Wandern in der Türkei: Vier außergewöhnliche Routen für Naturliebhaber
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Die Türkei gehört zu den wenigen Ländern, in denen Sie morgens durch Kiefernwälder wandern und am Nachmittag im Meer schwimmen können – auf derselben Route. Abseits der bekannten Badeorte wartet ein Land, das selbst erfahrene Wanderer überrascht.
Wer Natur erleben will, sollte das Hinterland erkunden. Diese vier Wandergebiete zeigen, wie vielfältig die Türkei ist: von stillen Nationalparks über antike Handelswege bis hin zu Feuchtgebieten voller Leben. Kein Massentourismus, dafür echte Erlebnisse.

Warum Wandern in der Türkei anders ist
Zwischen Ägäis, Mittelmeer und Anatolien wechseln sich alpine Hochebenen, Schluchten, Küstenpfade und Feuchtgebiete auf engem Raum ab. Genau das macht das Wandern hier so abwechslungsreich.
Wichtig für Einsteiger: In der Türkei wird klar zwischen Wandern (Tages- und Halbtagestouren auf markierten Wegen) und Trekking (mehrtägige Touren mit Zelt, etwa auf dem Lykischen Weg) unterschieden. Für die hier vorgestellten Routen reichen feste Schuhe, ein Tagesrucksack und ausreichend Wasser. Die Sonne ist selbst im Frühjahr nicht zu unterschätzen – Kopfbedeckung und Sonnenschutz gehören immer dazu.
1. Dilek-Halbinsel-Nationalpark: Wo Wald auf Meer trifft
Der Dilek-Halbinsel- und Büyük-Menderes-Delta-Nationalpark an der Ägäis zählt zu den vielseitigsten Schutzgebieten des Landes. Die offiziell bestätigte Fläche beträgt 27.598 Hektar. Auf engem Raum wachsen 804 Pflanzenarten, dazu kommen rund 250 Vogelarten. Diese Mischung aus Wald, Gebirge und Küste ist in der Türkei selten.
Die Route für Genießer:
Ein gut ausgeschilderter botanischer Pfad verbindet die Buchten Kavaklıburun und Karasu (ca. 2 km). Perfekt für entspannte Spaziergänge. Anspruchsvoller sind die längeren Canyon-Routen mit 15–18 km. Dort wird es schnell ruhig – Wildschweine sind keine Seltenheit.
Geheimtipp:
Direkt am Parkeingang in Güzelçamlı liegt die Zeus-Höhle. Das Wasser bleibt auch im Sommer kühl – ideal nach der Wanderung. Früh kommen lohnt sich, mittags wird es voll.
Anreise: Von Kuşadası aus mit Dolmuş oder Mietwagen nach Güzelçamlı. Die nächsten Flughäfen sind İzmir und Bodrum-Milas.

2. Denizli Kızılcabölük: Auf den Spuren der Geschichte
Kızılcabölük in der Provinz Denizli ist kein klassisches Wanderziel. Genau deshalb lohnt sich der Weg. Die Region wird auch aktuell für organisierte historische Wanderungen genutzt und bleibt vom internationalen Trubel verschont.
Die Herausforderung:
Der rund 22 Kilometer lange Weg führt über alte Pfade Richtung Denizli-Çamlık. Höhepunkt ist das Herakleia Hieronu, ein antikes Grabmonument auf dem Salbacos-Gebirge (Babadağ). Die Route ist lang, technisch aber überschaubar – Kondition ist entscheidend.
Wer ohnehin wegen Hierapolis und Pamukkale in der Region ist, sollte einen zusätzlichen Tag für diese Wanderung einplanen. Feste Schuhe und ausreichend Wasser sind Pflicht, Einkehrmöglichkeiten gibt es kaum.
3. Der Karische Weg: Etappe Yazıköy–Knidos
Mit über 800 Kilometern gilt der Karische Weg weiterhin als längste markierte Kulturwanderroute der Türkei. Für eine Tagestour ist die Datça-Halbinsel ideal.
Die Route:
Von Yazıköy geht es durch Olivenhaine und Macchia bis zur antiken Hafenstadt Knidos. Am Ziel treffen Ägäis und Mittelmeer aufeinander. Der Weg ist gut markiert, Schatten ist jedoch Mangelware.
Insider-Tipp: Spätnachmittags starten und den Sonnenuntergang am Leuchtturm von Deveboynu einplanen. Badesachen nicht vergessen – der Sprung ins Wasser im antiken Hafen gehört dazu.

4. Sultan-Sümpfe-Nationalpark: Ein Paradies für Vogelbeobachter
Südlich des Erciyes-Vulkans liegt der Sultan-Sazlığı-Nationalpark. Das Feuchtgebiet ist international anerkannt und weiterhin ein zentraler Rastplatz für Zugvögel.
Warum hierher?
Über 301 Vogelarten sind bestätigt, darunter Flamingos, Pelikane und Reiher. Gewandert wird auf flachen Holzstegen – ideal auch für weniger geübte Besucher. Frühmorgens ist das Licht am schönsten und die Tieraktivität am höchsten.
Der Park eignet sich gut als Tagesausflug von Kayseri oder als Ergänzung zu einer Reise nach Kappadokien. Fernglas einpacken, Cafés gibt es vor Ort kaum.

Ob Küste, Hochland oder Feuchtgebiet: Die Türkei belohnt alle, die bereit sind, ein paar Schritte abseits der bekannten Wege zu gehen.








