Türken in Deutschland: Zahlen, Historie, Staatsbürgerschaft
Türkische Staatsangehörige in Deutschland, Menschen mit Einwanderungsgeschichte mit Türkei-Bezug und die Gesetze und Daten, die beides prägten.
Inhaltsverzeichnis

Am 31.12.2025 erfasste das Ausländerzentralregister, Deutschlands zentrales Register für ausländische Personen, 1.520.400 Personen mit türkischer und ohne deutsche Staatsangehörigkeit. Der Mikrozensus, eine jährliche Stichprobenerhebung bei etwa 1 % der Bevölkerung, zählte 2025 2.648.000 Personen mit Einwanderungsgeschichte mit Bezug zur Türkei. Eine Zählung folgt dem Pass, die andere erfasst Eingewanderte und als Kinder Eingewanderter Geborene. Beide stammen vom Statistischen Bundesamt (Destatis). Es folgen die Zählungen samt Definitionen, dann die prägenden Daten vom Anwerbeabkommen 1961 bis zu den Staatsangehörigkeitsgesetzen von 2000 und 2024.
Kurz gesagt · geprüft am 27.10.2026
Drei Zählweisen, drei verschiedene Zahlen.
- 1.520.400 türkische Staatsangehörige am 31.12.2025 (Destatis, Ausländerzentralregister): Personen mit türkischer und ohne deutsche Staatsangehörigkeit, 10,8 % aller 14.070.225 ausländischen Staatsangehörigen.
- 2.648.000 Personen mit Einwanderungsgeschichte mit Bezug zur Türkei im Jahr 2025 (Destatis, Mikrozensus): 1.472.000 Eingewanderte und 1.176.000 in Deutschland geborene Nachkommen von zwei Eingewanderten.
- Etwa 870.000 Arbeitskräfte kamen von 1961 bis 1973 aus der Türkei, etwa 500.000 Rückkehrfälle wurden registriert (Bundeszentrale für politische Bildung, bpb). Die Anwerbung endete im November 1973.
- 34.185 türkische Staatsangehörige wurden 2025 Deutsche, gegenüber 22.525 im Jahr 2024. Seit dem 27.06.2024 beträgt die Wartezeit 5 statt 8 Jahre, eine zweite Staatsangehörigkeit ist grundsätzlich zulässig.
Werkzeug · Zählungen geprüft am 27.10.2026
In welchen Zählungen ist eine Person?
Fünf Zählungen mit Bezug zur Türkei, jede mit eigener Regel. Stellen Sie die Karte für eine beliebige Person ein: Die Schubladen der passenden Zählungen leuchten auf. Drücken Sie auf eine Schublade, um Regel und Quelle zu sehen und den Satz auf Deutsch oder Türkisch zu kopieren.
Die Person
Pass
- Nur türkisch
- Deutsch und türkisch
- Nur deutsch
Geboren
- In der Türkei
- In Deutschland
Eltern
- Beide aus der Türkei
- Ein Elternteil: Türkei
- Keiner
In der Türkei geboren: Die Eltern ändern diese Zählungen nicht.
Diese Person ist in 3 von 5 Zählungen
- ATürkische Staatsangehörige1.520.400Dabei
- BSelbst aus der Türkei eingewandert1.472.000Nicht dabei
- CEinwanderungsgeschichte, Türkei2.648.000Dabei
- DMigrationshintergrund im weiteren Sinn3.081.000Dabei
- EDeutsch-türkische Doppelstaatler389.000Nicht dabei
A · Türkische Staatsangehörige: 1.520.400 am 31.12.2025
Das Ausländerzentralregister (AZR), das zentrale Register für ausländische Personen, erfasst Menschen, die ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Deutschland leben. Diese Zählung umfasst türkische Staatsangehörige. Deutsche, die auch eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen, zählen nicht als Ausländer. Personen mit deutscher und türkischer Staatsangehörigkeit gehören daher nicht in diese Schublade.
Destatis, Ausländerstatistik, Endergebnisse vom 02.04.2026; Qualitätsbericht 2025, Abschnitt 2.1.3 · geprüft am 27.10.2026 · Tabelle
B · Selbst aus der Türkei eingewandert: 1.472.000 im Jahr 2025
Personen, die seit 1950 selbst nach Deutschland eingewandert und in der Türkei geboren sind (Destatis: Eingewanderte, nach Geburtsstaat Türkei). Die Staatsangehörigkeit gehört nicht zur Definition. Wer Deutsche oder Deutscher wurde, gehört daher weiterhin in diese Schublade.
Destatis, Mikrozensus 2025, Erstergebnisse vom 13.04.2026 · geprüft am 27.10.2026 · Tabelle
C · Einwanderungsgeschichte, Türkei: 2.648.000 im Jahr 2025
Eine Person hat eine Einwanderungsgeschichte (eigene Einwanderung oder Einwanderung der Eltern), wenn sie selbst oder beide Eltern seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind. Für die Türkei sind das 1.472.000 Eingewanderte und 1.176.000 in Deutschland geborene Nachkommen von zwei Eingewanderten. Personen mit nur einem eingewanderten Elternteil zählen nicht dazu.
Destatis, Mikrozensus 2025, Erstergebnisse vom 13.04.2026 · geprüft am 27.10.2026 · Pressemitteilung 128 · Tabelle
D · Migrationshintergrund im weiteren Sinn: 3.081.000 im Jahr 2025
Eine Person hat einen Migrationshintergrund (familiärer Bezug zur Einwanderung), wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Destatis veröffentlicht diese ältere Zählung weiterhin. Sie erfasst auch Personen mit einem Elternteil aus dem Ausland. Von den 3.081.000 sind 1.470.000 selbst nach Deutschland eingewandert.
Destatis, Mikrozensus 2025, Erstergebnisse vom 13.04.2026 · geprüft am 27.10.2026 · Tabelle
E · Deutsche mit türkischer Staatsangehörigkeit: 389.000 im Jahr 2025
Deutsche mit türkischer Staatsangehörigkeit, aus der Mikrozensus-Tabelle zur doppelten Staatsangehörigkeit (Doppelstaatler). Von den 389.000 haben 374.000 einen Migrationshintergrund im weiteren Sinn. Sie gehören nicht zur Registerzählung der türkischen Staatsangehörigen in Schublade A.
Destatis, Mikrozensus 2025, Erstergebnisse vom 13.04.2026 · geprüft am 27.10.2026 · Tabelle
Am 31.12.2025 waren im Ausländerzentralregister 1.520.400 Personen mit türkischer und ohne deutsche Staatsangehörigkeit erfasst (Statistisches Bundesamt, Ausländerstatistik, 02.04.2026).
31.12.2025 itibarıyla Almanya’nın yabancılar merkez sicilinde (Ausländerzentralregister) Türk vatandaşı olup Alman vatandaşlığı bulunmayan 1.520.400 kişi kayıtlıydı (Almanya Federal İstatistik Ofisi (Destatis), 02.04.2026).
Im Jahr 2025 lebten 1.472.000 in der Türkei geborene, seit 1950 nach Deutschland eingewanderte Personen in Privathaushalten (Statistisches Bundesamt, Mikrozensus, Erstergebnisse, 13.04.2026).
2025’te Türkiye doğumlu ve 1950’den beri Almanya’ya göç etmiş 1.472.000 kişi özel hanelerde yaşıyordu (Almanya Federal İstatistik Ofisi (Destatis), Mikrozensus, ilk sonuçlar, 13.04.2026).
Im Jahr 2025 hatten 2.648.000 Personen in Privathaushalten eine Einwanderungsgeschichte mit dem Geburtsstaat Türkei: 1.472.000 Eingewanderte und 1.176.000 Nachkommen (Statistisches Bundesamt, Mikrozensus, Erstergebnisse, 13.04.2026).
2025’te Almanya’da özel hanelerde yaşayan 2.648.000 kişinin doğum ülkesine göre Türkiye ile bağlantılı bir göç geçmişi (Einwanderungsgeschichte) vardı: 1.472.000 kişi kendisi göç etmişti, 1.176.000 kişi Almanya’da doğmuş, anne ve babası göç etmiş kişilerdi (Almanya Federal İstatistik Ofisi (Destatis), Mikrozensus, ilk sonuçlar, 13.04.2026).
Im Jahr 2025 hatten 3.081.000 Personen in Privathaushalten einen Migrationshintergrund im weiteren Sinn mit dem Geburtsstaat Türkei: sie selbst oder mindestens ein Elternteil wurden nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren (Statistisches Bundesamt, Mikrozensus, Erstergebnisse, 13.04.2026).
2025’te özel hanelerde yaşayan 3.081.000 kişinin doğum ülkesine göre Türkiye ile bağlantılı, eski tanıma göre bir göçmen geçmişi (Migrationshintergrund) vardı: kendileri ya da en az bir ebeveyn Alman vatandaşlığıyla doğmamıştı (Almanya Federal İstatistik Ofisi (Destatis), Mikrozensus, ilk sonuçlar, 13.04.2026).
Im Jahr 2025 besaßen 389.000 Personen in Privathaushalten die deutsche und die türkische Staatsangehörigkeit (Statistisches Bundesamt, Mikrozensus, Erstergebnisse, 13.04.2026).
2025’te özel hanelerde yaşayan 389.000 kişi hem Alman hem Türk vatandaşlığına sahipti (Almanya Federal İstatistik Ofisi (Destatis), Mikrozensus, ilk sonuçlar, 13.04.2026).
Die Karte vereinfacht: Die Regeln in den Schubladen erfassen auch Fälle, die sie nicht darstellen kann. Ihre Eingaben werden weder gespeichert noch gesendet.
Fünf Zählungen: wer zu welcher Zahl gehört
Das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden veröffentlicht mehrere Zählungen, die Leser als „Zahl der Türken in Deutschland“ verstehen. Sie beantworten unterschiedliche Fragen. Eine Person kann deshalb in einer Zählung enthalten sein und in einer anderen fehlen. Das Werkzeug oben zeigt, wie das funktioniert; dieses Kapitel nennt die Zahlen.
Destatis · Ausländerzentralregister · 31.12.2025
1.520.400 türkische Staatsangehörige, 10,8 % aller ausländischen Staatsangehörigen.
Von den 1.520.400 sind 796.390 Männer und 724.010 Frauen. Das Register erfasste an diesem Tag 14.070.225 ausländische Staatsangehörige.
Das Register erfasst Ausländer, die sich nicht nur vorübergehend, in der Regel länger als drei Monate, hier aufhalten. Destatis rundet die Zahlen auf Vielfache von 5.
1.520.400 türkische Staatsangehörige
Personen, die am 31.12.2025 mit türkischer und ohne deutsche Staatsangehörigkeit erfasst waren. Deutsche, die auch die türkische Staatsangehörigkeit besitzen, gehören nicht zu dieser Zahl.
1.472.000 in der Türkei geboren
Personen, die seit 1950 aus der Türkei nach Deutschland eingewandert sind, gezählt im Jahr 2025. Die Staatsangehörigkeit gehört nicht zur Definition.
2.648.000 Personen
Die 1.472.000 Eingewanderten zuzüglich 1.176.000 in Deutschland geborener Nachkommen von zwei Eingewanderten. Personen mit nur einem eingewanderten Elternteil zählen nicht dazu.
3.081.000 Personen
Migrationshintergrund im weiteren Sinn: Die Person selbst oder mindestens ein Elternteil wurde nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren. Die bpb (27.10.2021) verwendet diese Definition für „etwa drei Millionen“.
Die Zählungen überschneiden sich und dürfen nicht addiert werden. Türkische Staatsangehörige, die aus der Türkei eingewandert sind, gehören zu den ersten vier. In Deutschland geborene Deutsche mit zwei aus der Türkei eingewanderten Eltern gehören zur Zählung der Einwanderungsgeschichte und zur älteren Zählung. Deutsche mit türkischer Staatsangehörigkeit gehören nicht zu den 1.520.400 im Register; der Mikrozensus zählte 2025 389.000 solcher Personen.
Der Mikrozensus befragt jährlich etwa 1 % der Bevölkerung, beruht auf Selbstauskünften und erfasst Privathaushalte, keine Gemeinschaftsunterkünfte. Die Ergebnisse für 2025 sind Erstergebnisse. Die Registerzahl ist der Bestand der erfassten Personen an einem Tag.
1961: warum zwei Staaten unterzeichneten
Die westdeutsche Wirtschaft wuchs in den 1950er-Jahren schnell. 1960 suchten etwa 150.000 Personen Arbeit, etwa 650.000 Stellen waren unbesetzt. Bis 1961 deckten Arbeitskräfte aus der DDR einen Teil des Bedarfs; der Bau der Berliner Mauer in jenem Jahr beendete dies. Die Anwerbung im Ausland hatte 1955 mit Italien begonnen (bpb).

Der Weg bis 1961
- 1955
- Das erste Anwerbeabkommen wird unterzeichnet, mit Italien.
- 1960
- Abkommen mit Spanien und Griechenland. Türkische Zeitungen berichten, dass Westdeutschland 15.000 türkische Arbeitskräfte für die Fordwerke in Köln anwerben will. Das Interesse ist groß.
- Türkei
- Das Land befand sich seit Mitte der 1950er-Jahre in einer schweren Wirtschaftskrise mit sehr hoher Arbeitslosigkeit.
- 1961
- Das Abkommen mit der Türkei folgt. Später kommen Marokko, Portugal, Tunesien und Jugoslawien hinzu.
bpb, Seiten vom 24.10.2011 und 27.10.2021 · geprüft am 27.10.2026 · bpb-Seite

Zur Frage, wer zuerst anfragte, schreibt die bpb (Stefan Luft, 05.08.2014), dass die Initiative von der Türkei ausging, die mit hoher Arbeitslosigkeit und einer wachsenden Bevölkerung konfrontiert war. Die westdeutschen Regierungen sahen zunächst keinen Bedarf für ein Abkommen mit der Türkei. Sie stimmten aus außenpolitischen Gründen zu: Die Türkei sicherte die Südostflanke der NATO.

Was der Text von 1961 festlegte
- Die Form
- Ein Notenwechsel (diplomatischer Briefwechsel zwischen den Regierungen) vom 30.10.1961, gültig ab dem 01.09.1961. Er galt für ein Jahr und verlängerte sich jährlich, sofern keine Seite drei Monate vorher kündigte.
- Der Vertrag
- Auf Deutsch und Türkisch verfasst. Die Arbeitskräfte reisten meist aus Istanbul ab.
- Die Papiere
- Eine Legitimationskarte, ein Ausweis anstelle der Arbeitserlaubnis, höchstens ein Jahr gültig.
- Die Prüfungen
- Eine kostenlose ärztliche Untersuchung. Personen mit einer im Strafregister verzeichneten Freiheitsstrafe wurden Arbeitgebern nicht vorgestellt.
- Die Grenze
- Keine Aufenthaltserlaubnis über einen Gesamtaufenthalt von zwei Jahren hinaus. Familiennachzug wird nicht erwähnt.
bpb, Wortlaut des Notenwechsels (Seite vom 24.10.2011) · geprüft am 27.10.2026 · Text
- Zwei StellenAuf deutscher Seite stand die Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, die Arbeitsbehörde des Bundes, mit einer Verbindungsstelle in der Türkei. Auf türkischer Seite stand die Türkische Anstalt für Arbeits- und Arbeitervermittlung, die türkische Arbeitsvermittlungsstelle.
- Vor der ReiseDie ärztliche Untersuchung, der zweisprachige Vertrag und die Legitimationskarte. Einige Arbeitskräfte verglichen die Untersuchung später mit der Musterung zum Wehrdienst (bpb, 27.10.2021).
- Nach der AnkunftInnerhalb von drei Tagen: bei der örtlichen Meldestelle (Meldebehörde) melden und die Aufenthaltserlaubnis beantragen.
1964 bis 1983: von zwei Jahren zum Bleiben
Die Abkommen beruhten auf dem Rotationsprinzip: Arbeitskräfte sollten nach ihrem Aufenthalt heimkehren, andere ihren Platz einnehmen. Viele Arbeitgeber gaben dieses Prinzip bald auf, um eingearbeitete Kräfte zu behalten (bpb, 27.10.2021). Die angeworbenen Arbeitskräfte wurden „Gastarbeiter“, also vorübergehend angeworbene Arbeitskräfte, genannt.
- 1964Auf Drängen der deutschen Arbeitgeberverbände und der türkischen Regierung wird ein überarbeitetes Abkommen ohne die Zweijahresgrenze unterzeichnet (bpb, 05.08.2014).
- 1968 bis 1971Die Zahl der türkischen Beschäftigten verdreifacht sich von 152.900 auf 453.100. Anfang 1972 lösen türkische Arbeitskräfte die italienischen ab und sind nun zahlreicher als jede andere Gruppe angeworbener Arbeitskräfte (bpb).
- November 1973Nach der Ölkrise verhängt die Bundesregierung den Anwerbestopp, also das Ende der Anwerbung von Arbeitskräften aus Staaten außerhalb der Europäischen Gemeinschaft. Türkische Beschäftigte: 605.000 im Jahr 1973 und 578.000 im Jahr 1980 (bpb).
- 1974 bis 1980Der Familiennachzug (Zuzug von Familienangehörigen) gewinnt an Gewicht: Mehrere Hunderttausend Angehörige, vor allem Frauen und Kinder, ziehen nach Deutschland (bpb, 27.10.2021). Die Zahl der türkischen Kinder unter 15 Jahren verdoppelt sich bis 1979 auf etwa 420.000.
- 28.11.1983Das Rückkehrhilfegesetz, ein Gesetz zur finanziellen Unterstützung der Rückkehr, bietet ausländischen Arbeitskräften eine zeitlich befristete Zahlung für das endgültige Verlassen Deutschlands, etwa bei Arbeitsplatzverlust durch Betriebsschließung oder Insolvenz oder bei Kurzarbeit. Es soll den Arbeitsmarkt entlasten (bpb, Deutschland-Chronik).

bpb · 27.10.2021 und 05.08.2014
Etwa 870.000 kamen, etwa 500.000 Rückkehrfälle.
Von 1961 bis zum Anwerbestopp im November 1973 kamen etwa 870.000 Arbeitskräfte aus der Türkei. Im selben Zeitraum wurden etwa 500.000 Rückkehrfälle registriert.
Die bpb deutet die Rückkehrfälle als Zeichen häufigen Hin- und Herziehens (Pendelmigration). 1974 lebten etwa 1,0 Millionen türkische Staatsangehörige in Deutschland.
Geld für die Heimat
1972 überwiesen türkische Arbeitskräfte 2,1 Milliarden Deutsche Mark (DM, die damalige deutsche Währung) in die Türkei. Das überstieg das türkische Handelsdefizit von 1,8 Milliarden DM in jenem Jahr. Die bpb schreibt, dass die türkische Regierung mit solchen Einnahmen gerechnet hatte.
bpb (Stefan Luft), Seite vom 05.08.2014 · geprüft am 27.10.2026 · Seite
Türkische Staatsangehörige: Jahr für Jahr
Destatis zählt die im Ausländerzentralregister erfassten Personen zum 31. Dezember jedes Jahres. Jeder Balken unten beginnt bei null, seine Länge bildet also die tatsächliche Zahl ab.
- 20141.527.118
- 20151.506.113 −21.005
- 20161.492.580 −13.533
- 20171.483.515 −9065
- 20181.476.410 −7105
- 20191.472.390 −4020
- 20201.461.910 −10.480
- 20211.458.360 −3550
- 20221.487.110 +28.750
- 20231.548.095 +60.985
- 20241.544.480 −3615
- 20251.520.400 −24.080
Die kleine Zahl zeigt die Veränderung zum Vorjahr. In zwölf Jahren lag die Zahl zwischen 1.458.360 (2021) und 1.548.095 (2023). Sie stieg 2022 und 2023 und sank 2024 und 2025. Wer die deutsche Staatsangehörigkeit erhält, verlässt diese Zählung, auch bei Beibehaltung der türkischen Staatsangehörigkeit: Deutsche, die auch eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen, zählen nicht als Ausländer.
- 30,7 Jahre leben die im Register erfassten türkischen Staatsangehörigen im Durchschnitt in Deutschland. Bei allen ausländischen Staatsangehörigen sind es 14,8 Jahre. Etwa 1,01 Millionen leben seit mindestens 25 Jahren hier.
- 47,7 Jahre beträgt das Durchschnittsalter, gegenüber 38,2 Jahren bei allen ausländischen Staatsangehörigen. 261.370 sind mindestens 65 Jahre alt, 89.855 unter 18. 47,6 % sind Frauen.
- 1.113.815 wurden in der Türkei geboren (73,3 %) und 345.695 in Deutschland (22,7 %); 46.230 sind unter sonstigen oder unbekannten Geburtsstaaten erfasst.
Ältere, gerundete Zahlen stammen von der bpb (05.08.2014): etwa 1,0 Millionen türkische Staatsangehörige 1974, 1,2 Millionen 1978 und 2,1 Millionen 1998. Das Register wurde zwischen 2000 und 2003 bereinigt. Dadurch sank die Gesamtzahl der ausländischen Staatsangehörigen um 617.750 Personen oder 8,4 % (Destatis).
Wo in Deutschland: Länder und Städte
Deutschland hat sechzehn Länder, die Bundesländer. Berlin, Hamburg und Bremen sind Städte und zugleich Länder. Die Balken zeigen die am 31.12.2025 im Register erfassten türkischen Staatsangehörigen, nach ihrer Zahl geordnet.
- Nordrhein-Westfalen483.035
- Baden-Württemberg265.975
- Bayern193.605
- Hessen166.045
- Berlin112.480
- Niedersachsen94.475
- Rheinland-Pfalz62.250
- Hamburg46.050
- Schleswig-Holstein30.525
- Bremen23.730
- Saarland10.440
- Sachsen9675
- Brandenburg6900
- Sachsen-Anhalt6120
- Thüringen5535
- Mecklenburg-Vorpommern3565
Nordrhein-Westfalen (NRW), das Land mit Köln, Duisburg und Dortmund, erfasste 483.035 der 1.520.405 Personen in den Länderzahlen. Destatis veröffentlicht die Länderzahlen auf Vielfache von 5 gerundet. Sie ergeben deshalb zusammen 1.520.405 statt 1.520.400.
Städte. Destatis nennt die Städte, in denen die türkische Staatsangehörigkeit zu den fünf häufigsten ausländischen Staatsangehörigkeiten gehört. Die kleine Zahl zeigt den Anteil an den ausländischen Staatsangehörigen der Stadt; Berlin, Hamburg und Bremen stehen in der Liste oben.
- Köln49.100 20,9 %
- München40.710 7,6 %
- Duisburg32.025 24,4 %
- Frankfurt am Main24.740 9,6 %
- Dortmund21.025 14,3 %
- Gelsenkirchen19.730 25,8 %
- Stuttgart17.980 10,3 %
- Essen16.115 11,8 %
- Mannheim16.085 16,5 %
- Nürnberg15.885 10,1 %
- Düsseldorf14.530 7,6 %
- Bielefeld11.625 16,6 %
- Wuppertal11.380 11,9 %

Staatsangehörigkeit: 2000, 2014, 2024
Drei Daten veränderten, wer Deutsche oder Deutscher werden kann. Der folgende Text nennt die Regelungen und ihren Geltungsbeginn. Einzelheiten für türkische Staatsangehörige stehen im Ratgeber zur doppelten Staatsbürgerschaft.
- 01.01.2000Das Gesetz zur Reform des Staatsangehörigkeitsrechts vom 15.07.1999 tritt in Kraft. Neben die Abstammung (ius sanguinis) tritt das Geburtsortprinzip (ius soli): Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein in Deutschland geborenes Kind ausländischer Eltern die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben. Die Dauer des rechtmäßigen Aufenthalts für einen Anspruch auf Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit (Einbürgerung) sinkt von 15 auf 8 Jahre (bpb, Destatis-Daten).
- 20.12.2014Kinder, die durch Geburt in Deutschland die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben und hier aufgewachsen sind, müssen nicht mehr zwischen ihr und der Staatsangehörigkeit ihrer Eltern wählen, der bisherigen Pflicht zur Entscheidung (Optionspflicht). Für nicht in Deutschland Aufgewachsene bleibt sie bestehen (bpb).
- 27.06.2024Das Gesetz zur Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts (StARModG) tritt in Kraft. Eine Einbürgerung ist nach 5 statt 8 Jahren möglich (§ 10 StAG), die bisherige Staatsangehörigkeit kann grundsätzlich behalten werden. Bei besonderen Integrationsleistungen konnte sich die Wartezeit auf 3 Jahre verkürzen; diese Möglichkeit wurde Ende Oktober 2025 aus dem Gesetz gestrichen (Destatis).
Einbürgerungen türkischer Staatsangehöriger in ausgewählten Jahren. Die kleine Zahl zeigt den Anteil an allen Einbürgerungen des jeweiligen Jahres, soweit die Quelle ihn nennt. Die Jahre 2000 und 2009 stammen von der bpb auf Grundlage von Destatis-Daten; 2021 bis 2025 von Destatis.
- 200082.900 44,4 % aller
- 200924.600 25,6 % aller
- 202112.245
- 202214.265
- 202310.735
- 202422.525 8 % aller
- 202534.185 10,3 % aller
- 24,1 Jahre hatten die 2025 Eingebürgerten im Durchschnitt in Deutschland gelebt (2024: 23,1 Jahre; alle Staatsangehörigkeiten 2025: 12,4 Jahre).
- 53.300 Anträge kamen 2025 von türkischen Staatsangehörigen, 11 % aller 467.400 Anträge. Destatis erfasst Anträge erstmals für 2025; die Zahlen sind vorläufig.
- 1410 von 10.735 (13,1 %) der 2023 Eingebürgerten behielten die türkische Staatsangehörigkeit. Seit dem Gesetz von 2024 erfasst die Statistik nicht mehr, ob die bisherige Staatsangehörigkeit fortbesteht.
- Nach Land im Jahr 2025: Nordrhein-Westfalen 11.179, Bayern 6495, Baden-Württemberg 5102, Berlin 4099 und Niedersachsen 2076 (Destatis).
Die Einordnung von Destatis
Destatis schreibt, der Anstieg der Einbürgerungen von Personen mit türkischer und russischer Staatsangehörigkeit „dürfte“ mit der neuen Regel zusammenhängen, die den Erhalt der bisherigen Staatsangehörigkeit erlaubt. „Dürfte“ bedeutet hier „wahrscheinlich“: Das ist die Einschätzung von Destatis, keine Zählung der Gründe.
Destatis, Pressemitteilung 186 vom 03.06.2026 · geprüft am 27.10.2026 · Pressemitteilung
Die türkische Seite: was der Staat im Ausland anbietet
Türkische staatliche Seiten beschreiben vier Angebote, die für türkische Staatsangehörige in Deutschland und für Personen, die ihre türkische Staatsangehörigkeit aufgegeben haben, von Bedeutung sind.
Botschaft und Konsulate
Die türkische Botschaft ist in Berlin; türkische Generalkonsulate arbeiten in anderen Städten. Für Angelegenheiten der Staatsangehörigkeit und der Mavi Kart verlangt das Generalkonsulat Stuttgart eine Terminbuchung auf konsolosluk.gov.tr, der Seite für Konsulatstermine (Mitteilung vom 11.03.2026).
Die türkische Staatsangehörigkeit aufgeben
Türkische Staatsangehörige in Deutschland, die bei ihrer Einbürgerung die türkische Staatsangehörigkeit aufgeben möchten (seit dem 27.06.2024 verlangt Deutschland dies nicht mehr), benötigen eine mindestens sechs Monate gültige schriftliche Zusage der Einbürgerung (Einbürgerungszusicherung), einen Reisepass, einen Personalausweis und ein Foto. Die Gebühr ändert sich jeweils am 2. Januar. Kinder unter 18 Jahren können dies nicht allein tun.
Die Karte für ehemalige türkische Staatsangehörige (Mavi Kart)
Für Personen, die als türkische Staatsangehörige geboren wurden und die türkische Staatsangehörigkeit mit Genehmigung verloren haben. Im Ausland stellen sie die Auslandsvertretungen aus, in der Türkei die Bezirksämter für Bevölkerungsangelegenheiten (ilçe nüfus müdürlükleri). Erforderlich sind ein Antrag, zwei Fotos und ein Personalausweis oder Reisepass, der die ausländische Staatsangehörigkeit nachweist.
Türken im Ausland
Die Yurtdışı Türkler ve Akraba Topluluklar Başkanlığı (YTB, Präsidium für Auslandstürken und verwandte Gemeinschaften) nennt Stipendienprogramme für türkische Staatsangehörige im Ausland und Inhaber der Mavi Kart sowie Jugendprogramme.

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- Doppelstaatigkeit
- Doppelte Staatsbürgerschaft Deutschland–Türkei
- Heirat
- Heiraten in der Türkei
- Erbschaft
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- Dokumente
- Notarielle Beglaubigung in der Türkei · Legalisation ausländischer Dokumente (Englisch)
- Im Auto
- Mit dem Auto in die Türkei
- Anderswo in Europa
- Türken in Frankreich
Kurze Antworten
Wie viele türkische Staatsangehörige leben in Deutschland?
1.520.400 am 31.12.2025, erfasst im Ausländerzentralregister (Destatis). Diese Zählung schließt Deutsche aus, die auch die türkische Staatsangehörigkeit besitzen.
Wie viele Menschen in Deutschland haben einen Bezug zur Türkei?
Das hängt von der Zählung ab. 2.648.000 haben eine Einwanderungsgeschichte mit Bezug zur Türkei, 3.081.000 einen Migrationshintergrund im weiteren Sinn (Destatis, Mikrozensus 2025, Erstergebnisse).
Wie viele Arbeitskräfte kamen aufgrund des Abkommens von 1961?
Bis zum Anwerbestopp im November 1973 kamen etwa 870.000 Arbeitskräfte aus der Türkei, etwa 500.000 Rückkehrfälle wurden registriert (bpb).
Können türkische Staatsangehörige bei der Einbürgerung ihre Staatsangehörigkeit behalten?
Das deutsche Recht lässt seit dem 27.06.2024 grundsätzlich eine zweite Staatsangehörigkeit zu. Zuvor behielten 1410 der 10.735 im Jahr 2023 Eingebürgerten die türkische Staatsangehörigkeit (Destatis). Konsulate nennen die Unterlagen für Personen, die sie aufgeben. Einzelheiten stehen im Ratgeber zur doppelten Staatsbürgerschaft.
Was ist die Mavi Kart?
Eine Karte für Personen, die als türkische Staatsangehörige geboren wurden und die türkische Staatsangehörigkeit mit Genehmigung verloren haben (NVI).
Wie lange leben türkische Staatsangehörige im Durchschnitt in Deutschland?
30,7 Jahre am 31.12.2025, gegenüber 14,8 Jahren bei allen ausländischen Staatsangehörigen (Destatis).
Wo in Deutschland leben türkische Staatsangehörige?
In jedem Land. Nordrhein-Westfalen 483.035, Baden-Württemberg 265.975, Bayern 193.605, Hessen 166.045 und Berlin 112.480 (Destatis, 31.12.2025). Die vollständige Liste steht im Kapitel über die Länder.
Wie viele wurden 2025 eingebürgert?
34.185 türkische Staatsangehörige, gegenüber 22.525 im Jahr 2024 (Destatis).
Quellen und Grenzen
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- Migration und Integration — Destatis, geprüft am 27.10.2026
- Ausländische Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit, Jahre — Destatis, geprüft am 27.10.2026
- Ausländische Bevölkerung nach Bundesländern — Destatis, geprüft am 27.10.2026
- Ausländische Bevölkerung nach Geburtsort — Destatis, geprüft am 27.10.2026
- Zeitreihe Ausländische Bevölkerung — Destatis, geprüft am 27.10.2026
- Ausländische Bevölkerung (Erläuterungen) — Destatis, geprüft am 27.10.2026
- Qualitätsbericht Ausländerstatistik 2025 (PDF) — Destatis, geprüft am 27.10.2026
- Statistischer Bericht: Ausländische Bevölkerung 2025 (Tabellen 12521) — Destatis, geprüft am 27.10.2026
- Pressemitteilung Nr. 128 vom 13.04.2026: 21,8 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte — Destatis, geprüft am 27.10.2026
- Bevölkerung nach Einwanderungsgeschichte und ausgewählten Geburtsstaaten — Destatis, geprüft am 27.10.2026
- Bevölkerung nach Migrationshintergrund im weiteren Sinn und ausgewählten Geburtsstaaten — Destatis, geprüft am 27.10.2026
- Bevölkerung nach Migrationshintergrund und doppelter Staatsangehörigkeit — Destatis, geprüft am 27.10.2026
- Einbürgerungen — Destatis, geprüft am 27.10.2026
- Pressemitteilung Nr. 186 vom 03.06.2026: Einbürgerungen 2025 — Destatis, geprüft am 27.10.2026
- Pressemitteilung Nr. 204 von 2025: Einbürgerungen 2024 — Destatis, geprüft am 27.10.2026
- Einbürgerungen nach Rechtsgründen und Staatsangehörigkeit — Destatis, geprüft am 27.10.2026
- Einbürgerungen und Beibehaltung der Staatsangehörigkeit — Destatis, geprüft am 27.10.2026
- Statistischer Bericht: Einbürgerungen 2025 (Tabellen 12511) — Destatis, geprüft am 27.10.2026
- Vor 60 Jahren: Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei (27.10.2021) — bpb, geprüft am 27.10.2026
- Regelung der Vermittlung türkischer Arbeitnehmer nach der Bundesrepublik Deutschland (Wortlaut des Notenwechsels) — bpb, geprüft am 27.10.2026
- Die Anwerbung türkischer Arbeitnehmer und ihre Folgen (Stefan Luft, 05.08.2014) — bpb, geprüft am 27.10.2026
- Eingebürgerte Personen — bpb, Zahlen und Fakten, geprüft am 27.10.2026
- Ausländische Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit — bpb, Zahlen und Fakten, geprüft am 27.10.2026
- 28. November 1983 — bpb, Deutschland-Chronik, geprüft am 27.10.2026
- Mavi Kart — NVI (Generaldirektion für Bevölkerung und Staatsangehörigkeit), geprüft am 27.10.2026
- Vatandaşlık ve Mavi Kart İşlemleri (11.03.2026) — Generalkonsulat der Türkei in Stuttgart, türkisches Außenministerium, geprüft am 27.10.2026
- Yurtdışı vatandaşlar — Präsidium für Auslandstürken und verwandte Gemeinschaften (YTB), geprüft am 27.10.2026
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