Radfahren in der Türkei: Die besten Routen & Tipps
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Die Türkei zählt heute zu den wenigen Ländern, in denen du morgens an antiken Ruinen vorbeiradelst und nachmittags einen Hochgebirgspass erklimmst – mit Meerblick inklusive. Wer nur All‑Inclusive kennt, verpasst eine der spannendsten Rad-Destinationen Europas und des Nahen Ostens.
Was viele überrascht: Die Türkei ist inzwischen offiziell Teil des EuroVelo‑Netzwerks. Gleichzeitig hat sich eine aktive lokale Szene entwickelt – von ambitionierten Rennradfahrern bis zu internationalen Gravel-Events. Das Land ist kein Geheimtipp mehr, sondern ein ernstzunehmendes Ziel für alle, die Höhenmeter und Abwechslung suchen.
Warum die Türkei dein nächstes Rad-Ziel ist (Realitätscheck)
Radfahren in der Türkei ist nichts für Bequemlichkeitssammler. Flache Kilometer sind rar, die Anstiege oft lang und direkt. Genau darin liegt der Reiz: Vormittags rollst du durch antike Städte, nachmittags kurbelst du dich auf über 1.500 Meter hoch – und wirst mit Abfahrten belohnt, die am Meer enden.
Das solltest du vor der Planung wissen:
- Timing entscheidet: Im Süden ist Hochsommer zum Radfahren schlicht zu heiß. Ideal sind April/Mai sowie September/Oktober.
- Verkehr realistisch einschätzen: Große Verbindungsstraßen meidest du besser. Nebenstrecken sind ruhiger und oft überraschend gut asphaltiert.
- Essen & Trinken: In jedem Dorf gibt es einen Bakkal oder ein Teehaus. Wasser, Cola und Gebäck sind nie weit.
Die 4 besten Regionen für Radfahrer
Nicht jede Ecke eignet sich gleich gut. Diese Regionen sind erprobt, gut angebunden und auf Radfahrer eingestellt.
1. Antalya & Taurusgebirge: Für Kletterer
Antalya ist das Trainingszentrum des türkischen Radsports. Die Tour of Antalya steht weiterhin im UCI‑Kalender, und jedes Frühjahr trainieren hier Profiteams. Die Anstiege beginnen oft auf Meereshöhe und enden jenseits der 1.800‑Meter‑Marke.
- Kemer – Ovacık: Konstanter Anstieg, wenig Verkehr, starke Aussicht.
- Lykische Küste – Çıralı: Anspruchsvoll, schattig, am Ende Strand.
- Beldibi – Kemer: Ideal zum Einrollen entlang der Küste.
Für Mountainbiker lohnt die technisch fordernde Strecke zur Maden‑Bucht. Abgelegen, ruhig und brutal ehrlich.
2. Izmir & EuroVelo 8: Für Genussradler
Der türkische Abschnitt der EuroVelo 8 ist offiziell zertifiziert und rund 500 Kilometer lang. Er verbindet Pergamon und Ephesus – Geschichte auf dem Sattel, meist mit moderaten Höhenmetern.
- Halbinsel Çeşme: Windig, offen, perfekt fürs Rennrad.
- Urla‑Weinberge: Lockeres Gravel, Weingüter am Wegesrand.
3. Kappadokien: Gravel und MTB pur
Kappadokien ist gemacht für breite Reifen. Der weiche Tuffstein, die Täler und Höhlenlandschaften bieten ein Gelände, das du so sonst kaum findest.

- Love Valley Loop: Gut fahrbar, großartige Kulisse.
- Ürgüp – Ortahisar: Dörfer, Geschichte, Panorama.
- Red & Rose Valley: Anspruchsvoll und technisch.
4. Marmaris: Wald und Küste
Marmaris kombiniert schattige Waldpisten mit ruhigen Küstenstraßen. Besonders angenehm, wenn es im Sommer anderswo zu heiß wird.
Beliebt sind Touren zur Nimara‑Höhle oder über die Bozburun‑Halbinsel mit Stopps in Söğüt und Selimiye.
Ein Wort zu Istanbul
Istanbul fordert Nerven. Wenn du hier fährst, bleib an den Radwegen entlang des Bosporus oder setz mit der Fähre zu den Prinzeninseln über. Autofrei, ruhig und mit Blick auf die Skyline.
Mehr Details findest du in unserem Guide zu Transport in Istanbul.
Fahrradfreundliche Unterkünfte: Das Zertifikat
Das offizielle Zertifikat „Bicycle Friendly Accommodation“ wird weiterhin vom türkischen Tourismusministerium vergeben und ist Teil des nationalen Nachhaltigkeitsprogramms. Ein echter Vorteil für Radreisende.
- Sicheres Bike‑Depot
- Werkzeug und Waschplatz
- Wäscheservice und Routeninfos
- Angepasste Sportverpflegung
Praktische Tipps
Ausrüstung:
In Städten findest du gute Bikeshops. Auf dem Land immer Ersatzschlauch und Multitool dabeihaben. Für Snacks und Wasser ist Migros zuverlässig.
Planung:
Rund um nationale Feiertage steigt der Verkehr stark an. Prüfe vorab die Feiertage in der Türkei.
Hunde:
Straßenhunde sind meist harmlos. In Bergregionen gilt: absteigen, ruhig bleiben, Rad zwischen dich und den Hund.
Wer hier radelt, sieht die Türkei ohne Filter: staubig, steil, herzlich. Genau deshalb lohnt es sich.








