Vakko in der Türkei: Vom Hutladen zur Modegruppe
Vakko begann 1934 als Istanbuler Hutladen. Daraus wurden ein Modehaus mit Fabrik und eine Gruppe mit Schokolade, Hotels, Schulen und Bibliothek.
Inhaltsverzeichnis

Seit 1934 ist aus einem Hutladen in Istanbul ein türkisches Modehaus gewachsen. Es wechselte von Hüten zu Tüchern, baute ein Kaufhaus in Beyoğlu und eine Fabrik am Stadtrand. Heute gehören auch Schokolade, Hotels, Schulen, eine Radio- und Fernsehgruppe und eine Bibliothek dazu.
Kurz gesagt
Ein Hutladen von 1934, aus dem eine Modegruppe wurde.
- Wer und wann: Vitali Hakko eröffnete 1934 in Istanbul den Hutladen Şen Şapka, türkisch für „fröhlicher Hut“.
- Der Name: Das V von Vitali und das A seines Bruders Albert ergeben zusammen mit dem Familiennamen Hakko den Namen VAKKO. Das Tuch, nicht der Hut, machte den Namen bekannt.
- Die Geschäfte: Das Kaufhaus in Beyoğlu eröffnete 1962. Eine Fabrik, Geschäfte in Ankara und İzmir sowie die Vakkorama-Läden für junge Leute folgten.
- Heute: Zur Gruppe gehören auch L’Atelier-Schokolade, zwei Hotels, eine Modeschule, eine Akademie für das Gastgewerbe, die Radio- und Fernsehgruppe Power und die Vitali Hakko Creative Industries Library.
Sechs Hüte, sechs Bereiche von Vakko
Vakko begann mit Hüten. Deshalb zeigt ein Hutständer die Gruppe. Drücken Sie auf ein Hutband: Der Hut hebt sich unter seiner Lampe. Die Karte nennt den Bereich der Gruppe, sein Gründungsjahr und seine eigene Website.
Was würden Sie mit Vakko tun?
Mode
Vakko
Das Modehaus, das als Hutladen in Istanbul begann. Es verkauft Damen- und Herrenbekleidung, Tücher und Schals, Schuhe und Taschen, Couture, Wohnaccessoires und Parfüm.
- Beginn
- 1934
- Eigene Website
- vakko.com
Schokolade
Vakko L’Atelier
Schokolade, Gebäck und ein Bistro. In den 1980er-Jahren begann Vakko, Schokolade herzustellen. Das überraschte Menschen, die das Unternehmen für seine Konfektionsmode kannten.
- Beginn
- Die 1980er-Jahre
- Eigene Website
- vakkolatelier.com
Hotels
Vakko Hotel & Residence
Zwei Hotels: das 2023 eröffnete Vakko Hotel & Residence Nişantaşı im Stadtzentrum und das Vakko Hotel Sumahan Bosphorus am Ufer in Çengelköy auf der asiatischen Seite Istanbuls.
- Beginn
- 2023
- Eigene Website
- vakkohotel.com
Schulen
Vakko ESMOD
Eine Modeschule, die gemeinsam mit der französischen Modeschule ESMOD gegründet wurde. Mit EHL aus Lausanne betreibt Vakko außerdem die Vakko Academy of Hospitality and Service, eine Berufsschule für Hotellerie und Gastronomie.
- Beginn
- 2013
- Eigene Website
- vakkoesmod.com
Bibliothek
Vitali Hakko Creative Industries Library
Eine öffentliche Bibliothek zu Mode, Kunst, Architektur, Fotografie und Film mit rund 15.000 Büchern. Sie eröffnete im Vakko Fashion Center in Nakkaştepe und zog später ins Atatürk-Kulturzentrum um.
- Beginn
- 2011
- Eigene Website
- kutuphane.vakko.com.tr
Radio und TV
Power Group
Power FM begann 1992 als Vakko-Unternehmen. Der Name steht heute für eine Gruppe von Radiosendern und Fernsehkanälen, die Sie auf der PowerApp-Website verfolgen können.
- Beginn
- 1992
- Eigene Website
- powerapp.com.tr
Ein Hutladen im Jahr 1934
Vitali Hakko arbeitete schon als Jugendlicher im Großen Basar (Kapalıçarşı) in Istanbul. Er dekorierte die Schaufenster des Geschäfts Kupidis. Andere Ladenbesitzer bezahlten ihn dafür, nach Feierabend auch ihre Fenster zu gestalten. Seine Schaufenster gewannen den jährlichen Schaufensterwettbewerb des Basars. Atatürks Hutreform hatte den Huthandel entstehen lassen: Zuvor gab es in Beyoğlu nur wenige Hutmacher, deren Preise hoch waren. Die Familie Kupidis eröffnete eine Hutabteilung und übertrug dem noch nicht zwanzigjährigen Schaufensterdekorateur die Leitung.
Er stellte Dora ein, eine Frau aus dem Viertel Kurtuluş, die sich mit Hüten auskannte und sie gut verkaufte. Hinten im Geschäft richteten sie einen Salon mit drei Spiegeln ein. Darüber entstand auf einer Zwischenetage eine Werkstatt, für die junge Frauen aus Kurtuluş eingestellt wurden.
Der Schaufenstertest
Stoff
Nur Hüte
15 Tage
rund sechzig Hutmodelle aus Samt und Filz
Einige Tage
schleppender Verkauf
40 von 55
vorrätigen Hüten kamen ins Schaufenster
6 verkauft
am nächsten Tag
18 verkauft
zwei Tage später
Für Hüte brauchte man wenig Kapital, und Hakko wollte ein eigenes Geschäft. Sein Wehrdienst stand dem im Weg. Er nutzte deshalb die Regelung, nach der sich der Dienst gegen eine Zahlung verkürzen ließ, und verbrachte das Frühjahr 1933 an der Reserveoffiziersschule in Harbiye. 1934 eröffnete er Şen Şapka an der Hauptstraße des Großen Basars.
Im Inneren von Şen Şapka
Das Geschäft fertigte Damenhüte. Zuvor hatten nur wenige Schneiderinnen der feinen Gesellschaft solche Hüte hergestellt.
Zwei Schaufenster
An der Hauptstraße des Großen Basars.
Zwei Vorhangkabinen
Ungestört; stand einem kein Hut, sagte man es offen.
Wartebereich
Werkstatt im Zwischengeschoss
Filzmeister Max formte; zwei junge Frauen und Hakko garnierten.
Nachts gefertigt
Tagsüber verkauft
Der Name Şen Şapka entstand aus Hakkos Lebenseinstellung. Für ihn war Kleidung Farbe, eine Art Fest, und ein Hut konnte seinen Träger verändern. Die Zeitungen machten Witze und zeichneten Karikaturen über einen Hut, der fröhlich sein konnte. Hakko betrachtete das als kostenlose Werbung.
Ein Laden statt zwei
Ein zweites Geschäft, Sümer, eröffnete 200 Meter entfernt. Nach sechs Monaten schloss es: Waren Hakko und seine Mitarbeiter in Sümer, gingen alle Kunden dorthin. Waren sie in Şen Şapka, gingen alle zu Şen Şapka. Sie hatten sich selbst Konkurrenz gemacht. Hakko lernte daraus, seine ganze Kraft auf einen Ort zu konzentrieren.
30–40
Hüte täglich von da an, dazu Taschen und Handschuhe.
60–70
samstags und vor Feiertagen.
75–200
Kuruş für einen Leza, einen leichten Sommerhut aus Kunststroh. Sie verkauften sich schnell.
Warteschlangen
Manchmal wurde die Schlange davor so lang, dass das Geschäft die Polizei um Hilfe bitten musste.

Die Kriegsjahre veränderten das Geschäft. In Istanbul sank der Absatz, doch die Bestellungen aus Anatolien nahmen zu. Gefragt waren vor allem Modelle, die Hakko erfunden hatte: weder ganz Hut noch ganz Kopftuch. Er nannte sie Hutturbane.
- Auf Kommission: Kleine Gemischtwarenläden in ganz Anatolien verkauften sie, bezahlten die verkauften Stücke und schickten den Rest zurück.
- Konya: Auf einer seiner jährlichen Reisen wurde Hakko mit „Şapka Ağamız geldi“ („unser Hutmeister ist gekommen“) begrüßt. Am Bahnhof trugen die meisten Frauen Hüte von Şen Şapka.
Strohband aus Hatay
Kein Nachschub
Als Italien in den Krieg eintrat, blieben die italienischen Strohgeflechte aus, die das Geschäft verwendete.
Hatay
Hakko fand in der Region Hatay Stroh derselben Art und fuhr zwei Tage mit dem Zug nach Antakya.
Ein Cafétisch
Darauf stehend zeigte er den Dorfbewohnern, wie sie Weizenstroh zu Bändern flechten konnten.
Einen Monat später
Ein Waggon voller Strohgeflecht erreichte Istanbul. Die Hüte für Feldarbeit und Strand waren keine Modehüte und verkauften sich schnell.
Ein Tuch und ein Name
Hakko hatte nicht vor, die Hüte aufzugeben. Ein Importeur, Boncukçuyan, brachte Truhen voller Tücher ins Geschäft: Ein Hutladen könne auch Tücher verkaufen. Über den Laden und seine Händler waren sie innerhalb einer Woche ausverkauft. Die Kunden kamen zurück und fragten nach mehr. Hakko zog daraus den Schluss, dass das Tuch den Hut ablösen würde und die Zeit des Hutladens vorbei war.
Der Name
V + A + Hakko = VAKKO
Das V steht für Vitali und das A für seinen Bruder Albert, verbunden mit dem Familiennamen. Es war Krieg, die Menschen lebten von wenig, die Zukunft war ungewiss. Doch Hakko beschloss weiterzumachen. Jedes Produkt sollte den neuen Namen tragen.
In Yenicami, gegenüber dem Gewürzbasar, eröffnete ein neues Geschäft. Kurz hieß es noch Şen Şapka, dann wurde daraus Vakko. Es verkaufte Taschen, Gürtel und Tücher. Für das neue Produkt wählte Hakko das westlich geprägte Wort eşarp. Er ließ lange und quadratische Tücher auf Seidenkrepp bedrucken, einem Stoff aus stark gedrehten Seidenfäden mit matter Optik.
Wie Vakko seinen ersten Großkunden gewann
Alekos Koffer
Eine erste Kollektion mit rund dreißig Mustern füllte den Koffer des Vertreters Aleko. Einige Geschäfte in Beyoğlu bestellten sechs oder zwölf Tücher.
Fünf Dutzend, ohne Namen
Lion, ein bekanntes Kaufhaus in Beyoğlu, wollte sie als europäische Ware verkaufen: Seine Kunden trauten einheimischen Produkten nicht.
Vakkos erste Anzeigen
Vakko behielt seinen Namen bei und riskierte den Auftrag. Hakko schaltete regelmäßig kleine Anzeigen im Journal d’Orient, das der älteste Inhaber von Lion stets las.
Größter Kunde
Der Inhaber bestellte erstmals telefonisch. Irrtümlich namenlos gelieferte Tücher kamen zurück: Die Kunden von Lion wollten ein Vakko-Tuch.
Die Suche in Paris
Auf Auslandsreisen suchte Hakko nach Tuchmustern, von denen er lernen konnte.
Die Lido-Passage
Ein Geschäft auf den Champs-Élysées verkaufte Tücher mit Pariser Ansichten. Jedes war anders; die Technik blieb seinen eigenen Designern ein Rätsel.
Eine Wohnung in der Rue du Bac
Er folgte dem Lieferanten und fand heraus, dass die eigentliche Herstellerin eine Malerin war.
Istanbul, einen Monat später
Sie kam und malte eine Serie von Istanbul-Tüchern: Leanderturm, Bosporus, Prinzeninseln. Sie wurden viele Jahre lang getragen.
Die Ehre der Marke
Bis dahin waren die Tücher im Auftrag in anderen Werkstätten bedruckt worden, meist im Atelier İnci Emprime in Nişantaşı. Vakko hatte weder eine eigene Färberei noch eine Druckerei und konnte deshalb nicht versprechen, dass:
- die Seide nicht abfärbte
- die Farbe nicht verblasste
- der Stoff beim Waschen nicht einlief
Diese Versprechen zu halten, nannte Hakko die Ehre der Marke.
Nach dem Krieg
Das Atelier in Kurtuluş
Auf einem Grundstück in Kurtuluş errichtete Hakko eine Druckwerkstatt, die erste richtige Produktionsstätte von Vakko.
120 Beschäftigte
So groß wurde die Werkstatt. Hier lernten jene ihr Handwerk, die später die Fabrik in Merter in Betrieb nahmen.
Vakko wollte auch eigene Muster. Die Musterabteilung in Kurtuluş arbeitete mit türkischen Künstlern zusammen, doch ihre Entwürfe waren leicht abgewandelte Kopien alter Motive. Hakko holte einen französischen Designer, M. de Grandclos. Er war Vakkos Gast auf Büyükada und besichtigte die Moscheen, die Fliesen und die Sammlungen im Topkapı-Palast. Zurück in Paris entwarf er eine Kollektion, die osmanische Stoffe und Kaftane modern aufgriff.
Für Hakko war das keine Nachahmung: Die Farben, Muster und der Geist waren Vakkos eigene.
Geschäfte, Modenschauen und eine Fabrik
Die Geschäfte liefen gut. Albert leitete den Großhandel im Laden in Yenicami, Vitali die Druckerei in Kurtuluş. Vitali wollte mehr: ein größeres, richtiges Kaufhaus in Beyoğlu. Der Verkäufer riet als sichere Lösung zu einem Laden im Erdgeschoss und Wohnungen darüber. Doch Hakko wollte ein großes Kaufhaus wie in Europa, mit Konfektionskleidung für Damen, Herren und Kinder sowie Tüchern, Stoffen und Accessoires.
Das Kaufhaus in Beyoğlu
8 Etagen
Das Grundstück neben dem Geschäft Hacıbekir stand zum Verkauf, mit einer Genehmigung für acht Etagen.
Rund 15 Monate
dauerte der Bau. Architekt war Ercüment Tarcan, für die Einrichtung sorgte der junge Emil İlliadis.
1962
Es eröffnete an einem Donnerstag. In Hakkos Erinnerung war es das erste Kaufhaus dieser Größe, das in Istanbul eröffnete.
5. Etage
Der automatische Rollladen klemmte. Deshalb gelangten die Gäste über Bretter aus der fünften Etage des Nachbarhauses hinein.
Einige Tage später kündigten Zeitungsanzeigen die Eröffnung an. Hakko gehörte auch zu den Gründern des seit 1984 aktiven Vereins zur Verschönerung und zum Schutz von Beyoğlu.

Am Eingang des Kaufhauses in Beyoğlu hing ein Schild: kein Feilschen. Die Preise waren fest. Vakko bildete sein Verkaufspersonal selbst aus, mit Kursen und Fachleuten aus dem Ausland. Es galt die Regel, niemanden einzustellen, der schon anderswo gearbeitet hatte. Hakko zählte Ausbildung, Schaufenstergestaltung, Beleuchtung und Festpreise zu dem, was Vakko in den türkischen Einzelhandel eingebracht hatte.
Vakko veranstaltete auch das, was Hakko als den ersten richtigen Saisonschlussverkauf in der Türkei bezeichnete: Unverkaufte Ware der Saison wurde günstiger angeboten, keine Restbestände aus früheren Jahren.
Das Kaufhaus in Beyoğlu eröffnete mit kleinen Konfektionsabteilungen. Ein Teil der Kleidung wurde im Auftrag gefertigt, ein Teil im eigenen Atelier des Hauses. In Europa verdrängte Konfektion die Maßkleidung, und der Absatz bedruckter Stoffe sank. Vakko begann deshalb, aus seinen eigenen bedruckten Stoffen Kleidung herzustellen.
Von der Amateurschau zum professionellen Laufsteg
Die erste Vakko-Modenschau fand kurz vor der Eröffnung des Kaufhauses in Beyoğlu statt.
Eine Amateurschau
Kein Choreograf, keine Models, ein Saal: das Taksim Belediye Gazinosu. Rund neunzig bis hundert Kleidungsstücke, genäht von wenigen vertrauten Schneidern.
Eine Umfrage
Drei Fragen: welches Muster, welcher Entwurf, was von Vakko zu erwarten sei. Die meisten beantworteten alle drei mit dem Namen eines Models.
Die zweite Schau
Für Hemden und Morgenmäntel brauchte es einen Mann: Ein italienischer Musiker aus dem Varieté wurde eingekleidet und auf den Laufsteg geschickt.
Ein Drehbuch
Der Karikaturist Oğuz Aral schrieb es nach anatolischen Volksmotiven für junge Frauen, die zum ersten Mal auf dem Laufsteg standen. Die Geschichte fesselte die Gäste; kaum jemand sah die Kleidung.
Modenschauen werden Tradition
Janine Jolliat, Leiterin einer Schweizer Modelschule, kam im Rahmen einer Vereinbarung nach Istanbul und bildete die ersten professionellen türkischen Models aus.
Achtzehn Jahre
Bei einer Bernard-Perris-Schau in Paris bat Hakko die Organisatoren Norbert Schmidt und Bernard Trux spontan, Vakkos Schauen zu inszenieren. Sie sagten zu und inszenierten sie achtzehn Jahre lang.
Zu Atatürks 100. Geburtstag im Jahr 1981 inszenierte Vakko Anadolu Güneşi, Anatolische Sonne. Die Modenschau führte in sieben Episoden von den Hethitern über die griechische, römische, byzantinische, seldschukische und osmanische Zeit bis zur modernen Türkei. Die Entwürfe stammten von Necla Seyhun, die Inszenierung von Bernard Trux und Norbert Schmidt, das Drehbuch von Ferit Edgü. Anschließend ging die Schau auf Europatournee.
- 12.11.1981 Die Premiere in Ankara dauert 45 Minuten.
- Rom, Wien, Brüssel Auf Rom im Grand Hotel folgen Wien und Brüssel.
- Paris Die letzte große Station ist das Espace Pierre Cardin.
Als Nächstes kam die Fabrik. Vakko brauchte mindestens 30.000 Quadratmeter. In Merter, nahe Veliefendi, fand es die frühere Picknickwiese Çırpıcı Çayırı, unbebaut und mit reichlich Grundwasser. Architekt war Haluk Baysal. Das Werk sollte alle Arbeitsschritte an einem Ort vereinen: Bleichen, Veredeln, Färben, Drucken, Zuschneiden, Nähen, Accessoires, Großhandel und Lagerung. Die Grundsteinlegung war am 01.10.1967. Bis 1969 stand die Fabrik mit rund 40.000 Quadratmetern überdachter Fläche.
Kunst in der Fabrik
- Am Eingang: eine durchbrochene Betonarbeit von Bedri Rahmi Eyüboğlu.
- In den Hallen: zwei Keramiktafeln von Jale Yılmabaşar und eine Metallskulptur von Şadi Çalık.
- An den Wänden: Tafeln und Glasmalereien von Eren Eyüboğlu, Mustafa Pilevneli und Erol Eti.
Die Eröffnungsanzeige nannte die Fabrik einen Ort, an dem Kunst und Mode aufeinandertreffen. 2008 zog die Fabrik nach Esenyurt und wurde zum Vakko Production Centre.
Jahre später besuchte Pierre Cardin die Fabrik. Er bewunderte Vakkos bedruckte Stoffe und nahm Muster für seine eigene Kollektion mit.
Ein Kaufhaus in Ankara folgte, und 1979 eröffnete das Geschäft in İzmir.
Ankara
Eine ganze Etage mit 500 Quadratmetern, die Abdurrahman Hancı, Mustafa Pilevneli und Ferit Edgü unentgeltlich als Kunstgalerie führten.
Fikret Muallâ
Eröffnungsausstellung
Eşref Üren
Avni Arbaş
Abidin Dino
Bedri Rahmi
Dinos Ausstellung
Doksan Çiçek (Neunzig Blumen): neunzig Bilder, achtzig in einer Woche verkauft.
İzmir, 1979
In neun Monaten erbaut an der Uferstraße Birinci Kordon; Architekten Abdurrahman Hancı und Yalçın Çıkın. Galerie im Zwischengeschoss, auf allen Etagen Gemälde von:
Abidin Dino
Fikret Muallâ
Avni Arbaş
Bedri Rahmi
Orhan Peker
Der erste Verkauf
Hakko eröffnete das Geschäft selbst und schrieb den ersten Verkauf von Hand auf: eine Wollmütze, die ein älterer Mann für sein Enkelkind kaufte.

1982 eröffnete Vakkorama im leeren Untergeschoss des Etap Hotel am Taksim: ein modernes Einkaufszentrum für junge Leute mit Kleidung, Sportmode und Musik. Geleitet wurde es von Cem Hakko, Vitalis Sohn, der gerade sein Studium in der Schweiz abgeschlossen hatte. Es verkaufte Konzert-, Theater- und Kinokarten, Bücher, Zeitschriften und CDs. Dazu gab es Nachrichtentafeln und große Bildschirme für Sportübertragungen.
1997 gab es zwölf Vakkoramas. Das jüngste hatte 1993 an der Rumeli Caddesi in Istanbul eröffnet. Eine zweite Marke war nötig, weil Vakkos eigenes Image zu erwachsen war, um junge Käufer anzusprechen.
Zwei Szenen zeigen, wie weit der Name bekannt geworden war.
Die Gruppe auf einer Karte
Hakko betrachtete den Namen als Kapital des Unternehmens: „Unser wichtigstes Kapital ist unsere Marke“. Deshalb ging Vakko über Kleidung hinaus: zu Parfüm mit Katia, benannt nach Cem Hakkos älterer Tochter, V de Vakko und dem Kinderparfüm Piu Piu im Jahr 1990; zum Radio mit Power FM im Jahr 1992; und zu Schokolade. Dabei fragten sich die Menschen, was Schokolade mit Konfektionsmode zu tun habe.
Das heute verwendete Logo zeichnete der britische Designer Sir Terence Conran. Neben Vakko selbst gehören diese Bereiche zur Gruppe, jeweils mit dem Jahr ihres Beginns.
| Gruppenbereich | Tätigkeit | Beginn | Eigene Website |
|---|---|---|---|
| Vakko | Modehaus: Kleidung, Tücher, Schuhe, Taschen, Wohnaccessoires, Parfüm | 1934 | vakko.com |
| Vakkorama | Läden und Cafés für junge Leute; ab 2000 die Linie V2K mit Marken anderer Designer, 2007 in V2K designers umbenannt | 1982 | vakkorama.com.tr |
| Vakko L’Atelier | Schokolade, Gebäck und ein Bistro | Die 1980er-Jahre | vakkolatelier.com |
| Power Group | Radio und Fernsehen; Power FM startete 1992, PowerXL 1998, PowerTürk 2001, Power Türk TV 2003 | 1992 | powerapp.com.tr |
| Vitali Hakko Creative Industries Library | Eine öffentliche Kunst- und Modebibliothek, heute im Atatürk-Kulturzentrum | 2011 | kutuphane.vakko.com.tr |
| Vakko ESMOD und Vakko Academy | Eine Modeschule mit ESMOD; eine Schule für das Gastgewerbe mit EHL aus Lausanne | 2013 (ESMOD) | vakkoesmod.com vakkoacademy.com |
| Vakko Hotel & Residence | Zwei Hotels: Nişantaşı und Sumahan Bosphorus | 2023 (Nişantaşı) | vakkohotel.com |
Sitz der Gruppe ist das Vakko Fashion Center in Nakkaştepe in Istanbul. Das New Yorker Architekturbüro REX entwarf es auf dem Betonskelett eines unvollendeten Hotels. Es wurde 2010 fertiggestellt, mit 5.400 m² für Büros, Ausstellungsräume und ein Museum sowie 3.700 m² für Medienstudios. Vakko L’Atelier gehört auch zu den Schokoladenherstellern in diesem Ratgeber zu türkischer Schokolade.
Vakko heute
Vakkos Onlineshop gliedert sein Sortiment in Damen, Herren, Tücher und Schals, Accessoires, Schuhe und Taschen, Couture, Brautkleider, Wohnaccessoires und Kosmetik. Unter Accessoires gibt es noch immer eine Hutlinie. V2K designers verkauft neben Vakkos eigenen Produkten auch Marken anderer Designer. Die meisten dieser Linien haben ein eigenes Gründungsjahr; dazu kommen zwei weitere Daten:
- 1993 Die erste Vakko Boutique eröffnet: ein neuer Ladentyp für Tücher, Krawatten und Hemden.
- 1998 Vakko entwirft die Uniformen für Turkish Airlines.
- 2000 Vakkorama V2K vereint bekannte Marken und Designer unter einem Dach.
- 2001 Vakko Wedding eröffnet mit Brautkleidern bekannter Designer.
- 2003 Vakko eröffnet seine ersten Auslandsgeschäfte in Frankfurt und Hamburg.
- 2004 Vakkorama H2O nimmt Bademode ins Sortiment auf.
- 2005 Vakko Cruise startet mit Entwürfen für Boote und Jachten.
- 2009 Vakko Home startet mit Kollektionen für Haus und Garten.
- 2011 Mit einer Ausstellung des Hutdesigners Stephen Jones kehren Hüte ins Fashion Center zurück.
- 2014 Vakko Mare bündelt Strandmodemarken.
Hakko erzählte seine Geschichte in Hayatım Vakko (Mein Leben Vakko, 1997), inzwischen in fünfter Auflage (Mai 2023). 2001 zeigte das Kaufhaus in Beyoğlu eine gleichnamige Ausstellung. Aus Cem Hakkos Abschlussarbeit von 1982 wurde das Buch Moda Olgusu (Das Phänomen Mode), das Hakko als das erste ernsthafte Buch über Mode in der Türkei betrachtete.
Vakkos Geschäfte in Istanbul, nach Stadtvierteln und mit Öffnungszeiten, finden Sie in diesem Ratgeber zum Luxuseinkauf in Istanbul. Dort geht es auch um die Steuererstattung für Besucher.
Kurze Antworten
Wer gründete Vakko und wann?
Vitali Hakko im Jahr 1934. Er eröffnete den Hutladen Şen Şapka an der Hauptstraße des Großen Basars in Istanbul.
Was bedeutet der Name Vakko?
Er verbindet das V von Vitali, das A seines Bruders Albert und den Familiennamen Hakko.
Wann eröffnete das große Kaufhaus in Beyoğlu?
1962. In Hakkos Erinnerung war es das erste Kaufhaus dieser Größe, das in Istanbul eröffnete.
Was betreibt die Vakko-Gruppe außer Mode?
Vakko L’Atelier-Schokolade, Vakko Hotel & Residence, Vakko ESMOD, die Vakko Academy of Hospitality and Service, die Radio- und Fernsehgruppe Power und die Vitali Hakko Creative Industries Library.
Quellen
- Vitali Hakko, Hayatım Vakko – Vakkos Unternehmensbuch, erste Auflage Mai 1997, fünfte Auflage Mai 2023; gedruckte Seiten 3, 53–55, 61–73, 76–86, 100–108, 115, 126–142, 144–155, 156–165, 171–172, 175, 189–196, 207–209, 214–225, 231–240; geprüft am 23.10.2026
- Vakko-Chronik (Tarihçe) – die Seite von Vakko ESMOD zur Geschichte von Vakko; die datierten Einträge von 1962 bis 2014; geprüft am 23.10.2026
- vakko.com: der Gründer, Vakko Icons, die Bibliotheksseite – geprüft am 23.10.2026
- Vakko L’Atelier, Vakko Hotel & Residence, Vakko ESMOD, Vakko Academy, PowerApp, Vakkorama – die eigenen Websites der Gruppe, geprüft am 23.10.2026
- REX: Vakko Fashion Center – die Projektseite der Architekten, nur Angaben zum Gebäude; geprüft am 23.10.2026
- Bilder – Wikimedia Commons: VAKKO.jpg (Metuboy, CC BY-SA 4.0), Bağdat Caddesi und Galataport (Keizers, CC BY-SA 4.0) sowie die Anzeige von 1942 (Le Journal d’Orient, gemeinfrei). Das Logo ist Vakkos eigene Datei, unverändert.


