Wahlen in der Türkei: Stimmabgabe, Sitze und Au...
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Wahlen in der Türkei: Stimmabgabe, Sitze und Auszählung

Wer in der Türkei wählt, wie ein Wahllokal vom Ausweis bis zum Protokoll arbeitet, wie 600 Sitze verteilt werden und wie der Präsident gewählt wird.

21 Min. Lesezeit Aktualisiert: 28.10.2026
Eine durchsichtige Wahlurne aus Kunststoff auf einem weiß gedeckten Tisch vor einer Holzwand mit einem gerahmten Porträt und einer weißen Fahne mit rundem Emblem; auf dem Tisch liegen einige Stimmzettel und olivgrüne Wahlumschläge
Ein Tisch im Wahllokal 2017: die durchsichtige Wahlurne, Stimmzettel und Wahlumschläge. Foto: Yıldız Yazıcıoğlu (VOA), 13.04.2017, Wikimedia Commons; gemeinfrei, Dateiseite.

Türkische Staatsbürger ab 18 Jahren wählen an einer Wahlurne (sandık) nahe ihrer gemeldeten Wohnadresse, einmal je Wahlart. Der Präsident und die 600 Abgeordneten der Großen Nationalversammlung der Türkei werden gemeinsam alle fünf Jahre gewählt. Kommunalwahlen bestimmen ebenfalls alle fünf Jahre Bürgermeister, Räte und den muhtar, den gewählten Vorsteher eines Stadtviertels oder Dorfes. Die Stimmabgabe dauert normalerweise von 08:00 bis 17:00, die Auszählung ist öffentlich, und für jede Urne wird abschließend ein Ergebnisprotokoll unterschrieben.

Kurz gesagt · geprüft am 27.10.2026

Türkische Staatsbürger auf der Wählerliste wählen an einer bestimmten Wahlurne.

  • Wer wählt. Türkische Staatsbürger ab 18 Jahren, die auf der Wählerliste stehen (seçmen kütüğü, das Wählerverzeichnis mit den Wohnadressen).
  • Wer nicht wählt. Ausländische Staatsangehörige, Inhaber der Mavi Kart (der Karte für gebürtige türkische Staatsbürger, die mit Genehmigung aus der Staatsangehörigkeit ausgeschieden sind) und die in Kapitel 01 genannten Gruppen.
  • Eine Urne, eine Stimme. Jedem Wähler ist eine Wahlurne zugeteilt. Er wählt nur dort, einmal je Wahlart, zwischen 08:00 und 17:00.
  • Sitze. Die 600 Sitze werden durch Teilung der Stimmen jeder Liste durch 1, 2, 3 … verteilt. Eine Liste braucht landesweit 7 % der gültigen Stimmen, um daran teilzunehmen.

Dürfen Sie wählen?

Türkischer Staatsbürger ab 18

Ja, auf der Wählerliste

Sie wählen an der Wahlurne, die auf der Wählerliste für Ihre Wohnadresse genannt ist. Werden Sie spätestens am Wahltag 18, kommen Sie auf die Liste.

Als Ausländer in der Türkei leben

Nein

Das Wahlrecht steht türkischen Staatsbürgern zu. Ausländische Staatsangehörige stehen nicht auf der Wählerliste.

Inhaber der Mavi Kart

Nein

Die Mavi Kart ist eine Karte für Menschen, die als türkische Staatsbürger geboren wurden und mit staatlicher Genehmigung aus der Staatsangehörigkeit ausgeschieden sind. Sie behalten die meisten Bürgerrechte, dürfen aber weder wählen noch bei Wahlen kandidieren.

Wehrdienst oder Haft

Währenddessen nicht

Mannschaften und Gefreite im aktiven Dienst, Militärschüler und Menschen, die eine Haftstrafe verbüßen, wählen nicht. Wegen fahrlässiger Straftaten Verurteilte sind davon ausgenommen.

Türkischer Staatsbürger im Ausland

Ja, auf der Auslandswählerliste

Staatsbürger im Ausland wählen bei Wahlen zur Nationalversammlung, Präsidentschaftswahlen und Volksabstimmungen: in einer Botschaft oder einem Konsulat, an einem Grenzübergang oder elektronisch. Darüber entscheidet der Hohe Wahlrat für jede Wahl. Kapitel 08 beschreibt den Ablauf.

Werkzeug · Regeln geprüft am 27.10.2026

Der Abend an der Wahlurne

Gehen Sie durch ein Wahllokal im Klassenzimmer, von der versiegelten Wahlurne bis zum unterschriebenen Ergebnisprotokoll. Probieren Sie dann an einem erfundenen Stimmzettel aus, wo ein Stempel stehen darf.

  1. Vor 08:00 · die Leitung und der Wahlvorstand

    Die Urne wird versiegelt

    Vor Beginn der Stimmabgabe zeigt die Leitung (sandık kurulu başkanı) dem Wahlvorstand und den Wahlbeobachtern, dass die durchsichtige Wahlurne leer ist. Sie schließt und versiegelt sie, sodass sie sich nur durch Brechen des Siegels öffnen lässt. Der Wahlvorstand versieht auch jeden Stimmzettel mit seinem eigenen Siegel.

  2. Am Tisch · die Leitung

    Ausweiskontrolle

    Die Wähler treten einzeln an den Tisch. Die Leitung nimmt den Ausweis entgegen und sucht den Namen auf der Wählerliste dieser Urne (sandık seçmen listesi). Akzeptiert werden der Personalausweis oder ein anderes staatliches Dokument mit der türkischen Identitätsnummer. Dokumente einer Gemeinde oder eines Muhtars zählen nicht.

  3. Am Tisch · die Leitung

    Stimmzettel in der Hand

    Die Leitung übergibt einen gemeinsamen Stimmzettel (birleşik oy pusulası: ein einziges Blatt mit allen Listen). Sie erklärt, welche Wahlkabine zu nutzen ist und wie der Stimmzettel gefaltet und zugeklebt wird. Schwangere, kranke und behinderte Wähler müssen nicht warten.

  4. In der Wahlkabine · Sie allein

    Stempeln, falten, kleben

    In die geschlossene Wahlkabine (kapalı oy verme yeri) darf niemand sonst eintreten. Stempeln Sie mit dem Stempel (mühür) das Feld einer Liste, falten Sie den Stimmzettel und kleben Sie seinen gummierten Rand selbst zu. Handys und Kameras bleiben ausgeschaltet bei der Leitung.

  5. An der Urne · Sie

    In die Urne

    Verlassen Sie die Wahlkabine und werfen Sie den gefalteten Stimmzettel selbst in die durchsichtige Wahlurne. Niemand darf Ihnen sagen, wie Sie wählen sollen, und niemand darf nach der Stimmabgabe an der Urne bleiben.

  6. Am Tisch · die Leitung

    Unterschrift, Ausweis zurück

    Die Leitung gibt den Ausweis zurück und lässt Sie neben Ihrem Namen auf der Liste unterschreiben. Wer nicht unterschreiben kann, hinterlässt stattdessen den Abdruck des linken Daumens.

  7. Ab 17:00 · alle Anwesenden

    Auszählung und Ergebnisprotokoll

    Die Wahlurne wird vor allen Anwesenden geöffnet. Die Wahlumschläge werden laut gezählt und jeder Stimmzettel laut vorgelesen. Der Wahlvorstand erstellt das Ergebnisprotokoll (sandık sonuç tutanağı), unterschreibt und stempelt es. Kapitel 04 beschreibt den Ablauf.

ÖRNEKTİR

A
B
C
D
·
StempelpositionStimmzettelWarum
Innerhalb von BZählt für BEin Stempel innerhalb des Feldes einer Liste zählt für diese Liste.
In D, ein FleckZählt für DEin Fleck macht einen Stimmzettel nicht ungültig, wenn nichts darauf hinweist, dass er als besonderes Zeichen angebracht wurde.
Zwei Stempel in CZählt für CAuch mehrere Stempel innerhalb des Feldes derselben Liste zählen für diese Liste.
Berührt die DoppellinieZählt für AEin Stempel im Feld einer Liste, der lediglich bis an die Doppellinie zwischen zwei Feldern reicht, zählt für diese Liste.
Über B und CUngültigEin Stempel, der in die Felder mehrerer Listen hineinreicht, macht den Stimmzettel ungültig.
Stempel in A und DUngültigStempel in den Feldern mehrerer Listen machen den Stimmzettel ungültig.
Kein StempelUngültigEin Stimmzettel ohne jeglichen Stempel ist ungültig.
Ein Name neben dem StempelUngültigEin Name, eine Unterschrift, Schrift oder ein anderes Zeichen neben dem „EVET“-Stempel machen den Stimmzettel ungültig.

Zum Mitnehmen

  • Bringen Sie ein staatliches Dokument mit Ihrer türkischen Identitätsnummer mit, etwa den Personalausweis. Der Hohe Wahlrat nennt zu Beginn jeder Wahl die akzeptierten Dokumente. Die Wahlbenachrichtigung ist kein Ausweis.
  • Ihre Wahlurne finden Sie auf der Wahlbenachrichtigung. Die Listen hängen auch im Büro des Muhtars (muhtarlık). Der Muhtar beantwortet am Wahltag bis 17:00 Fragen zu Ihrer Urne.
  • Oy kullanacağım sandığı öğrenmek istiyorum.Ich möchte wissen, an welcher Wahlurne ich wähle.
  • Seçmen bilgi kâğıdım yanımda.Ich habe meine Wahlbenachrichtigung dabei.
  • Kimliğim yanımda.Ich habe meinen Ausweis dabei.

Wer wählt und wer nicht

Das Wahlrecht steht türkischen Staatsbürgern ab 18 Jahren zu. Werden die Listen in einem Wahljahr erstellt, zählt der 18. Geburtstag bis einschließlich zum Wahltag.

  • Türkische Staatsbürger ab 18 Jahren. Sie wählen an der Urne, die auf ihrer Wählerliste genannt ist, auch im Ausland (Kapitel 08).
  • Ausländische Staatsangehörige. Das Wahlrecht steht ausschließlich türkischen Staatsbürgern zu.
  • Inhaber der Mavi Kart. Die Karte bewahrt gebürtigen türkischen Staatsbürgern, die mit Genehmigung aus der Staatsangehörigkeit ausgeschieden sind, sowie ihren Nachkommen bis zum dritten Grad die meisten Bürgerrechte. Das Recht zu wählen und zu kandidieren gehört nicht dazu.
  • Soldaten und Militärschüler. Mannschaften und Gefreite im aktiven Dienst, auch während eines Urlaubs, sowie Militärschüler wählen nicht.
  • Häftlinge. Menschen, die eine Strafe in einer Strafanstalt verbüßen, wählen nicht. Wegen fahrlässiger Straftaten Verurteilte sind davon ausgenommen.
National­versammlung

Abgeordnete

Türkische Staatsbürger über 18 mit Grundschulabschluss, die den Wehrdienst geleistet haben, davon befreit sind oder einen Aufschub haben. Nicht kandidieren dürfen Geschäftsunfähige, vom öffentlichen Dienst Ausgeschlossene und wegen der in der Verfassung genannten Straftaten Verurteilte. Richter, Staatsanwälte, Hochschullehrer, Beamte und Angehörige der Streitkräfte dürfen erst nach ihrem Ausscheiden kandidieren.

Verfassung, Art. 76

Präsident

Über 40

Über 40, mit Hochschulabschluss und zum Abgeordneten wählbar. Kapitel 06 erklärt, wer Kandidaten vorschlagen darf.

Verfassung, Art. 101

Kommunal

Bürgermeister, Rat, Muhtar

Bürgermeister und Räte: türkische Staatsbürger über 18, die die Voraussetzungen des Wahlgesetzes erfüllen. Muhtar und Ältestenrat: über 18, lese- und schreibkundig und seit mindestens sechs Monaten im Stadtviertel oder Dorf wohnhaft.

Gesetz 2972, Art. 9 und 31

Quellen: Die Verfassung · Wahlgesetze (TBMM-Sammlung) · NVİ Mavi Kart · geprüft am 27.10.2026

Die Wählerliste und Ihre Wahlurne

Jedem Wähler ist eine Wahlurne zugeteilt, die auf der Wählerliste für seine Wohnadresse genannt ist. Welche es ist, steht auf der Wahlbenachrichtigung (seçmen bilgi kâğıdı). Sie ist kein Ausweis.

  1. Ihre WohnadresseDas Wählerverzeichnis beruht auf der Wohnadresse im Adressregistrierungssystem (adres kayıt sistemi, der zentralen elektronischen Adressdatei) und wird jährlich erneuert.
  2. Eine Liste je Urne120 Tage vor der Stimmabgabe werden aus dem Wählerverzeichnis die Wählerlisten der Wahlurnen (sandık seçmen listesi) erstellt: die Wähler im Gebiet jeder Urne, alphabetisch geordnet.
  3. Ausgehängt und einsehbarDie Liste des Stadtviertels (askı listesi) hängt zwei Wochen aus, damit Fehler berichtigt werden können. Staatsbürger können die Listen jederzeit im muhtarlık einsehen, dem Büro des gewählten Vorstehers des Stadtviertels oder Dorfes.
  4. Die WahlbenachrichtigungJeder Wähler erhält eine Benachrichtigung, die zugeschickt oder ausgehändigt wird und den Bezirk sowie die Nummer der Wahlurne nennt. Darauf steht, dass sie kein Ausweis ist.
  5. FragenAb 10 Tagen vor der Stimmabgabe bis 17:00 am Wahltag beantwortet der Muhtar Fragen der Wähler zu ihrer Urne und deren Standort.
Ein kleines weißes eingeschossiges Gebäude mit rotem Dachrand, einer türkischen Fahne an einem Mast und dem Schild des Büros eines Stadtviertelvorstehers; auf dem gepflasterten Weg davor liegt Schnee
Ein muhtarlık in Etimesgut, Ankara: In solchen Büros werden Wählerlisten ausgehängt. Foto: Emreozgul68, 13.02.2023, Wikimedia Commons; CC0, Dateiseite.

Ein Wähler, eine Urne

Auf der Liste
Name des Wählers, Namen der Eltern, Geburtsjahr, Geburtsbezirk und Wohnadresse. Bei unvollständigen Angaben wird ein Wähler erst auf die Wählerliste einer Urne gesetzt, wenn sie ergänzt sind.
Nur dort
Ein Wähler wählt nur an der Urne seiner eigenen Liste, einmal je Wahlart. Wer nicht auf der Wählerliste einer Urne steht, darf dort nicht wählen, außer in den im Gesetz genannten Fällen.
Nach dem Wählen
Nach der Stimmabgabe bleibt niemand an der Urne, außer Mitgliedern des Wahlvorstands, diensthabenden Polizisten sowie Abgeordneten und Kandidaten.

Wie eine Adresse geschrieben und registriert wird: Türkisches Adressformat.

Quellen: Wahlgesetze (TBMM-Sammlung) · NVİ Adres Kayıt Sistemi · geprüft am 27.10.2026

Der Wahltag an der Wahlurne

Die Stimmabgabe dauert von 08:00 bis 17:00. Ein siebenköpfiger Wahlvorstand betreut jede Urne. Der Wähler zeigt seinen Ausweis, erhält einen Stimmzettel, stempelt ihn allein in einer Wahlkabine, faltet ihn, klebt ihn zu und wirft ihn in die durchsichtige Wahlurne.

Am Tisch

Sieben Personen

Die Leitung übernimmt ein ausgeloster Beschäftigter des öffentlichen Dienstes. Dazu kommen sechs Mitglieder: fünf von politischen Parteien benannte und ein weiterer ausgeloster Beschäftigter des öffentlichen Dienstes. Sechs Ersatzmitglieder stehen bereit. Jede Partei und jeder unabhängige Kandidat darf einen Wahlbeobachter (müşahit) entsenden.

Gesetz 298, Art. 21–25

Gültiger Ausweis

Die türkische Nummer

Der Personalausweis oder ein anderes staatliches Dokument mit der türkischen Identitätsnummer; der Hohe Wahlrat nennt zu Beginn jeder Wahl die akzeptierten Dokumente. Ein Dokument ohne die Nummer wird nur zusammen mit der Wahlbenachrichtigung oder einem anderen vom Hohen Wahlrat genannten Dokument akzeptiert.

Gesetz 298, Art. 87

Hilfe

Ein Helfer, eine Person

Blinde, gelähmte oder sichtbar behinderte Wähler dürfen einen Verwandten auf derselben Liste als Helfer mitnehmen, oder einen anderen Wähler, wenn es keinen Verwandten gibt. Ein Helfer hilft nur einer Person. Schwangere, kranke und behinderte Wähler müssen nicht warten; ältere Wähler können vorgezogen werden.

Gesetz 298, Art. 90, 93

Wahlkabine

Allein, ohne Handy

Handys und Kameras werden ausgeschaltet und der Leitung übergeben. Nach der Stimmabgabe werden sie zurückgegeben. Niemand betritt die Wahlkabine, solange ein Wähler darin ist, und niemand darf einen Wähler an der Urne beeinflussen.

Gesetz 298, Art. 88, 92

Eine flächige Zeichnung auf einem Holzschreibtisch: ein runder Handstempel mit rotem Griff auf einem marineblauen Stempelkissen, ein cremefarbener Stimmzettel mit einem Raster aus acht leeren Rechtecken mit je einem leeren Kreis und einem gummierten Randstreifen, ein schlichter Wahlumschlag und ein Bleistift
Eine für diese Seite angefertigte Zeichnung: was ein Wähler in die Hand bekommt. Sie zeigt keinen echten Stimmzettel.

Was Wähler benutzen

Stimmzettel
Ein gemeinsamer Stimmzettel (birleşik oy pusulası) je Wahl: ein einziges Blatt mit allen Listen und dem Wasserzeichen des Hohen Wahlrats. Gefaltet und am gummierten Rand zugeklebt, wird er selbst zum Wahlumschlag. Werden Präsident und Nationalversammlung gemeinsam gewählt, kommen beide Stimmzettel in einen Wahlumschlag.
Der Stempel
Das Gesetz nennt ihn „EVET“-Stempel (mühür; evet bedeutet ja). Der Wähler stempelt das Feld einer Liste.
Die Urne
Durchsichtiger Hartkunststoff, 40 × 55 × 50 cm, mit einem Schlitz im Deckel.
Die Wahlzeit
08:00 bis 17:00. Wer um 17:00 bereits ansteht, darf noch wählen. Der Hohe Wahlrat kann die Zeiten mit einer Woche Vorlauf ändern.
Zwei Tische mit einer durchsichtigen Wahlurne, Rollen gelber Aufkleber, einem Stempel mit rotem Griff, Stimmzetteln, einer Wählerliste und einer durchsichtigen Kunststoffablage mit rosa Griffen; dazu die Hände von Mitgliedern des Wahlvorstands und eines Wählers, der einen Wahlumschlag über die Urne hält
Ein Tisch an einer Wahlurne in einer Schule bei den Kommunalwahlen 2024: die Urne, der Stempel, die Listen und die Stimmzettel. Foto, zugeschnitten: Zafer, 31.03.2024, Wikimedia Commons; CC BY 4.0, Dateiseite.

Rund um den Wahltag

  • Sendepause zur Wahl. Am Wahltag dürfen Radiosender und alle anderen Rundfunkanbieter bis 18:00 keine Nachrichten, Prognosen oder Kommentare zur Wahl und ihren Ergebnissen senden. Von 18:00 bis 21:00 dürfen im Radio nur Nachrichten und Bekanntmachungen des Hohen Wahlrats zur Wahl gesendet werden. Nach 21:00 sind alle Sendungen erlaubt.
  • Lokale geschlossen. Vergnügungsstätten bleiben während der Wahlzeit geschlossen.
  • Keine Waffen. Am Wahltag darf in Dörfern, Kleinstädten und Städten niemand eine Waffe tragen, außer den für Sicherheit und Ordnung zuständigen Personen.

Quellen: Wahlgesetze (TBMM-Sammlung) · geprüft am 27.10.2026

Nach 17:00: öffentliche Auszählung und unterschriebenes Ergebnisprotokoll

Die Auszählung findet im selben Raum öffentlich statt, sobald die Stimmabgabe endet. Für jede Urne wird ein Ergebnisprotokoll (sandık sonuç tutanağı) erstellt, das der Wahlvorstand unterschreibt. Die Verfassung unterstellt Wahlen der allgemeinen Leitung und Aufsicht der Justizorgane.

Eine Zeichnung eines Tisches in einem Klassenzimmer mit einer offenen durchsichtigen Wahlurne, einer Ablage mit Wahlumschlägen, einem Stapel Stimmzettel, einem linierten Blatt mit Gruppen von Bleistiftstrichen, einem Bleistift und einem Stempel mit rotem Griff; dahinter eine grüne Schultafel und Holzstühle
Eine für diese Seite angefertigte Zeichnung: der Auszählungstisch. Sie zeigt kein echtes Ergebnisprotokoll.
  1. WahlendeDie Urne wird nicht vor 17:00 geöffnet, sofern der Hohe Wahlrat keine andere Zeit festlegt. Die Leitung verkündet das Ende laut; die Uhrzeit wird festgehalten. Anhand der Unterschriften und Daumenabdrücke auf der Liste wird gezählt, wie viele Menschen gewählt haben.
  2. Übrige StimmzettelUnbenutzte Stimmzettel und Wahlumschläge werden gezählt und in einem Paket versiegelt.
  3. Die Urne wird geöffnetDie Leitung öffnet sie vor allen Anwesenden. Die Wahlumschläge werden zweimal laut gezählt; bei unterschiedlichen Ergebnissen ein drittes Mal.
  4. Stimmzettel prüfenJeder Stimmzettel wird auf Gültigkeit geprüft. Ungültige und beanstandete Stimmzettel werden beiseitegelegt. Über die beanstandeten entscheidet der Wahlvorstand. Die Zahl der gültigen und ungültigen Stimmzettel wird im Ergebnisprotokoll festgehalten.
  5. Stimmzettel vorlesenDie Zähllisten werden zunächst leer vorgezeigt. Die Leitung liest jeden Stimmzettel für alle hörbar vor; zwei Mitglieder führen die Zähllisten. Eine Beschwerde unterbricht die Auszählung nicht.
  6. Das ErgebnisprotokollEs wird für jede Wahlart zweifach erstellt, von der Leitung und den Mitgliedern unterschrieben und gestempelt. Eine beglaubigte Kopie wird eine Woche lang ausgehängt. Wahlbeobachter können Kopien verlangen.

Zählt ein Stimmzettel?

Ein Stimmzettel ist ungültig, wenn

  • kein Stempel darauf steht oder „EVET“-Stempel in den Feldern mehrerer Listen stehen.
  • ein Stempel in die Felder mehrerer Listen hineinreicht.
  • ein anderes Zeichen vorhanden ist: ein Name, Unterschriftsstempel, Siegel oder Fingerabdruck anstelle des „EVET“-Stempels oder daneben, oder nicht vorgedruckte Schrift, Buchstaben, Zahlen oder Zeichnungen.
  • das Feld einer Liste eindeutig absichtlich bekritzelt, bemalt oder markiert ist.
  • es der falsche Stimmzettel ist: nicht die vom Wahlvorstand ausgegebene Art, ohne Wasserzeichen des Hohen Wahlrats auf der Rückseite oder für einen anderen Wahlkreis bestimmt.
  • er so zerrissen ist, dass er nicht mehr vollständig ist.

Ein Stimmzettel zählt trotzdem, wenn

  • mehrere Stempel im Feld einer Liste stehen und keiner das Feld einer anderen Liste erreicht.
  • der Stempel nur bis an die Doppellinie zwischen zwei Feldern reicht.
  • ein Fleck vorhanden ist, aber nichts darauf hinweist, dass er als besonderes Zeichen angebracht wurde.
  • das Siegel des Wahlvorstands auf der Rückseite beim Falten auf andere Teile des Stimmzettels abgefärbt hat.
  • die Rückseite aus Nachlässigkeit des Wahlvorstands nicht gesiegelt wurde und der Stimmzettel das Wasserzeichen des Hohen Wahlrats trägt.
  • er beim Öffnen der Wahlumschläge oder beim Vorlesen der Stimmen eingerissen ist, oder versehentlich ein Teil eingerissen ist, ohne dass das Ganze auseinandergerissen wurde.
Der verglaste Eingang eines modernen Gebäudes mit einer Drehtür unter einem Vordach und einem Schild mit rundem Emblem und den goldenen Buchstaben „Yüksek Seçim Kurulu“
Das Gebäude des Hohen Wahlrats (Yüksek Seçim Kurulu, YSK) in Ankara. Foto: Yıldız Yazıcıoğlu (VOA), 11.04.2019, Wikimedia Commons; gemeinfrei, Dateiseite.

Von der Urne zum landesweiten Ergebnis

Die Ergebnisprotokolle der Urnen gehen an den Bezirkswahlausschuss und den Provinzwahlausschuss. An der Spitze steht der Hohe Wahlrat.

Mitglieder
Sieben ordentliche und vier Ersatzmitglieder: sechs gewählt von der Vollversammlung des Kassationshofs (Yargıtay) und fünf von der Vollversammlung des Staatsrats (Danıştay), jeweils aus ihren eigenen Reihen.
Aufgabe
Er übernimmt die Aufgaben, die von Anfang bis Ende einen gerechten und geordneten Wahlablauf sichern, und entscheidet abschließend über Unregelmäßigkeiten, Beschwerden und Einsprüche.
Rechtsmittel
Gegen seine Entscheidungen kann bei keiner Stelle ein Rechtsmittel eingelegt werden.

Quellen: Wahlgesetze (TBMM-Sammlung) · Die Verfassung · geprüft am 27.10.2026

Wie die 600 Sitze verteilt werden

Wähler wählen eine Liste in ihrem Wahlkreis. Jeder Wahlkreis erhält Sitze nach seiner Bevölkerungszahl. Gesetz 2839 verteilt sie durch Teilung der Stimmen jeder Liste durch 1, 2, 3 … auf die Listen. Nur Listen, die landesweit die 7-%-Hürde der gültigen Stimmen überwinden, nehmen daran teil.

  1. Sitze je WahlkreisEs gibt 600 Sitze. Jede Provinz erhält zunächst einen Sitz; die übrigen werden nach Bevölkerungszahl verteilt. Eine Provinz mit bis zu 18 Sitzen bildet einen Wahlkreis, eine mit 19 bis 35 zwei und eine mit 36 oder mehr drei.
  2. Die 7-%-HürdeEine Liste, die landesweit keine 7 % der gültigen Stimmen erreicht, erhält keinen Sitz. Parteien in einem Wahlbündnis (ittifak) werden gemeinsam geprüft: Ihre Stimmen werden addiert. Ein unabhängiger Kandidat auf einer Parteiliste wird nur gewählt, wenn die Partei die Hürde überwindet.
  3. TeilungIm Wahlkreis werden die Stimmen jeder Liste, die die Hürde überwindet, durch 1, dann 2, dann 3 … geteilt, bis zur Zahl der Sitze. Die höchsten dieser Zahlen erhalten jeweils einen Sitz. Bei Gleichstand um den letzten Sitz entscheidet das Los.
  4. In einer ListeDie Sitze einer Liste gehen in der Listenreihenfolge an ihre Kandidaten.

Ein erfundener Wahlkreis, acht Sitze. Welche Regel?

Die 7-%-Hürde gilt

Liste D liegt unter der Hürde

D hat landesweit 5 % und nimmt daher nicht an der Teilung teil, obwohl die Liste in diesem Wahlkreis 1300 Stimmen hat. A, B und C teilen sich die acht Sitze.

ÖRNEKTİR

Landesweiter AnteilA 40 %B 31 %C 22 %D 5 %
ListeStim­men÷1÷2÷3÷4Sitze
A400014000420006133310003
B32002320051600710678003
C210032100810507005252
D1300––––0

C und D bilden ein Wahlbündnis

D wird mit C geprüft

Das Wahlbündnis hat landesweit 27 % und überwindet damit die Hürde. Die Sitze werden weiterhin nach den eigenen Stimmen jeder Partei berechnet; D erhält einen.

ÖRNEKTİR

Landesweiter AnteilA 40 %B 31 %C 22 %D 5 %
ListeStim­men÷1÷2÷3÷4Sitze
A400014000420006133310003
B32002320051600810678003
C21003210010507005251
D1300713006504333251

Zum Vergleich

Ohne die 7-%-Hürde

Alle vier Listen würden an der Teilung teilnehmen. Bei denselben Stimmen erhält D einen Sitz.

ÖRNEKTİR

Landesweiter AnteilA 40 %B 31 %C 22 %D 5 %
ListeStim­men÷1÷2÷3÷4Sitze
A400014000420006133310003
B32002320051600810678003
C21003210010507005251
D1300713006504333251

Die Listen, Stimmen und Anteile sind erfunden und veranschaulichen das Verfahren. Die Zahlen in den Zellen sind die Stimmen der jeweiligen Liste, geteilt durch 1, 2, 3 und 4. Die schattierten Zahlen, nummeriert von 1 bis 8, sind die acht höchsten.

Die Regel in einer Zeile

7 % landesweit, dann Teilung durch 1, 2, 3 …

Die Hürde und die Regel zum Wahlbündnis stehen in Gesetz 7102 von 2018 und Gesetz 7393 von 2022. Gesetz 2839 verteilt die Sitze durch Teilung, das Verfahren nach d’Hondt.

Eine lange weiße Marmorreliefwand mit gemeißelten Figuren und Textzeilen vor terrassenförmigen Stufen; dahinter auf dem Hügel das lange Gebäude der Nationalversammlung mit zwei Fahnenmasten unter bewölktem Himmel
Die Große Nationalversammlung der Türkei (Türkiye Büyük Millet Meclisi, TBMM) in Ankara. Foto: Makril, 22.07.2007, Wikimedia Commons; CC BY-SA 3.0, Dateiseite.
  • Wahlbündnisse. Parteien können in einem Wahlbündnis antreten; jede reicht ihre eigene Liste ein. Die Bündnisvereinbarung geht innerhalb von sieben Tagen nach Beginn des Wahlzeitraums an den Hohen Wahlrat. Der Wahlzeitraum beginnt 60 Tage vor dem Wahltag.
  • Das Ziel. Die Verfassung bestimmt, dass die Wahlgesetze „so ausgestaltet werden müssen, dass sie die Grundsätze einer gerechten Vertretung und der Regierungsstabilität miteinander in Einklang bringen“.
  • Änderungen. Änderungen der Wahlgesetze gelten nicht für Wahlen, die innerhalb eines Jahres nach ihrem Inkrafttreten stattfinden.

Quellen: Wahlgesetze (TBMM-Sammlung) · Die Verfassung · geprüft am 27.10.2026

Der Präsident

Der Präsident wird am selben Tag wie die Nationalversammlung direkt von den Wählern gewählt. Ein Kandidat braucht mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen. Erreicht das niemand, treten die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen am zweiten Sonntag danach erneut gegeneinander an.

Eine durchsichtige Wahlurne mit einem weißen Papierschild mit der Aufschrift „Cumhurbaşkanı“ und „1306 nolu sandık“ und vielen olivgrünen Wahlumschlägen darin
Eine Urne bei der Präsidentschaftswahl 2014 mit der Aufschrift „Cumhurbaşkanı“ (Präsident) und ihrer Urnennummer 1306. Foto, zugeschnitten: Mehtap Çolak Yılmaz, 10.08.2014, Wikimedia Commons; gemeinfrei, Dateiseite.

Amtszeit und Nominierung

Amtszeit
Fünf Jahre, höchstens zwei Amtszeiten.
Erneute Wahlen
Die Verfassung (Art. 116) sagt: „Beschließt die Nationalversammlung während der zweiten Amtszeit des Präsidenten der Republik, die Wahlen zu erneuern, darf er oder sie erneut kandidieren.“
Wählbar
Über 40, mit Hochschulabschluss und zum Abgeordneten wählbar.
Vorschlag von
Fraktionen, Parteien mit mindestens 5 % der gültigen Stimmen bei der letzten Parlamentswahl (allein oder gemeinsam) oder mindestens 100.000 Wähler.
Auszählung
Findet die Wahl gemeinsam mit der Wahl zur Nationalversammlung statt, werden die Stimmzettel für den Präsidenten zuerst ausgezählt.
  1. Erster WahlgangGewählt ist, wer die absolute Mehrheit der gültigen Stimmen erhält, also mehr als die Hälfte.
  2. StichwahlErreicht das niemand, treten die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen am zweiten Sonntag nach dem ersten Wahlgang gegeneinander an. Gewählt ist, wer die Mehrheit der gültigen Stimmen erhält.
  3. Stichwahlkandidat fällt ausDer nächste Kandidat in der Rangfolge des ersten Wahlgangs rückt nach. Ein Ersatz ist bis 17:00 am Tag nach den vorläufigen Ergebnissen möglich.
  4. Nur ein KandidatDie Stichwahl findet dann als Volksabstimmung statt: eine Abstimmung allein über diesen Kandidaten. Erhält er nicht die Mehrheit der gültigen Stimmen, wird nur die Präsidentschaftswahl erneuert.

Quellen: Die Verfassung · Wahlgesetze (TBMM-Sammlung) · mehr zu den Befugnissen des Amtes: Die türkische Verfassung · geprüft am 27.10.2026

Kommunalwahlen und der Muhtar

Alle fünf Jahre, am letzten Sonntag im März des fünften Jahres, wählen die Wähler ihren Bürgermeister, den Gemeinderat, den Provinzrat (il genel meclisi) und den Muhtar. Alle zugehörigen Stimmzettel kommen in einen Wahlumschlag.

Bürger­meister

Belediye başkanı

Der Kandidat mit den meisten Stimmen wird Bürgermeister.

Gesetz 2972, Art. 22

Gemeinderat

Belediye meclisi

Von der Stimmenzahl jeder Liste wird ein Zehntel der gültigen Stimmen des Wahlkreises abgezogen. Bleibt einer Liste nichts übrig, erhält sie keinen Sitz. Der Rest wird durch 1, 2, 3 … geteilt, um die Sitze zu verteilen.

Gesetz 2972, Art. 23

Stadtviertel und Dorf

Muhtar und Ältestenrat

Die meisten Stimmen entscheiden; ein Kandidaturverfahren gibt es nicht. Ein Stadtviertel wählt acht Mitglieder des Ältestenrats (ihtiyar heyeti); die vier mit den meisten Stimmen sind die ordentlichen Mitglieder. Ein Dorf wählt je nach Bevölkerungszahl 8, 10 oder 12, davon sind die führenden 4, 5 oder 6 ordentliche Mitglieder.

Gesetz 2972, Art. 30–32

Ein kleines beiges eingeschossiges Gebäude mit weißer Tür, vergitterten Fenstern, einem roten Schild mit dem Namen des Büros eines Stadtviertelvorstehers und einer türkischen Fahne auf dem Dach; dahinter weiße Kuppeldächer unter blauem Himmel
Das muhtarlık von Hasanpaşa: In solchen Stadtviertelbüros hängen Wählerlisten aus. Foto: Wiki leylek, 20.05.2025, Wikimedia Commons; CC BY 4.0, Dateiseite.

Der Muhtar zur Wahlzeit

Listen
Das Büro des Muhtars hängt die Wählerliste des Stadtviertels aus und lässt Staatsbürger die Wählerlisten der Urnen einsehen.
Fragen
Ab 10 Tagen vor der Stimmabgabe bis 17:00 am Wahltag beantwortet der Muhtar Fragen der Wähler zu ihrer Wahlurne und deren Standort.
Stimmabgabe
Der Stimmzettel für den Muhtar kommt in denselben Wahlumschlag wie die Stimmzettel für den Bürgermeister und die Räte, in dieselbe Urne.

Der Stempel bei Kommunalwahlen trägt die Aufschrift „EVET“ oder „TERCİH“ (Präferenz).

Quellen: Wahlgesetze (TBMM-Sammlung) · Die Verfassung · geprüft am 27.10.2026

Wählen im Ausland

Türkische Staatsbürger im Ausland wählen bei Wahlen zur Nationalversammlung, Präsidentschaftswahlen und Volksabstimmungen. Für jede Wahl entscheidet der Hohe Wahlrat nach Stellungnahme des Außenministeriums, welche Möglichkeiten bestehen: eine Wahlurne in einer Botschaft oder einem Konsulat, eine Wahlurne an einem Grenzübergang oder elektronische Stimmabgabe.

Eine Zeichnung einer hellen Halle mit zwei marineblauen Wahlkabinen links, hinten einem Tisch mit einer durchsichtigen Wahlurne und einem Stempel hinter goldenen Pfosten mit rotem Seil, einem Olivenbäumchen im Topf und einer Reihe leerer grüner Stühle an einem hohen Fenster
Eine für diese Seite angefertigte Zeichnung: eine für eine Wahl im Ausland vorbereitete Halle. Sie zeigt keinen echten Ort.
  1. Auslands­wählerverzeichnisStaatsbürger im Ausland stehen in einem eigenen Auslandswählerverzeichnis (yurt dışı seçmen kütüğü).
  2. In Botschaft oder KonsulatEine Wahlurne vom 45. Tag vor der Stimmabgabe bis 17:00 am dritten Tag davor, von 08:00 bis 17:00 Ortszeit. Einige Vertretungen sind rund um die Uhr geöffnet.
  3. Am GrenzübergangEine Wahlurne von 08:00 am 45. Tag vor der Stimmabgabe bis 17:00 am Wahltag. Einige Grenzübergänge sind rund um die Uhr geöffnet.
  4. ElektronischDer Abstimmungszeitraum beginnt 30 Tage vor dem Wahltag und endet um 17:00 türkischer Zeit.
  • Ausweis. Der Personalausweis mit türkischer Identitätsnummer oder ein Reisepass. Der Wähler wird anhand eines zentralen Wählerverzeichnisses überprüft.
  • Listen. Bei Wahlen zur Nationalversammlung wählen Auslandswähler eine Partei auf dem Stimmzettel.
  • Kein Wahlkampf im Ausland oder in den Vertretungen.
  • Die Auszählung. Im Ausland abgegebene Stimmen werden ab 17:00 am Wahltag beim Bezirkswahlausschuss für das Ausland in Ankara ausgezählt.

Zwei Seiten dieser Website beschreiben die türkischen Gemeinschaften in Deutschland und Frankreich.

Quellen: Wahlgesetze (TBMM-Sammlung) · geprüft am 27.10.2026

Kurze Antworten

Dürfen ausländische Einwohner wählen?

Nein. Das Wahlrecht steht türkischen Staatsbürgern zu, und im Wählerverzeichnis stehen nur Staatsbürger.

Dürfen Mavi Kart-Inhaber wählen?

Nein. Die Mavi Kart bewahrt gebürtigen türkischen Staatsbürgern, die mit Genehmigung aus der Staatsangehörigkeit ausgeschieden sind, die meisten Bürgerrechte, aber nicht das Recht zu wählen oder zu kandidieren.

Welchen Ausweis mitnehmen?

Den Personalausweis oder ein anderes staatliches Dokument mit der türkischen Identitätsnummer. Der Hohe Wahlrat nennt zu Beginn jeder Wahl die akzeptierten Dokumente. Dokumente einer Gemeinde oder eines Muhtars zählen nicht. Die Wahlbenachrichtigung ist kein Ausweis.

Welche ist meine Wahlurne?

Das steht auf der Wahlbenachrichtigung. Die Listen hängen auch im Büro des Muhtars (muhtarlık) aus; der Muhtar beantwortet am Wahltag bis 17:00 Fragen.

Mein Name fehlt auf der Wählerliste der Urne. Was nun?

Sie dürfen an dieser Urne nicht wählen, außer in den im Gesetz genannten Fällen. Ein Fall: Wer auf der endgültigen Liste des Stadtviertels steht, aber auf der Wählerliste der Urne fehlt, kann auf Beschluss der Leitung des Bezirkswahlausschusses ergänzt werden.

Besteht Wahlpflicht?

Das Gesetz sieht eine Geldbuße für Wähler vor, die auf den Listen stehen und ohne berechtigte Entschuldigung an einer allgemeinen Wahl zur Nationalversammlung oder einer Nachwahl nicht teilnehmen.

Darf ich bei der Auszählung zusehen?

Ja. Die Auszählung ist öffentlich, vor den Anwesenden am Wahlort.

Wer entscheidet über Beschwerden?

Die Wahlausschüsse, an deren Spitze der Hohe Wahlrat steht. Gegen dessen Entscheidungen kann bei keiner Stelle ein Rechtsmittel eingelegt werden.

Quellen und Grenzen

Diese Seite beschreibt die Regeln; sie ist keine Rechtsberatung.

Geprüfte Texte anzeigen
  1. Verfassung der Republik Türkei (englische Übersetzung, Mai 2019) — Große Nationalversammlung der Türkei, geprüft am 27.10.2026
  2. Seçim Kanunları ve Siyasi Partiler Kanunu (Ausgabe Januar 2024: Gesetze 298, 2839, 2972 und 6271 in geänderter Fassung, unter anderem durch die Gesetze 7102 von 2018 und 7393 von 2022) — Große Nationalversammlung der Türkei, geprüft am 27.10.2026
  3. Mavi Kart — Generaldirektion für Bevölkerungs- und Staatsangehörigkeitsangelegenheiten, geprüft am 27.10.2026
  4. Adres Kayıt Sistemi (AKS) — Generaldirektion für Bevölkerungs- und Staatsangehörigkeitsangelegenheiten, geprüft am 27.10.2026

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