.
  • Zwei Daten, ein Tag: Bulgarien nutzte den Julianischen Kalender bis 1916. Die Kalenderblätter zeigen jeden Tag in drei Kalendern.
  • Die Bauwerke: sechs osmanische Bauwerke, jeweils mit bulgarischem und türkischem Namen sowie einer Frage für unterwegs.

Geprüft am 24.10.2026

In drei Schritten aus dem Osmanischen Staat

Wählen Sie ein Jahr, dann einen Grenzstein.

1234512312SofiaPlowdiwTarnowoWarnaBurgasEdirneIstanbulThessalonikiRumänienSerbienSchwarzes MeerOsmanische GebieteBalkangebirgeFürstentum63.725 km²rund 2 Mio. EinwohnerOstrumelien32.974 km²rund 816.000 EinwohnerFürstentum mit OstrumelienBulgarien, unabhängigMazedonien
Dem Sultan unterstellt187818851908

Der am 13.07.1878 unterzeichnete Berliner Vertrag schafft das Fürstentum Bulgarien, das dem osmanischen Sultan untersteht, und die Provinz Ostrumelien.

Der Staat
Ein Fürstentum zwischen Donau und Balkangebirge: „ein autonomes und tributpflichtiges Fürstentum unter der Oberhoheit Seiner Kaiserlichen Majestät des Sultans“. Oberhoheit bedeutet übergeordnete Herrschaft. Es hatte eine christliche Regierung und eine eigene Miliz. Die Hauptstadt war Sofia.
Der Fürst
Die Bevölkerung wählt den Fürsten frei. Die Hohe Pforte, die osmanische Regierung, bestätigt ihn mit Zustimmung der Großmächte. Er darf keiner Herrscherfamilie der Großmächte entstammen.

Berliner Vertrag, Art. I, III; Belleten 2021

Tribut
Die Höhe bleibt offen. Die Großmächte legen sie am Ende des ersten Jahres der neuen Ordnung anhand der durchschnittlichen Einkünfte des Gebiets fest.
Heer
Das osmanische Heer bleibt nicht mehr in Bulgarien, und die alten Festungen werden geschleift.

Berliner Vertrag, Art. IX, XI

Die Provinz
Südlich des Balkangebirges schafft der Vertrag einen zweiten Teil: Ostrumelien. Es bleibt „unter der unmittelbaren politischen und militärischen Herrschaft“ des Sultans. Es hat Verwaltungsautonomie und einen christlichen Generalgouverneur, den die Hohe Pforte mit Zustimmung der Großmächte für fünf Jahre ernennt.

Berliner Vertrag, Art. XIII, XVII

03.03.1878
Der Krieg von 1877–78 endete zweimal. Der erste Frieden, in San Stefano unterzeichnet, hätte ein Bulgarien mit 172.000 km² geschaffen. Bulgarien feiert diesen Tag noch heute als Nationalfeiertag.
13.07.1878
Der Berliner Kongress teilte die bulgarischen Gebiete in drei Teile: das Fürstentum, Ostrumelien und Mazedonien. Südthrakien und ganz Mazedonien blieben osmanisch.

Agentur für Auslandsbulgaren; Belleten 2021

Eigentum
Muslimische Eigentümer, die außerhalb des Fürstentums lebten, behielten ihr Eigentum darin.
Waqfs
Eine türkisch-bulgarische Kommission sollte innerhalb von zwei Jahren die Fragen zum Staatseigentum und zu den religiösen Stiftungen, den Vakoufs (Waqfs), klären.
Der Kommissar
Der Osmanische Staat unterhielt einen Kommissar in Sofia. Der erste, Pertev Efendi, wurde im September 1878 ernannt.

Berliner Vertrag, Art. XII; Belleten 2021

Am 18.09.1885 (6. September julianisch) vereinigen sich das Fürstentum und Ostrumelien.

14. September
Die Vereinigung begann mit einem Aufstand in Panagjurischte (2. September julianisch).
17.–18. September
Sie wurde mit Hilfe des Heeres in Plowdiw in der Nacht vom 17. auf den 18. September vollzogen (5. auf den 6. September julianisch).
18. September
Zum ersten Mal wurde die bulgarische Flagge über dem Konak, dem Regierungsgebäude in Plowdiw, gehisst. Sie verkündete, dass das Fürstentum und Ostrumelien vereint waren.

Agentur für Auslandsbulgaren; Präsidentschaft Bulgariens

Großmächte
Sie warnten den Osmanischen Staat davor, in Ostrumelien einzumarschieren.
Griechenland, Serbien, Rumänien
Es gelang ihnen nicht, ein Bündnis gegen Bulgarien zu bilden.
Russland
Es sprach sich gegen die Vereinigung aus.
Großbritannien
Es verteidigte die Vereinigung.

Agentur für Auslandsbulgaren

Die Antwort
Sultan Abdülhamid II. antwortete nicht mit Gewalt. Er entließ Nihad Pascha, seinen Kommissar in Sofia, und ließ es ansonsten geschehen.
Warum
Die Provinz brachte wenig Geld ein und bereitete ständig Sorgen. Außerdem wollte er Bulgarien von Russland fernhalten.

Belleten 2021

Die Unabhängigkeit wird am 05.10.1908 erklärt (22. September julianisch). Der Osmanische Staat erkennt sie mit dem Istanbuler Protokoll vom 19.04.1909 an.

Erklärung
Fürst Ferdinand erklärte in Weliko Tarnowo auf dem Hügel Zarewez in einem Brief an Abdülhamid II. die Unabhängigkeit. Er nahm den Zarentitel an.

Belleten 2021; Regionalverwaltung Weliko Tarnowo

19.04.1909
Das Istanbuler Protokoll: Der Osmanische Staat erkannte Bulgariens Unabhängigkeit an.
Zusatzprotokoll
Die Muslime Bulgariens erhielten Minderheitenrechte; ihre Rechte in Bildung und Religion wurden garantiert.
Dazwischen
Der osmanische Protest, die Antworten der Großmächte, das Geld und die Gespräche in Sankt Petersburg.

Belleten 2021

Karte: Küsten und Donau aus Natural Earth (gemeinfrei); die Grenzen von 1878 sind der Karte von Edward Hertslet von 1878 nachgezeichnet. Wo diese Karte keine Grenze zieht (im Süden Ostrumeliens, in Mazedonien), läuft die Farbe aus. Flächen und Bevölkerungszahlen von 1878: Agentur für Auslandsbulgaren, geprüft am 23.10.2026.

Geprüft am 22.10.2026

Ein Tag, drei Kalender

Wählen Sie ein Ereignis. Die drei Kalenderblätter zeigen denselben Tag nach der Zählung des jeweiligen Kalenders. Das markierte Kalenderblatt zeigt den Tag, den Bulgarien jedes Jahr begeht. Julianisch steht für den Julianischen Kalender, den Bulgarien bis 1916 nutzte. Rumi (Rûmî) ist der Sonnenkalender des Osmanischen Staates: Tag und Monat entsprechen dem Julianischen Kalender. Seine Jahreszahl liegt um 584 niedriger (im Januar und Februar um 585), da das Jahr im März beginnt. Jedes Ereignis endet mit einer Zeile zum Kopieren.

1878 · San Stefano

Vorfrieden von San Stefano

In San Stefano (Ayastefanos, heute Yeşilköy in Istanbul) wird ein Vorfrieden zwischen dem Russischen und dem Osmanischen Reich unterzeichnet. Auf Türkisch heißt der Krieg von 1877–78 nach dem Rumi-Jahr 1293 „93 Harbi“.

Julianisch

19

февруари

1878

Heutiger Kalender

3

März

1878

Bulgarien begeht diesen Tag

Rumi

19

Şubat

1293

Bulgarien feiert seinen Nationalfeiertag am 3. März, dem gregorianischen Datum des Vertrags. Nach dem damals noch verwendeten Julianischen Kalender war es der 19. Februar.

Derselbe Tag in drei Kalendern

19.02.1878 (julianisch) = 03.03.1878 (gregorianisch) = 19 Şubat 1293 (Rumi)

1878 · Berlin

Berliner Vertrag

Der Berliner Vertrag schafft zwischen Donau und Balkangebirge das Fürstentum Bulgarien, das dem osmanischen Sultan untersteht, und südlich davon die Provinz Ostrumelien.

Julianisch

1

юли

1878

Heutiger Kalender

13

Juli

1878

Rumi

1

Temmuz

1294

Der Vertrag trägt das Datum 13.07.1878; nach dem Julianischen Kalender Bulgariens war es der 1. Juli.

Derselbe Tag in drei Kalendern

01.07.1878 (julianisch) = 13.07.1878 (gregorianisch) = 1 Temmuz 1294 (Rumi)

1879 · Tarnowo

Verfassung von Tarnowo beschlossen

Die Versammlung in Weliko Tarnowo beschließt die Verfassung des Fürstentums Bulgarien.

Julianisch

16

април

1879

Bulgarien begeht diesen Tag

Heutiger Kalender

28

April

1879

Rumi

16

Nisan

1295

Bulgarien begeht den Verfassungstag am 16. April, dem julianischen Datum; nach heutigem Kalender fand die Abstimmung am 28. April statt.

Derselbe Tag in drei Kalendern

16.04.1879 (julianisch) = 28.04.1879 (gregorianisch) = 16 Nisan 1295 (Rumi)

1885 · Vereinigung

Das Fürstentum und Ostrumelien vereinigen sich

Das Fürstentum Bulgarien und Ostrumelien vereinigen sich. Bulgarien nennt dies Съединение (die Vereinigung); türkische Geschichtsdarstellungen sprechen von Annexion.

Julianisch

6

септември

1885

Bulgarien begeht diesen Tag

Heutiger Kalender

18

September

1885

Rumi

6

Eylül

1301

Bulgarien begeht die Vereinigung am 6. September, dem julianischen Datum; nach heutigem Kalender war es der 18. September.

Derselbe Tag in drei Kalendern

06.09.1885 (julianisch) = 18.09.1885 (gregorianisch) = 6 Eylül 1301 (Rumi)

1908 · Unabhängigkeit

Unabhängigkeit erklärt

Die Unabhängigkeit wird in Weliko Tarnowo auf dem Hügel Zarewez erklärt. Der Osmanische Staat erkennt sie mit dem Istanbuler Protokoll vom 19.04.1909 an (letztes Kalenderblatt).

Julianisch

22

септември

1908

Bulgarien begeht diesen Tag

Heutiger Kalender

5

Oktober

1908

Rumi

22

Eylül

1324

Bulgarien begeht die Unabhängigkeit am 22. September, dem julianischen Datum. Nach heutigem Kalender war es der 05.10.1908; dieses Datum verwenden türkische Geschichtsdarstellungen.

Derselbe Tag in drei Kalendern

22.09.1908 (julianisch) = 05.10.1908 (gregorianisch) = 22 Eylül 1324 (Rumi)

1909 · Anerkennung

Istanbuler Protokoll

Das Istanbuler Protokoll: Der Osmanische Staat erkennt Bulgariens Unabhängigkeit an.

Julianisch

6

април

1909

Heutiger Kalender

19

April

1909

Rumi

6

Nisan

1325

Das Protokoll trägt das Datum 19.04.1909; nach dem Julianischen Kalender Bulgariens war es der 6. April.

Derselbe Tag in drei Kalendern

06.04.1909 (julianisch) = 19.04.1909 (gregorianisch) = 6 Nisan 1325 (Rumi)

So passen die Kalenderblätter zusammen: Der Julianische Kalender lag ab dem 01.03.1800 um 12 Tage hinter dem heutigen Kalender, ab dem 01.03.1900 um 13 Tage. Das Rumi-Datum übernimmt den julianischen Tag und Monat; seine Jahreszahl entspricht der julianischen Jahreszahl minus 584 (im Januar und Februar minus 585). Deshalb heißt der Krieg von 1877–78 auf Türkisch „93 Harbi“: Der 03.03.1878 war der 19 Şubat 1293.

1878: die Berliner Regelung

Der Krieg von 1877–78 endete zweimal. Der am 03.03.1878 in San Stefano (Ayastefanos, heute Yeşilköy in Istanbul) unterzeichnete Vorfrieden hätte ein viel größeres Bulgarien geschaffen. Der Berliner Kongress änderte den Plan. Der Vertrag vom 13.07.1878 teilte die bulgarischen Gebiete in drei Teile.

Illustration: Delegierte des Berliner Kongresses in Uniformen und dunklen Mänteln, stehend und sitzend um einen Tisch auf einem roten Teppich in einem hohen Saal mit hohen Fenstern
Der Berliner Kongress, 1878. Gemälde: Anton von Werner, 1881; Reproduktion: Bulgarische Staatliche Archivagentur; gemeinfrei, Dateiseite.

Die erste Verfassung des Fürstentums entstand in einer Versammlung, die im Februar 1879 in Weliko Tarnowo zusammentrat und den Text am 28.04.1879 beschloss (16. April julianisch). Dreizehn ihrer Mitglieder waren Türken: Einer war gewählt, einer war der Mufti von Widin, der als Geistlicher teilnahm, und elf hatte der russische Generalgouverneur Dondukow ernannt.

Illustration: Schwarz-Weiß-Karte Bulgariens mit den in San Stefano vorgeschlagenen und in Berlin festgelegten Grenzen als dicken Linien; Ostrumelien ist im Süden markiert
Eine Karte von 1878 mit den im Vertrag von San Stefano vorgeschlagenen und im Berliner Vertrag festgelegten Grenzen Bulgariens. Karte: Edward Hertslet, 1878, Bibliothèque nationale de France; gemeinfrei, Dateiseite.

Quellen: Berliner Vertrag; Belleten 2021; Belleten 2000; Agentur für Auslandsbulgaren (3. März); Agentur für Auslandsbulgaren (Unabhängigkeit); Regionalverwaltung Weliko Tarnowo.

1885: die Vereinigung

Sieben Jahre später fiel die Grenze zwischen den beiden Hälften. Die Vereinigung wurde in Plowdiw in der Nacht vom 17. auf den 18.09.1885 vollzogen (5. auf den 6. September julianisch).

Wie der Osmanische Staat die Vereinigung akzeptierte

  1. 05.11.1885 (24. Oktober julianisch)In Konstantinopel beginnt eine Botschafterkonferenz.
  2. 14.11.1885 (2. November julianisch)Serbien erklärt Bulgarien den Krieg und überschreitet die Grenze. Die Konferenz wird unterbrochen.
  3. 03.03.1886In Bukarest wird der Frieden zwischen Bulgarien und Serbien unterzeichnet.
  4. Der AuswegDer bulgarische Fürst wird für fünf Jahre zum Generalgouverneur Ostrumeliens ernannt. Die Vereinigung bleibt bestehen, ohne dass der Berliner Vertrag auf dem Papier verletzt wird.
  5. 06.04.1886Ein Erlass Abdülhamids II. erkennt Ostrumelien als bulgarisches Gebiet an.
Foto: Eine gepflasterte Gasse in der Altstadt von Plowdiw zwischen einer hell verputzten Mauer links und einem dunklen zweigeschossigen Haus mit hölzernem Obergeschoss rechts; am Ende der Gasse steht ein grüner Baum
Die Altstadt von Plowdiw 2023. Die Vereinigung wurde dort in der Nacht vom 17. auf den 18.09.1885 vollzogen (5. auf den 6. September julianisch). Foto: Νικόλαος Κυριακάκης, 04.07.2023; CC BY-SA 4.0, Dateiseite.
Foto: Alexander von Battenberg im Profil, ein junger Mann mit dichtem dunklem Vollbart in einer Uniformjacke mit Fransenepauletten, Schärpe und Orden
Alexander von Battenberg, Fürst von Bulgarien. Foto: Dimitar Karastoyanov, zwischen 1879 und 1893; CC0 1.0, Dateiseite.
Foto: Sultan Abdülhamid II. im Profil, ein älterer bärtiger Mann mit Fes und Militärmantel, der sich an einer Kutschentür nach vorn beugt und den Griff eines Schwertes hält
Sultan Abdülhamid II. Foto: Sammlung Bain, 1908, Kongressbibliothek; gemeinfrei, Dateiseite.

Quellen: Agentur für Auslandsbulgaren (Vereinigung); Präsidialamt Bulgariens; Belleten 2021.

1908–1909: Erklärung und Anerkennung

Datierte Zettel

Unabhängigkeit, Zettel für Zettel

Die Daten folgen dem heutigen Kalender. Julianische Daten sind gekennzeichnet. Quellen: Belleten 2021; Agentur für Auslandsbulgaren.

  1. Jan.1908

    Die Regierung von Aleksandar Malinow, die die Unabhängigkeit anstrebte, trat in Sofia ihr Amt an.

  2. 23.Juli 1908

    Der Osmanische Staat setzte seine Verfassung wieder in Kraft.

  3. 13.Sept. 1908

    Tevfik Pascha, der osmanische Außenminister, gab in Istanbul ein Abendessen für die ausländischen Vertreter. Bulgariens Vertreter Iwan Geschow war nicht eingeladen: Bulgarien sei nicht unabhängig, sondern Teil des Osmanischen Staates, erklärte der osmanische Botschafter in Sankt Petersburg.

  4. Darauf

    Bulgariens Außenminister antwortete mit einem Memorandum, das Geschow zurückrief und die politischen Beziehungen abbrach.

  5. 5.Okt. 1908

    22. September julianisch

    Um 11.00 Uhr erklärte Fürst Ferdinand in Weliko Tarnowo auf dem Hügel Zarewez in einem Brief an Abdülhamid II. die Unabhängigkeit. Er nahm den Zarentitel an.

    Sepiafoto: Fürst Ferdinand mit Bart, Militärmantel, Mütze und weißem Koppel, vor einer Menge von Männern mit Zylindern und in Uniformen unter einem mit Kränzen und Flaggen geschmückten Bogen
    Ferdinand bei der Proklamation der Unabhängigkeit, 1908. Foto: Dimitar Ruseyski, 1908; gemeinfrei, Dateiseite.
  6. Sofort

    Der Osmanische Staat sandte Ferdinand ein Protesttelegramm. Er bat die Unterzeichnerstaaten des Berliner Vertrags, die Angelegenheit zu erörtern, und versuchte, mit Rumänien, Griechenland und Serbien ein Bündnis gegen Bulgarien zu bilden.

  7. Antworten

    Die Großmächte gaben Ratschläge, aber keine Unterstützung:

    • Griechenland werde den Großmächten folgen
    • Russland wollte eine friedliche Regelung
    • Großbritannien protestierte gegen Bulgarien, riet dem Osmanischen Staat aber, die Frage sorgfältig zu prüfen
    • Serbien bot dem Osmanischen Staat Rückhalt an, falls Bulgarien Truppen an der Grenze zusammenzöge

    Auf die Drohungen mit einem Handelskrieg, Zollproblemen, Sanktionen und sogar einem bewaffneten Angriff antwortete Bulgarien mit der Mobilmachung seines Heeres.

  8. Geld

    Russland bot dem Osmanischen Staat einen Ausweg an: Es würde ihm die Schulden von 125 Millionen Francs aus dem Krieg von 1877–78 erlassen, wenn der Osmanische Staat die Unabhängigkeit anerkannte.

    BulgarienOsmanischer StaatRussland125Millionen Francs

    Bulgarien zahlte dem Osmanischen Staat 125 Millionen Francs Kriegsentschädigung.

    Die Schulden des Osmanischen Staates bei Russland aus dem Krieg von 1877–78 wurden um denselben Betrag gekürzt.

    Eine bulgarische Delegation unter Andrei Ljaptschew regelte die Einzelheiten in Konstantinopel.

  9. 7.März 1909

    Rıfat Pascha, der osmanische Außenminister, reiste nach Sankt Petersburg und vereinbarte mit dem russischen Außenminister Alexander Iswolski ein Protokoll.

  10. 19.Apr. 1909

    Es folgte das Istanbuler Protokoll, mit dem der Osmanische Staat Bulgariens Unabhängigkeit anerkannte. Ein Zusatzprotokoll gewährte den Muslimen Bulgariens Minderheitenrechte und garantierte ihre Rechte in Bildung und Religion.

Foto: Der Festungshügel Zarewez über Weliko Tarnowo, mit Mauer- und Turmruinen am Hang und einer Kirche mit Glockenturm auf dem Gipfel; dahinter bewaldete Hügel
Der Hügel Zarewez in Weliko Tarnowo, wo Bulgariens Unabhängigkeit am 05.10.1908 erklärt wurde (22. September julianisch). Foto: MrPanyGoff, 22.04.2011; CC BY-SA 3.0, Dateiseite.

Quellen: Belleten 2021; Agentur für Auslandsbulgaren (Unabhängigkeit); Tourismusministerium (Bulgarien).

Nach 1909

Wer wen entsandte

Die Anerkennung brachte Botschaften

  1. Juni1909Von Istanbul nach Sofia

    Der Osmanische Staat ernannte Mustafa Asım Bey zum außerordentlichen Gesandten in Sofia. Er traf am 3. September ein und überreichte Ferdinand am 14. September sein Beglaubigungsschreiben.

  2. Nach demProtokollVon Sofia nach Istanbul

    Bulgarien ernannte Michail Sarafow zu seinem Botschafter in Istanbul.

  3. 27.Juli 1909In Sofia

    Die bulgarische Regierung setzte eine Kommission für die Waqfs, die religiösen Stiftungen, ein, die nur aus Bulgaren bestand. Die Anerkennung war daran geknüpft gewesen.

  4. 27.Okt. 1909In Sofia

    Der Bericht der Kommission wies Ansprüche auf die Rückgabe von 42 Waqfs zurück, unter anderem wegen fehlender Dokumente.

  5. 27.Dez. 1909Beide Seiten

    Ein Konsularabkommen wandelte die osmanischen Handelsvertretungen in Bulgarien in Konsulate und die Vertretung in Plowdiw in ein Generalkonsulat um.

  6. März1910Von Sofia nach Istanbul

    Ferdinand und seine Frau besuchten Istanbul.

  7. 8.Dez. 1910In Sofia

    Hocazade Mehmet Muhiddin Efendi, der Mufti von Sofia, wurde mit 25 Stimmen zum Großmufti Bulgariens gewählt. Der Mufti von Widin, Suleyman Rusdi, erhielt 9 Stimmen.

  8. 1911Beide Seiten

    Die beiden Staaten unterzeichneten einen Handels- und Schifffahrtsvertrag.

Quellen: Belleten 2021.

Muslime und türkische Abgeordnete, 1880–1910

Quellen: Belleten 2000.

Dieselben Ereignisse, zwei Namen

Die Türkei und Bulgarien benennen einige derselben Ereignisse unterschiedlich.

EreignisIn der TürkeiIn Bulgarien
Der Krieg von 1877–781877-1878 Osmanlı-Rus Savaşı (93 Harbi): 93 steht für das Rumi-Jahr 1293, in das der Krieg fiel„Russisch-türkischer Befreiungskrieg (1877-1878)“
03.03.1878Ayastefanos Antlaşması, unterzeichnet am 03.03.1878Der Vorfrieden von San Stefano, unterzeichnet am 03.03.1878
1885Das Fürstentum „annektierte Ostrumelien“Съединение, die Vereinigung des Fürstentums und Ostrumeliens
UnabhängigkeitErklärt am 05.10.1908 um 11.00 Uhr in einem Brief von Fürst Ferdinand an Abdülhamid II.Erklärt am 05.10.1908 (22. September julianisch) in Weliko Tarnowo auf dem Hügel Zarewez
1913Am 29.06.1913 erklärte Bulgarien Griechenland und Serbien den Krieg; als der Osmanische Staat die bulgarischen Streitkräfte in Bedrängnis sah, nahm er Edirne ein„Im Zweiten Balkan- (Interalliierten-)Krieg (1913) … von Rumänien, der Türkei und seinen früheren Verbündeten besiegt“

Quellen: Nationales Bildungsministerium (Türkei); Außenministerium (Bulgarien); Agentur für Auslandsbulgaren (3. März); Agentur für Auslandsbulgaren (Vereinigung); Präsidialamt Bulgariens; Belleten 2021; Agentur für Auslandsbulgaren (Unabhängigkeit).

Was heute noch steht

Von den Rhodopen bis zur Donau sind sechs osmanische Bauwerke erhalten. Wählen Sie eines am Wegweiser: Seine Karte zeigt den bulgarischen und den türkischen Namen sowie eine Frage für unterwegs (Къде е …? bedeutet „Wo ist …?“).

Geprüft am 22.10.2026

Sechs osmanische Bauwerke, ein Wegweiser

Wählen Sie einen Arm des Wegweisers, um die Karte zum jeweiligen Bauwerk zu drehen.

Dschumaja · Plowdiw

Foto: Die Dschumaja-Moschee in Plowdiw, ein langgestreckter Backsteinbau mit flachen Bleikuppeln und einem hohen Minarett mit gestreiftem Schaft; davor Sonnenschirme eines Cafés
Die Dschumaja-Moschee in Plowdiw. Foto: Explorer1940, 01.06.2009; CC BY-SA 4.0, Dateiseite.

Джумая джамия

Cuma Camii

Пловдив · Filibe

Erbaut
An der Stelle der Kirche der heiligen Petka von Tarnowo in Plowdiw, kurz nachdem das osmanische Heer die Stadt 1364 eingenommen hatte und sie zu Filibe geworden war. Unter Sultan Murad II. (1421–1451) wurde der alte Bau abgerissen und die heutige Moschee errichtet. Die Inschrift an der Vorhalle nennt das Jahr 827 des islamischen Kalenders, 1423.
Bauwerk
Die wichtigste muslimische Gebetsstätte in Plowdiw: eine 33 mal 27 Meter große Halle unter neun bleigedeckten Kuppeln. Auf jede Lage behauenen Steins folgen zwei Lagen Backstein. Das Minarett steht an der Nordostecke der Fassade. Auch Hüdavendigâr Camii genannt.

Quellen: Tourismusministerium (Bulgarien); Belleten 1986 (Mijatev)

Namenskarte zum Zeigen oder Kopieren

Джумая джамия, Пловдив

Cuma Camii, Filibe

Vor Ort fragen: „Wo ist …?“

Къде е Джумая джамия?

Cuma Camii nerede?

Tombul · Schumen

Foto: Der Hof der Tombul-Moschee in Schumen, mit weißen Säulen und rot-weiß gestreiften Bögen um einen gepflasterten Hof; links ein achteckiger Brunnen mit dunklem Dach und grün-cremefarbenen Bögen
Der Hof der Tombul-Moschee in Schumen mit dem Brunnen. Foto: Svik, 23.02.2007 (Upload in die bulgarische Wikipedia); CC BY-SA 3.0, Dateiseite.

Томбул джамия

Şerif Halil Paşa Camii

Шумен · Şumnu

Geschützt
Ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung, verzeichnet mit Minarett, Madrasa (Religionsschule), Grundschule, Brunnen, Höfen und der Brücke neben der Moschee.
Erbaut
Die osmanische Inschrift über der Vorhalle nennt das Jahr 1157 des islamischen Kalenders, 1744. Der türkische Name ist Şerif Halil Paşa Camii.
Restaurierung
TİKA, die türkische Agentur für Zusammenarbeit und Koordination, übernahm die Restaurierung der Moschee und ihrer Anlage; im Februar 2017 liefen die Arbeiten.

Quellen: Kulturministerium (Bulgarien); Belleten 1986 (Mijatev); TİKA

Namenskarte zum Zeigen oder Kopieren

Томбул джамия, Шумен

Şerif Halil Paşa Camii, Şumnu

Vor Ort fragen: „Wo ist …?“

Къде е Томбул джамия?

Şerif Halil Paşa Camii nerede?

Banja Baschi · Sofia

Foto: Die Banja-Baschi-Moschee in Sofia, ein roter Backsteinbau mit grauer Bleikuppel und einem hohen Minarett mit rotem Schaft und weißem Balkon; daneben Bäume unter bewölktem Himmel
Die Banja-Baschi-Moschee in Sofia. Foto: MrPanyGoff, 02.10.2010; CC BY-SA 3.0, Dateiseite.

Баня баши джамия

Banyabaşı Camii

София · Sofya

Bauwerk
Eine Moschee in Sofia, die wie die Moscheen Aytos Sultan Beyazıt und Rusçuk Mirza Said Paşa zu den von TİKA, der türkischen Agentur für Zusammenarbeit und Koordination, restaurierten Moscheen Bulgariens gehört.
Der Name
Banyabaşı bedeutet auf Türkisch „bei den Bädern“.

Quelle: TİKA

Namenskarte zum Zeigen oder Kopieren

Баня баши джамия, София

Banyabaşı Camii, Sofya

Vor Ort fragen: „Wo ist …?“

Къде е Баня баши джамия?

Banyabaşı Camii nerede?

Mustafa-Pascha-Brücke · Swilengrad

Foto: Die lange steinerne Mustafa-Pascha-Brücke über die breite Mariza, eine Reihe von Spitzbögen mit größeren Bögen in der Mitte, unter blauem Himmel
Die Mustafa-Pascha-Brücke über die Mariza bei Swilengrad. Foto: Vladislav Nedelev, 20.07.2017; CC BY 4.0, Dateiseite.

Мостът на Мустафа паша

Mustafa Paşa Köprüsü

Свиленград · Svilengrad

Erbaut
1528/29 (935 im islamischen Kalender). Benedetto Ramberti, Sekretär des venezianischen Botschafters bei Süleyman dem Prächtigen, überquerte sie 1534 und zählte zwanzig Bögen; der Deutsche Hans Dernschwam überquerte sie am 18.08.1553.
Bauwerk
Eine Straßenbrücke über die Mariza (Meriç) mit 20 Spitzbögen, deren mittlere vier deutlich größer sind. Sie ist 6 Meter breit und 299 bis 300 Meter lang. Sie gehörte zur Anlage einer wohltätigen Stiftung mit Karawanserei, Moschee, Markt und Bad. Auf Osmanisch-Türkisch heißt sie Cisr-i Mustafa Paşa.
Gerettet
Als die Mariza bei Swilengrad 1960 begradigt wurde, schlugen einige Fachleute den Abriss der Brücke vor. Das Ministerium für Bildung und Kultur, die Bulgarische Akademie der Wissenschaften und die Bevölkerung lehnten dies ab. 1963 brachte die Wasserverwaltung den Vorschlag erneut vor. Die Brücke steht noch; das Foto entstand 2017.

Quellen: Tourismusministerium (Bulgarien); Belleten 1964 (Eyice)

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Мостът на Мустафа паша, Свиленград

Mustafa Paşa Köprüsü, Svilengrad

Vor Ort fragen: „Wo ist …?“

Къде е Мостът на Мустафа паша?

Mustafa Paşa Köprüsü nerede?

Teufelsbrücke · Ardino

Foto: Die steinerne Teufelsbrücke mit drei Bögen über die Arda in einer bewaldeten Schlucht, darunter Felsen und ruhiges Wasser
Die Teufelsbrücke über die Arda bei Ardino. Foto: Klearchos Kapoutsis, 07.09.2008; CC BY 2.0, Dateiseite.

Дяволският мост

Şeytan Köprüsü

Ардино · Ardino

Erbaut
1515–1518 vom Baumeister Dimitar aus Nedelino auf den Überresten einer römischen Brücke an der alten Straße durch den Makaza-Pass errichtet.
Bauwerk
Eine Steinbrücke mit drei Bögen über die Arda in einer Schlucht etwa 10 Kilometer nordwestlich von Ardino, 420 Meter über dem Meeresspiegel. Sie ist 56 Meter lang und 3,5 Meter breit, ihr mittlerer Bogen 11,5 bis 12 Meter hoch. 1984 zum Kulturdenkmal erklärt. Ihr anderer bulgarischer Name, Шейтан кюприя, stammt vom türkischen Şeytan Köprüsü.

Quelle: Tourismusministerium (Bulgarien)

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Дяволският мост, Ардино

Şeytan Köprüsü, Ardino

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Къде е Дяволският мост?

Şeytan Köprüsü nerede?

Pazvantoğlu · Widin

Foto: Die Moschee von Osman Pazvantoğlu in Widin, ein weiß verputzter Bau mit hohem weißem Minarett hinter einem schwarzen Eisenzaun, umgeben von kahlen Bäumen
Die Moschee von Osman Pazvantoğlu in Widin. Foto: Fatih Su; CC BY-SA 4.0, Dateiseite.
Foto: Die nachts beleuchtete Bibliothek der Anlage von Osman Pazvantoğlu in Widin, ein Steinbau mit grauer Bleikuppel und einer kleineren Kuppel hinter einem Geländer
Die nachts beleuchtete Bibliothek der Anlage. Foto: Alex Angelov, 30.04.2008; CC BY-SA 3.0, Dateiseite.

Джамията на Осман Пазвантоглу

Pazvantoğlu Camii

Видин · Vidin

Bauherr
Um 1800 war Widin die Stadt Osman Pazvantoğlus: Die meisten dort erhaltenen osmanischen Bauwerke tragen seinen Namen.
Erbaut
Die Anlage stammt aus der Zeit vom späten 18. bis zum frühen 19. Jahrhundert.
Bauwerk
Von der Anlage sind nur die Moschee und die Bibliothek erhalten; sie umfasste auch eine Madrasa (Religionsschule) und eine Zawiya (kleine religiöse Niederlassung). Die Moschee ist ein quadratischer Steinbau mit einem einzigen Raum unter einer bleigedeckten Kuppel. Die Bibliothek besaß etwa 2.664 Bücher.

Quellen: Tourismusministerium (Bulgarien); Belleten 1986 (Mijatev)

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Джамията на Осман Пазвантоглу, Видин

Pazvantoğlu Camii, Vidin

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Къде е Джамията на Осман Пазвантоглу?

Pazvantoğlu Camii nerede?

Daten, in Stein gehauen

Viele dieser Bauwerke tragen ihr Baujahr als Inschrift im Stein. Jedes Jahr erscheint so, wie es eingemeißelt ist, im islamischen Kalender und im heutigen Kalender, beginnend mit dem ältesten.

InschriftendatumStadtBauwerk
797/1394ChaskowoDie Alte Moschee: grobe arabische Schriftzeilen über der Vorhalle
827/1423PlowdiwDie Dschumaja-Moschee: Inschrift an der Vorhalle aus der Zeit Murads II.
839/1435Weliko TarnowoDie Hisar-Moschee auf dem Zarewez (in den 1980er-Jahren bereits eine Ruine): arabische Inschrift aus der Zeit Murads II.
1002/1593SchumenEin Brunnen mit der ältesten bekannten Inschrift in Schumen, die den Gastwirt Hacı Mustafa nennt
1157/1744SchumenDie Tombul-Moschee (Şerif Halil Paşa Camii): Inschrift über der Vorhalle
1221/1812PlowdiwDer Uhrturm auf dem Sahat Tepe: „erbaut 1221/1812“
1271 · 26.10.1854SchumenEin Brunnen: türkische Verse mit der Jahreszahl 1271 und eine bulgarische Zeile mit dem Datum 26.10.1854
1285 · 17.03.1868PlowdiwDie nationale Zentralschule: eine osmanische Tafel mit der Tughra des Sultans und eine bulgarische Tafel, laut der sie auf seine Fermane hin mit Hilfe der bulgarischen Bürger Plowdiws errichtet wurde
1287/1870Weliko TarnowoDas alte Militärdepot, später das Gerichtsarchiv der Stadt: sechszeilige osmanische Inschrift

Der Uhrturm von Plowdiw trägt die Jahreszahl 1812, während Bulgariens Tourismusministerium ihn ins 16. Jahrhundert datiert.

Quellen: Belleten 1986; Tourismusministerium (Bulgarien).

Die Kalender, in einer Minute

Illustration: Ein Wandbrett aus Eichenholz mit drei leeren Abreißkalenderblättern, eines cremefarben, eines grauweiß und eines in verblasstem Rosa, an Messinghaken aufgehängt
Ein Tag, drei Zahlen: Julianisch, Gregorianisch und Rumi.
  • Julianisch: der Julianische Kalender. Bulgarien wechselte 1916 zum Gregorianischen Kalender. Der Julianische Kalender lag ab dem 01.03.1800 um 12 Tage hinter dem Gregorianischen Kalender, ab dem 01.03.1900 um 13 Tage.
  • Rumi: der Sonnenkalender des Osmanischen Staates, der für die Finanzen genutzt wurde. Seine Jahreszahlen lagen um 584 hinter den gregorianischen, und das Jahr begann im März. Der Krieg von 1877–78 fiel in das Rumi-Jahr 1293, daher „93 Harbi“.
  • Gregorianisch: der heutige Kalender, der in der Türkei seit dem 01.01.1926 gilt.

Deshalb können ein bulgarisches und ein osmanisches Dokument vom selben Tag unterschiedliche Zahlen tragen.

Kurze Antworten

Wann löste sich Bulgarien aus dem Osmanischen Staat?

In drei Schritten: 1878 entstand ein Fürstentum unter dem Sultan, 1885 folgte die Vereinigung mit Ostrumelien und 1908 die Erklärung der Unabhängigkeit. Der Osmanische Staat erkannte die Unabhängigkeit am 19.04.1909 an.

Warum hat derselbe Tag zwei Daten?

Bis 1916 nutzte Bulgarien den julianischen Kalender, der 1908 dem gregorianischen Kalender um 13 Tage nachging. Die Unabhängigkeit fällt im gregorianischen Kalender auf den 5. Oktober und im julianischen Kalender auf den 22. September. Bulgarien begeht den Jahrestag nach der julianischen Tageszahl; türkische Geschichtsdarstellungen verwenden das gregorianische Datum.

Was bedeutet „93 Harbi“?

So heißt auf Türkisch der Krieg von 1877–78. Die 93 steht für das Rumi-Jahr 1293, in das der Krieg fiel.

Was war Ostrumelien?

Eine Provinz südlich des Balkangebirges, die durch den Berliner Vertrag geschaffen wurde. Der Sultan behielt die politische und militärische Herrschaft darüber. Ein von der Hohen Pforte ernannter christlicher Generalgouverneur verwaltete sie für fünf Jahre. Sie vereinigte sich 1885 mit dem Fürstentum.

Welche osmanischen Bauwerke sind in Bulgarien erhalten?

Die Dschumaja-Moschee in Plowdiw, die Tombul-Moschee in Schumen, Banja Baschi in Sofia, die Mustafa-Pascha-Brücke in Swilengrad, die Teufelsbrücke bei Ardino sowie die Moschee und Bibliothek von Pazvantoğlu in Widin. Datierte Inschriften an osmanischen Bauwerken in Bulgarien reichen von 1394 bis 1870.

Wie fragen Sie auf Bulgarisch danach?

Jede Karte am Wegweiser enthält eine Frage, die mit Къде е („Wo ist“) beginnt, samt türkischer Entsprechung und einer Namenskarte zum Zeigen. Sie können die Frage oder die Namenskarte kopieren.

Quellen

Geprüfte Seiten anzeigen
  1. Berliner Vertrag, 13.07.1878 — englischer Text im American Journal of International Law, Supplement, Bd. 2 (1908), geprüft am 24.10.2026
  2. Bulgaristan’da Prenslik Döneminde Türklerin Sosyal ve Siyasal Kurumlaşma Çalışmaları — Belleten, Türkische Historische Gesellschaft, 2000, geprüft am 24.10.2026
  3. The Independence Process of Bulgaria and the First Ambassador of the Ottoman Empire to Sofia, Mustafa Asım Bey — Belleten, Türkische Historische Gesellschaft, 2021, geprüft am 23.10.2026
  4. Bulgaristan’daki Osmanlı Anıtları — Belleten, Türkische Historische Gesellschaft, 1986, geprüft am 22.10.2026
  5. Svilengrad’da Mustafa Paşa Köprüsü (Cisr-i Mustafa Paşa) — Belleten, Türkische Historische Gesellschaft, 1964, geprüft am 22.10.2026
  6. Tarih 11, 3. Ünite özeti — Nationales Bildungsministerium (Türkei), geprüft am 22.10.2026
  7. Tarih 9, Tarih ve Zaman — Nationales Bildungsministerium (Türkei), geprüft am 22.10.2026
  8. Türkiye Balkanlar’daki Osmanlı yadigâri eserlere sahip çıkıyor — TİKA, geprüft am 22.10.2026
  9. 113 години от 22 септември 1908 г. — Agentur für Auslandsbulgaren, geprüft am 24.10.2026
  10. 136 години от Съединението и неговата защита — Agentur für Auslandsbulgaren, geprüft am 23.10.2026
  11. 3 март – национален празник на България — Agentur für Auslandsbulgaren, geprüft am 22.10.2026
  12. Слово по случай 139-ата годишнина от Съединението — Präsidentschaft Bulgariens, geprüft am 24.10.2026
  13. Честване на 147 години Търновска конституция — Regionalverwaltung Weliko Tarnowo, geprüft am 24.10.2026
  14. Отбелязваме 114 години от обявяването на Независимостта на България — Tourismusministerium (Bulgarien), geprüft am 22.10.2026
  15. History — Außenministerium (Bulgarien), geprüft am 22.10.2026
  16. Въведен е Григорианският календар — Institut für Geschichtsforschung, Bulgarische Akademie der Wissenschaften, geprüft am 22.10.2026
  17. Архитектурно-исторически комплекс “Стария Пловдив” — Tourismusministerium (Bulgarien), geprüft am 22.10.2026
  18. Джумая джамия — Tourismusministerium (Bulgarien), geprüft am 22.10.2026
  19. Мостът на Мустафа паша – Свиленград — Tourismusministerium (Bulgarien), geprüft am 22.10.2026
  20. Дяволския мост – Ардино — Tourismusministerium (Bulgarien), geprüft am 22.10.2026
  21. Джамията на Осман Пазвантоглу — Tourismusministerium (Bulgarien), geprüft am 22.10.2026
  22. Списък на паметниците на културата, област Шумен — Kulturministerium (Bulgarien), geprüft am 22.10.2026
  23. Natural Earth, Land- und Flusslinien 1:10 Mio. — gemeinfrei, geprüft am 24.10.2026
  24. Map of Bulgaria shewing the boundaries as proposed by the Treaty of San Stefano and fixed by the Treaty of Berlin — Edward Hertslet, 1878, Französische Nationalbibliothek, gemeinfrei, geprüft am 24.10.2026

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