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Kryptowährungen in der Türkei: Kaufen, Verkaufen & Gesetze

3 Min. Lesezeit Aktualisiert: January 13, 2026

Kaum ein Land nutzt Kryptowährungen so intensiv wie die Türkei. Für viele Haushalte sind Bitcoin & Co. längst ein Schutz vor der schwachen Lira – und kein Nerd-Thema mehr.

Gleichzeitig ist Schluss mit Improvisation. Das türkische Krypto-Gesetz Nr. 7518 gilt weiterhin und wird seit 2026 konsequent umgesetzt. Börsen stehen unter Aufsicht, Anleger unter Beobachtung. Was erlaubt ist, was kostet – und worauf Sie achten sollten, lesen Sie hier.

Kryptowährungen in der Türkei

Die zuverlässigsten Börsen in der Türkei

Der Markt ist groß, aber Vertrauen zählt. Krypto-Dienstleister dürfen in der Türkei nur arbeiten, wenn sie unter dem Lizenz- und Übergangsregime der SPK (Kapitalmarktaufsicht) stehen. Zwei Plattformen sind für Privatanleger besonders relevant:

1. Binance TR

Binance TR ist der türkische Ableger von Binance und speziell auf Ein- und Auszahlungen in Lira ausgelegt. Der größte Vorteil: direkte Anbindung an türkische Banken.

Über Binance TR zahlen Sie TRY ein, tauschen in USDT oder Bitcoin und übertragen diese bei Bedarf auf Ihr globales Binance-Konto. So umgehen viele Nutzer die Einschränkungen internationaler Plattformen.

2. BtcTurk

BtcTurk ist die älteste rein türkische Kryptobörse. Sie gilt als eher konservativ bei neuen Coins, punktet dafür mit stabilem Betrieb und schnellem Support auf Türkisch.

Insider-Tipp: Wer Ruhe statt Hype sucht, nutzt BtcTurk für Ein- und Auszahlungen und handelt spekulativere Assets über internationale Börsen.

Anleitung: Kontoeröffnung und Einzahlung

Durch MASAK-Vorgaben (Geldwäscheprävention) läuft heute alles formell – dafür nachvollziehbar.

  • Registrierung & KYC: Anonymes Trading ist nicht mehr möglich. Ausweis, Selfie und teils Video-Ident sind Standard.
  • Einzahlung in Lira: Große Börsen arbeiten mit Ziraat, Vakıfbank, İş Bankası, Akbank, Fibabanka, Şekerbank u.a.
  • FAST-Überweisungen: Rund um die Uhr möglich. Der Einzellimit liegt bei 150.000 TL.

Kosten-Hinweis: FAST ist meist kostenlos, Banken dürfen aber Gebühren verlangen. Klassische EFT/Havale-Überweisungen kosten je nach Betrag bis zu 209,38 TL.

Wichtig: Das Bankkonto muss exakt auf denselben Namen laufen wie das Börsenkonto. Fremdeinzahlungen werden automatisch zurückgewiesen.

Ja – mit klaren Grenzen. Das Gesetz Nr. 7518 ist weiterhin gültig und wird strikt angewendet.

Erlaubt

Kaufen, verkaufen und halten von Kryptowährungen ist legal. Krypto gilt offiziell als immaterieller Vermögenswert.

Verboten

Kryptowährungen dürfen nicht direkt zur Bezahlung von Waren oder Dienstleistungen genutzt werden. Immobilien, Autos oder Alltagskäufe müssen über Lira abgewickelt werden.

Wer größere Geldbewegungen plant, sollte auch klassische Wege kennen – etwa über Western Union oder türkische Großunternehmen (Übersicht).

Muss ich Steuern zahlen?

Steuerfrei im klassischen Sinn ist Krypto nicht mehr – auch wenn es noch keine Pauschalsteuer gibt.

  • Privatanleger: Es existiert keine feste Krypto-Steuer. Realisierte Gewinne können jedoch als Wertzuwachs-Einkommen gewertet werden.
  • Meldepflichten: Seit 1. Januar 2026 greifen die OECD-CARF-Regeln. Börsen melden Nutzerdaten und Transaktionen an die Behörden.
  • Gewerbe & Mining: Häufiges Trading oder Mining gilt als gewerblich – mit normaler Einkommensteuer.

Praxis-Tipp: Bewahren Sie Transaktionshistorien auf und sprechen Sie bei größeren Beträgen frühzeitig mit einem türkischen Steuerberater.

Sicherheit: Was in der Türkei wirklich zählt

Regulierung schützt – aber nicht vor eigenen Fehlern. Börsen müssen heute Reserveprüfungen bestehen, doch Hacks und Sperrungen sind nie ausgeschlossen.

Empfehlung: Lassen Sie nur Trading-Guthaben auf Börsen. Langfristige Bestände gehören in eine eigene Cold Wallet. Für sichere Fiat-Zahlungen lohnt auch unser Überblick zu PayPal-Alternativen in der Türkei.

Planen Sie größere Käufe, etwa über Sahibinden, tauschen Sie Krypto rechtzeitig in Lira um. Liquidität ist in der Türkei oft wichtiger als Timing.

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